Userkritiken

Kritiken

8martin 

Ein Augenblick Liebe - Ein Treffen

Lisa Azuelos hat eine federleichte Liebesgeschichte geschaffen. Elsa (Sophie Marceau) und Pierre (Francois Cluzet) sind die unglücklich Glücklichen. Die Chemie zwischen den beiden ‘Helden‘ ist so gut, dass momentane Empfindungen durch Großaufnahmen in ihrer Mimik wie in einem offenen Buch lesen lassen. Auch die jeweilige häusliche Situation: verheiratet bzw. alleinerziehend wird kein Problem. Die Situation mit den Kindern ist durchaus realistisch und dient eher der Erheiterung. Das Entscheidende an dieser Romanze ist aber, dass alle Sexualität ausschließlich in der Fantasie der beiden Beteiligten stattfindet. Und das ist so raffiniert geschnitten, dass man es vorübergehend für die Realität hält. Will sagen die Liebenden leben ihre sexuellen Wünsche nicht realiter aus. Dem Zuschauer wird so nichts vorenthalten, was er heutzutage von einer Liebesgeschichte erwartet. Er muss aber immer wieder begreifen, dass das, was er sieht, so nicht wirklich passiert ist. Auf diese Weise wird eine Art Schwebezustand erreicht, in dem die Verliebten umherflattern, ohne die Bodenhaftung zu verlieren. Pierres Ehefrau Anne (gespielt von der Regisseurin selbst) bringt nur etwas Frust oder einen Hauch von Eheproblematik mit hinein. Das stört aber weiter nicht, da es immer nur ein kleiner Einschub ist. Der deutsche Titel passt für die Momente, wenn sich Elsa und Pierre begegnen, immer wieder. Nur der geniale Schluss passt dann nicht so recht: die letzte Zettelbotschaft lautet nämlich ‘Unsere Liebe für die Ewigkeit‘, nicht für den Augenblick. Drum heißt der Film auch im Original nur ‘Ein Treffen‘. Erfrischende Sommerunterhaltung.
geschrieben am 13.08.2014 um 11:53 Uhr
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8martin 

Claires Knie - Oder Lauras Locke

Ein ungewöhnlicher Titel. Meistens erregen ja andere weibliche Körperteile die Aufmerksamkeit der Männerwelt. Hier philosophieren Jerome (Jean-Claude Brialy) und seine alte Freundin Aurora (Aurora Cornu) über Liebe und Freundschaft und die Kids im Umfeld dieses ‘Sommercamps‘ bilden das Betätigungsfeld für praktische Übungen. Der viel ältere Jerome interessiert sich zunächst für Laura (Béatrice Romand), dann für ihre Schwester Claire (Laurence de Monaghan). Man kann es dekadent oder abartig nennen, wenn es für Jerome eine orgiastische Erfüllung ist, seine Hand auf Claires Knie zu legen. Der Narzisst ergötzt sich an seiner Sehnsucht ohne Erfüllung. Ihm geht es nicht um Sex. Was für ihn Verlangen ist, bedeutet für Claire Trost, nachdem Jerome ihr erzählt hat, dass ihr Freund eine andere geküsst hat. Er spielt mit ihr, ebenso wie mit Laura, die sich wegen der fehlenden väterlichen Zuneigung dem alten Jerome gegenüber ein wenig öffnet. Der Mann ist hier selbstverliebt und nicht besonders mutig. Der Film hat sich allerdings noch nie so ausführlich mit den Möglichkeiten und Variationen der Liebe rein theoretisch auseinander gesetzt, so kunstvoll gewebte Gedankenteppiche um das Thema Nummer eins gewebt. Das Jahrtausende alte Männlein-Weiblein-Spiel gerät zu einem artifiziellen Konstrukt, zu einem Tanz auf dem Vulkan, bei dem eine Explosion einkalkuliert wäre, zu der es aber nicht kommt. Heute stellt man so einem amourösen Gedankenspiel eher die Praktikabilität der Nägel mit Köpfen gegenüber und ist von der Endlosdebatte gelangweilt. Dennoch bleibt der Film für viele ein Klassiker wegen seiner Einzigartigkeit. Für mich gehört er in die Box ‘Sachen gibt’s‘!?
geschrieben am 05.08.2014 um 17:27 Uhr
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8martin 

