Userkritiken

Kritiken

8martin 

Die Braut trug schwarz - Der Racheengel

Das ist ein Klassiker! Da passt alles: vom lyrischen Titel über den spannenden Inhalt bis hin zur Erzählweise. Dazu eine unglaubliche Jeanne Moreau, die als Racheengel einen männermordenden Feldzug führt. Ihr gelingt ihr Vorhaben mit Charme und Intelligenz. Eine Racheparabel: für das was man getan hat, muss man halt irgendwann mal bezahlen. Normalerweise trägt die Braut ja alles andere als schwarz. Hier trägt sie je nach Anlass beides. Die vier Morde plus eins sind abwechslungsreich: vom Balkon geschubst (Claude-D’Artagnans-Tochter-Rich), vergiftet (Michel-die-untreue-Frau-Bouquet), im Kämmerchen unter der Treppe erstickt (Michael-der-Schakal-Lonsdale), vom Pfeil der Diana getroffen (Charles-der-Mann-der-die-Frauen-liebte-Denner) und der letzte (Daniel-Herzkönig-Boulanger): im Gefängnis: ein Schrei und der Hochzeitsmarsch. Fin. Dazwischen enthüllt Truffaut scheibchenweise durch Retrospektiven was da früher einmal vorgefallen war. Leichtsinnigen, gelangweilten Zockbrüdern passiert ein Missgeschick, ein unglücklicher Zufall, ein Unfall. Und damit die Spannung nicht verloren geht, trifft Jeanne wiederholt auf Jean-Claude Brialy, die sie wiedererkennt. Beim Verhör durch die Polizei merkt man, dass es Truffaut nicht um einen Krimi im herkömmlichen Sinne geht. Es ist die Konsequenz aus einer Tat jeweils von beiden Seiten: vom Opfer (der Braut) Jeanne Moreau, die Rache fordert und von den ‘Bösen Buben‘, die zur Rechenschaft gezogen werden. Kann man immer wieder anschauen.
geschrieben am 20.10.2014 um 18:51 Uhr
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Filmfreund 
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Battleship - boh ist das schkecht!!!!

die mischung aus militaristisch-flapsigen-teenagerintelekt mit sci-fi-quatsch ist absolut unerträglich. die aneinanderreigung von schlechten, vom us-militär gesponserten gags provoiert keinen einzigen echten lacher. peinlich, unreif, dumm!
geschrieben am 19.10.2014 um 21:01 Uhr
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8martin 

Rückkehr ans Meer - Unreif

Kann man ein Filmchen machen, das nur eine nennenswerte Aussage in sich birgt? Man kann. Francois Ozon hat es versucht. Und die Aussage kommt auch noch erst ganz am Ende. Erstmal sehen wir ein heroinabhängiges Pärchen, das sich den goldenen Schuss setzt. Louis (Melvil Poupaud) stirbt, Mousse (Isabelle Carré) lebt weiter, ist aber schwanger. Beide sind in Wohlstand gebettet und so kann sich Mousse in ein Haus am Meer zurückziehen. Ein Zufluchtsort (Originaltitel!) bis zur Geburt des Babys. Weiterhin passiert dann nicht viel am Meer. Der schwule Stiefbruder Paul von Louis kommt zu Besuch. Mousse entbindet, geht mal eine rauchen und lässt Paul mit dem Säugling in der Klinik zurück. Ende. Na sowas!? Ist das unerhört? Soll das eine Überraschung sein? Junkie verlässt Baby, tut das, was eine Mutter normalerweise nie tun würde. Die Mutter ist verantwortungslos? Sie war noch nicht reif, wie sie zu sich selbst sagt, für ein Kind. Hatte es aber behalten, weil sie neugierig war, ob es die Augenfarbe von Louis hat. Wie konnte sich nur die tolle Isabelle Carré in diesen Film verlaufen. Und das brausende Meer ist auch unschuldig. Seine Symbolik für die ewige Wiederkehr oder die Vergänglichkeit der Dinge passt zur Thematik wie der Regenwurm zum Salzwasser. Den Film hat man zu Recht ins Nachtprogramm verschoben. K.V.
geschrieben am 16.10.2014 um 22:09 Uhr
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8martin 

