Userkritiken

Kritiken

Lea-Zoe 

Boyhood (WA) - Sehenswert!!!

Sehr sehenswertes Familiendrama um einen Jungen und seine Geschwister, bei dem man ständig aufpassen muss, weil sich die Geschichte über einen langen Zeitraum im Zeitraffer mit den entsprechenden Bildern entwickelt. Eben sah er doch noch anders aus? Beeindruckende filmische Umsetzung, zum Teil aber m. E. nicht wirklich ab 6 Jahren geeignet, da auch Alkoholmißbrauch und darauf resultierende elterliche Brutalität eine Rolle spielt. Würde ihn mir auch nochmal ansehen.
geschrieben am 28.01.2015 um 09:46 Uhr
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8martin 

Lady Henderson präsentiert - Theater im Krieg

Wenig beachteter Film von Stephen Frears. Er hat eine lustige Komödie gemacht, die neben allerlei Komik und zwei großartigen Hauptdarstellern auch eine traurige Seite beleuchtet. Die Titelfigur (Judi Dench) ist eine steinreiche Witwe, die im Londoner West End das Windmill Theatre eröffnet. Den Mann vom Fach für die Leitung findet sie in Van Damm (Bob Hoskins). Moulin Rouge soll das Vorbild sein. Im prüden England zwischen den Weltkriegen geht der Weg nur über ‘Lebende Bilder‘. Wenn sich kein Nackedei bewegt, ist es wie im Museum. Das ist recht munter, wie sich die beiden nicht miteinander verheirateten fetzen, wie Hund und Katze. Die tragische Facette wird durch einen langanhaltenden stummen Augenblick beeindruckend unterstrichen: die Bombenangriffe auf London. Obwohl das Windmill im Keller liegt, muss eine Schöne (Kelly Reilly) mit ihrem Leben bezahlen. Hier wurde eine mögliche Variante erfunden, um die Emotionen zu bedienen. Lady Henderson. hatte sie mit einem Soldaten verkuppelt, die dazu noch schwanger war. Der Hinweis, dass Van Damm holländischer Jude ist, dient nur zur Abrundung des Bildes vom Theatermacher. Dramaturgisch hat es keinerlei Bedeutung. Ebenso wie seine Ehefrau. Dieses Drama wird mit einem versöhnlichen Schluss der beiden Protagonisten mit einem Tanz auf dem Dach abgeschlossen. Der Krieg ist hier eigentlich Nebensache. Das Theater dient als Mutmacher und Unterstützung fürs Durchhalten. ‘Die Show muss weitergehen, aber die Kleider müssen weg.‘ Nicht Frears bester, aber immerhin kein Fehlschlag dank der beiden Hauptdarsteller.
geschrieben am 07.01.2015 um 19:05 Uhr
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8martin 

Willkommen bei den Korsen

Mit Jean Reno als Ange Leoni und Christian Clavier als Jack Palmer (dessen vier Töchter wir bereits kennen und lieben gelernt haben) stehen zwei großartige Darsteller an der Spitze des Ensembles. Der erste garantiert Komik mit knallharter Haudrauf-Dynamik, der zweite feinfühlige Ironie und französischen Charme. Und weil das Auge ja bekanntlich ‘mitisst‘ sorgt Exbond-Girl Caterina Murino für optische Anreize auch wenn die Lovestory nicht gerade zwingend ist. Das Ergebnis ist ein sehr unterhaltsamer Sommerfilm mit allerdings nur kaum vorhandenem korsischem Einschlag. Dagegen betont die Inszenierung die Rolle von Ange Leoni. Es gibt jede Menge Geheimdienste auf der Insel, die sich zum Affen machen und für Komik sorgen und Freiheitskämpfer, die ab und zu an die Front zur Befreiung Palästinas im Leben des Bryan heranreichen. Die Handlung selbst ist von geringer Bedeutung. Manch überraschende Wendung hält den Zuschauer bei Laune, und die Dialoge sind mitunter auch recht munter. (‘Darf man über die Korsen lachen?‘ – ‘Ja klar – aber lieber nicht!‘). Einfache Kost zum Entspannen ohne zu Verblöden. Einziger Anspruch ist die Unterhaltung. Und die wird ausreichend geliefert.
geschrieben am 05.01.2015 um 09:45 Uhr
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schnappschuss 

Revanche - großartig

einer der besten deutschsprachigen filme der letzten Jahre - ein österreichischer film im stil der berliner schule. großartig.
geschrieben am 02.01.2015 um 18:01 Uhr
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Lea-Zoe 