Wasser für die Elefanten - Arme Elefanten

Ein treffenderer Titel wäre wohl gewesen ‘Prügel für Pattinson‘. Diese Zirkus-Schmonzette überzeugt in keinster Weise, obwohl es fast kein Klischee des Genres auslässt. Lediglich Zirkusdirektor Rosenbluth (Christoph Waltz) kann den Film vor dem totalen Absturz retten. Er ist zwar etwas geschwätzig, gibt aber den bestialischen Tierquäler sehr überzeugend, inklusive das von ihm inszenierte Liebesspiel der beiden Turteltauben Reese Witherspoon (Frau Direktor Rosenbluth) und Mädchenschwarm Robert Pattinson (Jacob), auch mal in Zeitlupe. Seine Figur scheint nur dazu angelegt zu sein, die Sympathiewerte für das Liebespaar in die Höhe zu katapultieren. Damit es auch ein Film für die ganze Familie ist, gibt es auch nur keusche Küsse und sanfte Aufeinanderroller. Andererseits gelingt es fast nie, eine Zirkusatmosphäre zu schaffen. Eher ein für die Depression typisches Boxcar-Bertha-Feeling mit dem Zirkus auf Schienen, der sich unentwegt selber feiert. Lediglich die Elefantenkuh Rosie arbeitet an der Zirkusfront. Nach kurzem Chaos erwartet man Rosenbluths Ende und das kommt pünktlich wie das Amen in der Kirche. Auch klar, dass es die gequälte Kreatur ist, die dann zurückschlägt. Das glückliche Happy End ist wunderschön und wird durch eine Retro gefühlsmäßig verfeinert. Dennoch bleibt der Film letztlich an der Oberfläche, trotz zweier kleiner Schocker bleibt er saft- und kraftlos. Und die Lautstärke der deutschen Synchro schwankt zwischen überlaut und mucksmäuschen, mal genuschelt, mal gebrüllt. Keine Werbung fürs Circensische.
geschrieben am 29.07.2014 um 11:07 Uhr
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gensusanh 

Das Jerico-Projekt: Im Kopf des Killers - gensusanh@yahoo.com

Hi. it\'s my pleasure meeting you. My name is Susan Helms. I am US military officer . I will like to get acquainted with you. I am romantic and fun to be with. I am loving,I read your profile and I really wish to indicate my interest,I\'m looking for genuine and meaningful intimate relationships with love, passion and romance. please I\'ll be glad if you send me mail at my email address (gensusanh@yahoo.com) I will send you my pictures and tell you more about myself. i hope to hear from you soon. gensusanh@yahoo.com Susan Helms
geschrieben am 27.07.2014 um 17:02 Uhr
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8martin 

The Raven - Prophet des Teufels - Mord nach Poe

Da man nichts Genaues über das Ende von Edgar Allen Poe weiß, ist es legitim, wenn man eins erfindet. Und wenn das ein Gruselschocker ist, passt es ins Bild. Das hat Regisseur James McTeigue grandios umgesetzt. Neben vielen Beispielen aus Poes Werk beginnt er mit der bekanntesten Figur des Meisters: dem Raben, der immer ‘Nevermore‘ sagte. Es gibt Vergleiche mit zeitgenössischen Kollegen wie Longfellow und Verne. In düsteren Farben gezeichnet entsteht eine Mordserie und eine Liebesgeschichte. Beides durchaus legitim. Der Mörder nimmt sich Poes Kurzgeschichten als Vorlage und eine unglückliche Liebe zu Emily (Alice Eve) ohne Happy End bildet den Motor (Wo ist Emily?) der Handlung. Auch E.A.P. war nicht unbedingt ein Womanizer. Die polizeilichen Ermittlungen unter Detective Fields (Luke Evans) sind nachvollziehbar und dennoch spannend erzählt. John Cusack gibt den Poe beeindruckend echt. Er ähnelt ihm sogar. Der Schwiegervater in spe Brendan Gleeson dient mit seinem Reichtum nur als Kulisse, der den armen Schlucker anfangs nicht leiden kann. So ist es nur konsequent, wenn der Mörder am Ende für Zuschauer und die Filmwelt ein völlig Unbekannter ist. Aber er ist Poes größter Bewunderer: ein Schriftsetzer (Sam Hazeldine): ‘Ich bin ihr Meisterwerk.‘ Ein paar Wendungen drehen noch an der Spannungsspirale bis Poe Emily rettet und stirbt und dann entkommt der Serienmörder…doch nicht. Nettes optisch ansprechendes Schlussbild und ein Zurück zur ersten Einstellung. So macht Grusel Spaß, angelehnt an eine Figur der Literatur.
geschrieben am 16.07.2014 um 18:26 Uhr
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mosquito 