Die Prinzessin von Montpensier - Arten der Liebe

Tavernier hat ein historisches Drama aus der Zeit der Hugenottenkriege geschaffen. Hier thematisiert er die damals übliche Heiratspolitik. Die Zwangsehe, die sich nur an materiellen Werten orientierte, soll ja auch heute noch vorkommen. Im Mittelpunkt steht Marie (Mélanie Thierry). Sie wird mit Philippe (Grégoire Leprince-Ringuet) verheiratet, den sie nicht liebt. Ihr Herz gehört seinem Cousin Henry (Gaspard Ulliel), den Amors Pfeil mit einem Schuss Eros getroffen hat. Philippes Freund Francois de Chabannes (Lambert Wilson) wird Maries Hauslehrer und verliebt sich in sie im Sinne der klassischen Agape. Er ist Pazifist. Tavernier zeigt blutiges Schlachtengetümmel und lange Gespräche über die Liebe und die Religion. (‘Ist es bereits eine Sünde an die Sünde zu denken?‘) und es gibt auch fortschrittliche Töne wie ‘Frauen werden gehandelt wie Pferde.‘. Ob das allerdings so in der historischen Vorlage von Madame de La Fayette Ende des 17. Jahrhunderts so stand, ist fraglich. Im Verlauf des Krieges erkaltet die Leidenschaft von Henry, der eigensinnige Ehemann ergeht sich in Eifersüchteleien und nur die reine tiefe Freundschaft (bzw. Liebe auf Distanz) von Francois bleibt bestehen, der dafür mit seinem Leben bezahlt. Da ist Tavernier ganz Anti-Mainstream: der bekannteste unter den Darstellern und einzige Gutmensch kommt um. Marie stillt ihre Leidenschaft mit einer einzigen Nacht und sagt dann der Welt Lebewohl. Eine wunderschöne Schlussszene beschließt das Drama (fast im Stile von ‘Barry Lyndon‘). Genug Action, aber auch gehaltvolle Dialoge und historische Einblicke machen diesen Film wertvoll.
geschrieben am 13.10.2014 um 19:30 Uhr
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8martin 

Sieben verdammt lange Tage - Die Hinterbliebenen

Von den hundert gefühlten Beerdigungskomödien ist das eine der klügsten. Auf angeblichen Wunsch des verstorbenen Vaters hält die Familie Altmann die 7 tägige Totenwache (Schiv’a). Zu diesem Zweck versammeln sich alle im Elternhaus. Es werden sieben verdammt lange Tage oder wie es der Originaltitel dem Verstorbenen in den Mund legt ‘Und hier verlasse ich euch jetzt‘. Mutter Hillary (Jane Fonda) beherrscht die Szenerie ohne aufdringlich zu sein. Sie verblüfft als Alt-Hippy Braut ihre erwachsenen Kinder durch ihre freizügige und aufgeklärte Art.(Versteckt keineswegs ihre ‘boobs‘ hoops!). Von den Kindern macht Judd (Jason Bateman) gerade eine schlimme Phase durch. Er ist für Ausbrüche, Gefühle und Prügeleien zuständig. Kann aber auch mit Penny (Rose Byrne) auf ein neues Happy End hoffen. Die Frauen sind überhaupt die pfiffigeren in diesem Sammelsurium von Traurigen und Unglücklichen. Schwester Wendy (Tina Fey) bringt es auf den Punkt, wenn sie zu ihren Brüdern sagt ‘Ihr seid Idioten, aber ihr seid meine Idioten‘. Die geistreichen Dialoge brauchen keine Schenkelklopfer, obwohl sie so ganz ohne auch nicht auskommen. Es findet ein permanenter erfrischender Schlagabtausch statt, in dessen Verlauf alle Leichen aus dem Keller und von unter dem Teppich hervorgekramt werden. Es kann bisweilen melodramatisch werden. Und da sind auch Emotionen im Spiel. Aber nur soviel davon, dass sie sich mit den Supergags die Waage halten: z.B. Kiffen in der Synagoge löst die Sprinkleranlage aus. So hart die Auseinandersetzungen auch sind, der Familiensinn obsiegt immer. Er hinterlässt humorvolle, pfeffrige und traurige Spuren, allzu menschliche, verschrobene und warmherzige. Ein echtes Erlebnis.
geschrieben am 06.10.2014 um 21:34 Uhr
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8martin 