Honig im Kopf - Perfekte Familienunterhaltung mit Spektrum

geniale Familienunterhaltung von zartbitter bis zuckersüß.... zum Teil überzeichnet, aber noch im Rahmen. Betroffene wissen, was ich meine. Man fühlt sich aber definitiv mitgenommen, bei diesem Film, der Geschichte und der eigentlichen Reise der kleinen Emma Schweiger mit dem Filmopa Dieter Hallervorden. Grandios gespielt. Zum Teil witzige Gastauftritte, z. b. von Udo Lindenberg. Danke, Til. P.S. Taschentücher mitnehmen nicht vergessen!
geschrieben am 26.12.2014 um 11:25 Uhr
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8martin 

Endstation Sehnsucht (Premium Edition) - Kino für die Ewigkeit

Bereits der deutsche Titel und der des Originals wetteifern um die beste Etikettierung dieses unglaublichen Films und treffen beide voll ins Schwarze. Elia Kazan schafft als Rahmen eine wirkliche Realität für die Straßenbahn mit dem seltsamen Namen. Ein Meilenstein der Literaturverfilmung (1951)! Das Drehbuch verwendet die Vorlage von Tennessee Williams fast wörtlich und der Regisseur verdichtet die Optik zu einer schwül beklemmenden Südstaatenatmosphäre. Dazu passt nur diese schwarz-weiß Fassung. Vivien Leigh (Blanche) und Marlon Brando (Stanley) in unerreichbarer Bestform in diesem intensiven Kammerspiel, in dem die Charaktere voller verletzlicher Sensibilität sind, aber auch mit hemmungsloser Gewalt agieren. Sie spielen zeitlos grandios – einfach in einer anderen Liga. Da wird einer zum Tiger mit scharfen Krallen und kurz darauf zum verheißungsvollen Liebestempel. Dann wieder zur uneinnehmbaren Festung, die darauf wartet sturmreif geschossen zu werden. Die Psychoduelle sind ein Seelenstrip für die Ewigkeit. Dabei steuert die Handlung in Richtung menschliche Katastrophe, in der Vivien Leigh langsam die Bodenhaftung verliert und im Nirwana landet. Dabei sollte aber nicht die zartfühlende zum Scheitern verurteilte Nebenromanze vergessen werden, die sie mit Karl Malden (Mitch) beginnt. Hier werden noch altmodische Ideale und brav-biedere Einfalt zusätzlich abgehandelt, was sogar zu vorrübergehender Komik führt. Aber es ist vor allem und immer wieder Vivien Leigh, die hochgradig neurotisch und äußerst narzisstisch überspannt dramatische Akzente setzt. Sie ist das Zentrum, um das die anderen Figuren kreisen. Ein echt tragisches Zentrum, in dessen Mitte auch noch vier Oscars stehen. Sicher ein Platz im Filmolymp! Das Remake in die Hutablage.
geschrieben am 16.12.2014 um 12:14 Uhr
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Filmfreund 
Avatar von Filmfreund

Priscilla - Königin der Wüste - echt witzige

echt witzige Transenkomödie aus Australien. Bitte nicht das unsägliche US-Remake ansehen, dass nur peinlich, klischeehaft und langweilig geraten ist!!!!
geschrieben am 05.12.2014 um 12:19 Uhr
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8martin 

Huhn mit Pflaumen - Kein Nationalgericht

Ein wunderschönes Märchen über die Liebe. Der weltberühmte Geiger Nasser-Ali (Mathieu Amalric) will nicht mehr leben, als seine Frau Faringuisse (Maria de Medeiros) seine Geige zertrümmert hat. Es war eine jener Zwangsehen von denen man sagt ‘Erst kommt die Heirat, später die Liebe‘. Der Kommentar bemerkt dazu lakonisch: ‘Erst kam die Heirat, die Liebe kam nie‘. Sein Leben lang hat er eigentlich nur Irane (Golshifteh Farahani) geliebt. ‘Diese unerfüllte Liebe ist etwas kostbares‘, meint der Kommentar ‘sie hält ewig.‘ Regisseurin Satrapi ist es gelungen durch Animation den märchenhaften Charakter des Films zu betonen. Zwischendurch erleben wir Ironisches mit Traurigkeit unterlegt (Nasser-Alis Suizidversuche sind echte Watzlawicks). Die vielen Rückblenden kreisen um Nasser-Ali und erweitern in kurzweiliger Form sein Künstlerdasein. Manche Szenen erinnern an Fellini ohne ihn zu kopieren. Und selbst die Einstellungen fürs Gefühl mit vielen Farben leicht verfremdet bekommen nie einen schmalzigen Überzug durch den plötzlichen Szenenwechsel. Die Eheszenen sind zu ernst und die Entwicklung von Nasser-Alis Kindern zu deprimierend. Weil seine große Liebe ein Leben lang andauert, altern die vom Frust gebeugten Liebenden sichtlich. Das lässt sich eindrucksvoll an, weil man ja weiß nur ihre Liebe brennt weiterhin ungebrochen. Selbst als sich Nasser-Ali und Irane nach vielen Jahren begegnen, bewahrt sie Haltung und darf ihn nicht erkennen. Dieser Schiwago-Effekt drückt besonders stark auf die Emotionen. Das ist bitter süße Schokolade mit viel positiver Romantik. Märchenhaft schön!
geschrieben am 05.12.2014 um 10:22 Uhr
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8martin 