Tammy - Voll abgefahren - Unterhaltsames Road Movie

Eindrucksvoll, wie sich Tammy aus größtem Schlamassel mit Energie und Humor befreit, wobei mir schon ihre Leibesfülle Handicap scheint. Aber schließlich sind wir in Amerika! Auch Oma ist unzimperlich und jugendlich, und doch bringt sie den Gedanken an Schwäche und Sterblicheit in den Film: Durch ihre Alkoholsucht und ihre Unbekümmertheit mit der Einnahme ihrer vielleicht lebenswichtigen Medikamente, welches Verhalten Tochter und letztlich auch Enkelin nötigt, sich Sorgen zu machen.
geschrieben am 14.07.2014 um 18:12 Uhr
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8martin 

Der Löwe im Winter - Heinrichs Söhne

Wir sind in der buntesten Glanzzeit der mittelalterlichen Monarchie in England. Der äußerst lyrische Titel trifft den Kern des Films. Ein alter, mächtiger König Heinrich II. (Peter O’Toole) hat drei Söhne. Nachfolgeproblematik. Bündnisse werden geschlossen, Verrat ist im Spiel, auch Rivalität. Ein Machtpoker, in dem auch die inhaftierte Königin Eleonore (Katherine Hepburn) mitmischt. Damit es noch abwechslungsreicher zugeht, ist der französisch König Phillip II. (Timothy Dalton) anwesend. Und um es etwas zu würzen, hat der alternde König Heinrich noch die junge Geliebte Alais (Jane Merrow ). Bei dieser Konstellation gibt es immer wieder überraschende Wendungen. Dank eines hervorragenden Drehbuchs von James Goldman agieren die Akteure auf verbal geschliffenem Niveau, schwanken abwechselnd zwischen bitterbösem Sarkasmus und ergreifender Emotionalität und verfolgen dabei teuflisch gute Pläne. Beispiel: Bruder John (wird von Richard bedroht): ‘Ein Messer! Er hat ein Messer!‘‘ Eleanor: ‘Natürlich hat er ein Messer. Er hat immer ein Messer. Wir alle haben Messer. Es ist 1183 und wir sind Barbaren.‘ Und auch echte Gefühle werden gezeigt. Hier sind Peter O’Toole und Katherine Hepburn in ihrer immerwährenden Liebe unübertrefflich, zumal wenn sie ansatzlos in geifernden Hass übergehen und zwischen Elternschaft und Machtgier hin und her pendeln. Das Geniale an dieser Inszenierung ist, dass hinter der Verlogenheit die Menschlichkeit durchschimmert, hinter dem Eigennutz die Verletzlichkeit. So bleibt auch die Spannung erhalten, da es immer mehrere Optionen gibt. Elterngespräche über Erziehungsfragen wirken modern, die Schwulenproblematik passt hier nicht so recht ins Bild. Das Zusammentreffen aller sieben Personen ist der dramaturgisch gelungene finale Höhepunkt dieses großartigen Films von 1968.
geschrieben am 16.06.2014 um 13:57 Uhr
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Lea-Zoe 