Ein Sommer in der Provence - Ein Film wie Urlaub

Ein Feel-Good Movie für die ganze Familie, das wie ein Urlaub wirkt. Und für jeden ist etwas dabei, was ihm oder ihr unter die Haut geht. Im Mittelpunkt steht Opa Paul (ganz groß Jean Reno) ein grimmiger Alter, dessen Herz aufgeweicht und eingefangen wird. Und zwar von seinen Enkeln: allen voran der kleine Théo (Lukas Pelissier). Er ist stumm, aber auf Opas Herz von einem Eisblock wirkt er wie purer Sonnenschein. Dann die Teeny Geschwister Léa (Chloé Jouannet) und Adrien (Hugo Dessioux). Sie bieten Unterhaltung in der Sparte Erste Liebe, Frust und Neugier. Und mit dem Auftauchen von Pauls alten Freunden aus der Hippie-Flower-Power Zeit der 60er Jahre werden bei der älteren Generation herzerwärmende Erinnerungen geweckt, die schon mal nostalgische Freudentränen erzeugen können, wenn die Oldies auf Woodstock machen. Da kann sich niemand dem Soundtrack entziehen. Oma Irène (Anna Galiena) vermittelt an allen Fronten und verhindert das Schlimmste. Das Ganze hat aber auch noch einen ernsten Hintergrund: der Konflikt zwischen Paul und Tochter Emilie (Raphaëlle Agogué). Er ist der eigentliche Auslöser für dieses Sommerabenteuer in der Provence und schwingt durch Andeutungen latent durch den ganzen Film mit. Am Ende wird er großartig gelöst. Opa Paul steht seiner Tochter Emilie am Bahnhof lange gegenüber. Man hört nicht, was sie sagen, aber Mimik und Gesten verraten ein deutliches Aufeinander zugehen. Eine geniale Lösung ohne Worte. Der Zuschauer kehrt beschwingt in den Alltag zurück – wie aus dem Urlaub. Toll!
geschrieben am 02.10.2014 um 11:34 Uhr
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andus 

Lügen und andere Wahrheiten - Mehr Lügen als Wahrheiten

Ein turbulenter Film, der bei aller Tragik auch viele komische Elemente enthält. Gegen Ende fragt sich allerdings der Zuschauer, ob der Zukünftige tatsächlich so verliebt ist, dass er sich diese umfassende Kontrolle gefallen lässt. Alles in allem sehr unterhaltsam und regt zum Nachdenken vor allem über Vertrauen an.
geschrieben am 24.09.2014 um 20:01 Uhr
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8martin 