Vom Fliegen und anderen Träumen - Eine Flugtheorie

Eine Tragikomödie mit einem Hang zum Märchenhaften. Unbestritten großartig sind die beiden Hauptdarsteller: Richard (Kenneth Branagh) und Jane (Helena Bonham Carter). Er spielt sich selber, sie bietet eine darstellerische Extraklasse: im Rollstuhl mit ALS im Endstadium, spastisch verkrampft mit Sprachproblemen. Aber auch die beiden Nebenrollen sind beeindruckend besetzt. Anne (Gemma Jones) spielt die aufopferungsvolle Mutterrolle recht gefühlvoll und Richards Freundin Julie (Holly-Wakingthedead-Aird) die undankbare Rolle seiner verschmähten Freundin. Jane hat trotz ihrer Behinderung ganz normale Bedürfnisse einer jungen Frau und sie nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie erklärt Richard die Welt: ‘Sex ist wichtiger als das Geld. Geld ist nur Mittel zum Zweck und Sex ist der Zweck.‘ Die Parallelschaltung von dem Versuch ihre Unschuld durch einen Callboy zu verlieren mit seinem Banküberfall lässt sogar noch etwas Spannung aufkommen. Der Ausgang beider Unternehmen ist allerdings vorhersehbar Richards Tränen ebenso wenig wie das Denkmal, das er aus dem schrottreifen Flieger auf dem Hügel für Jane errichtet. Die Doppelbedeutung des Wortes ‘Fliegen‘ erfüllt sich am Ende. Und zwar in jeder der beiden Richtungen: erst das eine, dann das andere. Das kann man nur ertragen, wenn man von den beiden Hauptdarstellern begeistert ist. So nimmt man ihnen auch den schmonzettenhaften Schluss ab. Vielleicht die einzige Lösung. Richard und Jane finden sie. Jeder für sich allein und beide gemeinsam. Na ja!?
geschrieben am 26.11.2014 um 18:44 Uhr
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8martin 

Töte mich - Der Gangster und das Mädchen

Solange es Filme wie diesen von Emily Atef gibt, sieht man, dass der europäische Film nicht verloren ist und wir uns gegen die Überflutung aus Hollywood erfolgreich wehren können. Hier hat sie eine Außenseiterballade gedreht. Und wie schon in ‘Molly’s Way‘ ist ihr Kennzeichen die äußerst behutsame Annäherung an ihre ‘Antihelden‘ mit der Offenlegung von Leid. Ein seltsamer Deal steht am Anfang: Adele (Maria Dragus) hilft ihm, Timo (Roeland Wiesnekker) soll sie dafür in den Tod schubsen. Er ist auf der Flucht und sie will nur von zu Hause weg und aus diesem freudlosen Leben scheiden. Eine Symbiose, die schief gehen, aber auch gelingen kann. Die harte Schale, die beide Charaktere umgibt, muss erst aufgeweicht werden. Es dauert bis die erste Träne rollt. Und dann wird es nach kurzer Überraschung (Ist Timo weg oder doch wieder da?!) nochmal spannend. Ein Einschub aus der Gangsterwelt, der aber das vorhersehbare Ende andeutet. Inzwischen ist aber jedem klar, dass Adele eigentlich nicht mehr so sehr den Suizid anpeilt. Das macht aber nichts, denn da ist kein Honigtopf, kein amouröses Spielchen mit einem Zuckereffekt. Timo bleibt kantig, wortkarg und unheimlich. Adele schaut und schweigt und lässt Hoffnung aufkeimen. In jeder Ruppigkeit der beiden kann eine Annäherung stecken. Es ist bald keine Frage mehr des Ob, sondern nur des Wann denn nun? Im Gegensatz zum vorher Gesehenen ist die letzte Einstellung bewusst weich und harmonisch. Also doch ein wenig Puderzucker. Aber nur kurz. Im Hinblick auf den Titel hieß es im ‘Kleinen Prinzen‘ noch ‘zähme mich!‘ Kann das Gleiche sein… Solche Filme brauchen wir einfach – mit allen Unzulänglichkeiten. Sie zeigen einfach etwas ganz anderes als das amerikanische Kino.
geschrieben am 18.11.2014 um 19:12 Uhr
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