Maleficent - Die dunkle Fee 2D - besser erst ab 10 Jahre freigeben

Sehr spannend, manchmal bisschen gruselig. Modernes Dornröschen.... wer lieber lachen will und leichte Unterhaltung sucht, sollte sich einen anderen Film aussuchen...
geschrieben am 16.06.2014 um 09:59 Uhr
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8martin 

Rocco und seine Brüder - Sehnsucht nach der Heimat

Dieser Klassiker ist nur mit Abstrichen zu empfehlen. Die Thematik ist sicherlich zeitlos: Familienzusammenhalt, Bruderliebe, die Ehre der eigenen Familie steht über allem. Das Ganze ist in ein sozialkritisches Familiendrama gehüllt mit einem erstklassischen Promi-Ensemble. Nur die Machart nervt mitunter, wenn z.B. in den hochdramatischen Szenen allzu laut und lang anhaltend geschrienen wird oder wenn alle Personen gleichzeitig und nicht gerade auf Zimmerlautstärke mit einander reden – eher auf einander einschreien. Das dient nicht dem Verständnis, wirkt eher Komödiantisch. Manche Szenen sind mit übertriebenen Theatralik eher zum schmunzeln. Witwe Rosaria (Katina Paxinou) zieht mit ihren 5 erwachsenen Söhnen aus Süditalien nach Mailand. Simone (Renato Salvatori) wird Boxer, aber auch Mörder, das ‘Schwarze Schaf‘. Der titelgebende Rocco (Alain Delon), hier ganz sanft und voller brüderlicher Liebe versucht ausgleichend zu vermitteln. Das könnte gelingen wäre da nicht Nadia (Annie Girardot), die Hure mit Herz, die erst von Simone angetan, dann auf Rocco abfährt, der tränenreich auf sie verzichtet. Doch sie wird das Opfer brüderlicher Eifersucht Allein Vincenzo, der Älteste (Spiros Focas) schafft es mit Ginetta (Claudia Cardinale) eine eigene Familie zu gründen. Nur eine kleine Nebenrolle für die Cardinale, die sie aber durchaus mit Charakter ausstattet. Hier wird der Gegensatz zwischen den Norditalienern und denen aus dem Süden, den ‘Negern‘, wie sie sie nennen, deutlich. Der Familie geht es äußerlich immer besser, aber der Zusammenhalt bricht weg. Schuld ist die Großstadt. Es bleibt die Sehnsucht nach der alten Heimat, dem ‘Land der Oliven‘. Teils angestaubt aus den 60er Jahren. Pathetische Dramatik von Gestern.
geschrieben am 14.06.2014 um 18:00 Uhr
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8martin 

Brendan und das Geheimnis von Kells - Ein kleiner Held

Wunderschön gezeichneter und von toller Regie-Choreographie gleitet führt uns dieser Animationsfilm in die Welt der irischen Mythen und Legenden. So kommen das Auge von Columban von Iona sowie der Gott der Unterwelt Cromm Cruach vor. Im Mittelpunkt steht der junge Brendan, der das Buch der Abtei Kells vollenden soll. Sein Onkel, der Abt Cellach mit der Stimme von Brendan Gleeson, will aber lieber eine Mauer als Schutz gegen die bösen Nordmänner bauen. So stehen hier Bildung und Wissen gegen handfeste kriegerische Optionen. Von den Nebenfiguren überzeugt vor allem die Waldfee Aisling. Ihre Verwandlungen und Sturzflüge sind sehr fantasievoll gestaltet. Die bösen Nordmänner erinnern zwar optisch und akustisch etwas an die Orgs erfüllen aber genau wie die bösen schwarzen Wölfe ihre Funktion des Furchterregens. Wenn ein Kreidestrich als Mauer / Schutz in Szene gesetzt wird, ist das beste Animation. Ungewöhnliche Details sind farblich stilsicher auf einander abgestimmt und ergeben ein abgerundetes Bild. Der Film erinnert an eine frühirische Handschrift und befreit sie damit vom Schatten des Vergessens. Inhaltlich ist er für alle Altersgruppen. Mal lustig, mal ernst, einfach nett.
geschrieben am 11.06.2014 um 09:44 Uhr
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