Gewalt und Leidenschaft - Interne Familienangelegenheiten

Da hat Visconti ganz schön viel hineingepackt und das geht auf Kosten der Spannung. Ein Familienclan unter Mutter Bianca Brumonti (Silvana Mangano) arbeitet sich an einander ab und mietet sich bei einem alleinlebenden Professor (Burt Lancaster) ein. Hierbei sorgt vor allem ihr Lover Konrad (Helmut Berger, damals noch bildschön) für Irritationen, wohingegen Tochter Lietta (Claudia Marsani) den alten Herrn anhimmelt. Der Professor lässt ansatzweise durchblicken, dass ihm Konrad nicht ganz gleichgültig ist. Gespräche über Kunst bringen sie einander näher. Ein buntes Kaleidoskop menschlicher Kontakte wird entfaltet: Einsamkeit und das Gegenteil davon, homo- und heteroerotische Beziehungen werden angedeutet, das Alter und die Jugend, Bildung und Vorlieben. Dabei ist der Titel die Abstraktion der Ereignisse. Eine wechselseitige Beziehung von beiden Phänomenen kristallisiert sich um Konrad herum (gewaltige Leidenschaft (Selbstmord) oder leidenschaftliche Gewalt). Aber die Wirkung leidet unter den endlos langen Dialogen. Dazwischen gibt es zwei überraschende Cameos von Claudia Cardinale als Frau des Professors und Dominique Sanda als seine Mutter. Sogar ein Hauch von Faschismus weht durch die Familienidylle. Niveauvolle Dialoge halten das Interesse der Zuschauer wach. Etwa wenn der Professor die Situation so beschreibt: ‘Raben fliegen in Schwärmen, der Adler fliegt allein.‘ Das interessiert die Kids nicht. Tochter Lietta meint ‘Im Grab gibt es keinen Sex.‘ Obwohl der Professor die Brumontis ‘oberflächlich, dumm und hohl‘ findet, haben sie ihn aber auch ‘aus dem Schlaf geweckt‘. Das ist widersprüchlich und macht den tränenreichen Schluss am Bett des Professors (Sterbebett?) etwas kryptisch. Schwer verdauliche Kost, wenn auch auf hohem Niveau.
geschrieben am 09.09.2014 um 18:25 Uhr
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Filmfreund 
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Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück - I feel good...

Ja es funktioniert, man geht nach dem Film beschwingt nach Hause, Peter Chelsoms Komödie haben Sie zurecht als Feelgoof-Movie bezeichnet :).
geschrieben am 05.09.2014 um 10:41 Uhr
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8martin 

Ein Augenblick Liebe - Ein Treffen

Lisa Azuelos hat eine federleichte Liebesgeschichte geschaffen. Elsa (Sophie Marceau) und Pierre (Francois Cluzet) sind die unglücklich Glücklichen. Die Chemie zwischen den beiden ‘Helden‘ ist so gut, dass momentane Empfindungen durch Großaufnahmen in ihrer Mimik wie in einem offenen Buch lesen lassen. Auch die jeweilige häusliche Situation: verheiratet bzw. alleinerziehend wird kein Problem. Die Situation mit den Kindern ist durchaus realistisch und dient eher der Erheiterung. Das Entscheidende an dieser Romanze ist aber, dass alle Sexualität ausschließlich in der Fantasie der beiden Beteiligten stattfindet. Und das ist so raffiniert geschnitten, dass man es vorübergehend für die Realität hält. Will sagen die Liebenden leben ihre sexuellen Wünsche nicht realiter aus. Dem Zuschauer wird so nichts vorenthalten, was er heutzutage von einer Liebesgeschichte erwartet. Er muss aber immer wieder begreifen, dass das, was er sieht, so nicht wirklich passiert ist. Auf diese Weise wird eine Art Schwebezustand erreicht, in dem die Verliebten umherflattern, ohne die Bodenhaftung zu verlieren. Pierres Ehefrau Anne (gespielt von der Regisseurin selbst) bringt nur etwas Frust oder einen Hauch von Eheproblematik mit hinein. Das stört aber weiter nicht, da es immer nur ein kleiner Einschub ist. Der deutsche Titel passt für die Momente, wenn sich Elsa und Pierre begegnen, immer wieder. Nur der geniale Schluss passt dann nicht so recht: die letzte Zettelbotschaft lautet nämlich ‘Unsere Liebe für die Ewigkeit‘, nicht für den Augenblick. Drum heißt der Film auch im Original nur ‘Ein Treffen‘. Erfrischende Sommerunterhaltung.
geschrieben am 13.08.2014 um 11:53 Uhr
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