Userkritiken

Kritiken

mosquito 

Tammy - Voll abgefahren - Unterhaltsames Road Movie

Eindrucksvoll, wie sich Tammy aus größtem Schlamassel mit Energie und Humor befreit, wobei mir schon ihre Leibesfülle Handicap scheint. Aber schließlich sind wir in Amerika! Auch Oma ist unzimperlich und jugendlich, und doch bringt sie den Gedanken an Schwäche und Sterblicheit in den Film: Durch ihre Alkoholsucht und ihre Unbekümmertheit mit der Einnahme ihrer vielleicht lebenswichtigen Medikamente, welches Verhalten Tochter und letztlich auch Enkelin nötigt, sich Sorgen zu machen.
geschrieben am 14.07.2014 um 18:12 Uhr
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8martin 

Der Löwe im Winter - Heinrichs Söhne

Wir sind in der buntesten Glanzzeit der mittelalterlichen Monarchie in England. Der äußerst lyrische Titel trifft den Kern des Films. Ein alter, mächtiger König Heinrich II. (Peter O’Toole) hat drei Söhne. Nachfolgeproblematik. Bündnisse werden geschlossen, Verrat ist im Spiel, auch Rivalität. Ein Machtpoker, in dem auch die inhaftierte Königin Eleonore (Katherine Hepburn) mitmischt. Damit es noch abwechslungsreicher zugeht, ist der französisch König Phillip II. (Timothy Dalton) anwesend. Und um es etwas zu würzen, hat der alternde König Heinrich noch die junge Geliebte Alais (Jane Merrow ). Bei dieser Konstellation gibt es immer wieder überraschende Wendungen. Dank eines hervorragenden Drehbuchs von James Goldman agieren die Akteure auf verbal geschliffenem Niveau, schwanken abwechselnd zwischen bitterbösem Sarkasmus und ergreifender Emotionalität und verfolgen dabei teuflisch gute Pläne. Beispiel: Bruder John (wird von Richard bedroht): ‘Ein Messer! Er hat ein Messer!‘‘ Eleanor: ‘Natürlich hat er ein Messer. Er hat immer ein Messer. Wir alle haben Messer. Es ist 1183 und wir sind Barbaren.‘ Und auch echte Gefühle werden gezeigt. Hier sind Peter O’Toole und Katherine Hepburn in ihrer immerwährenden Liebe unübertrefflich, zumal wenn sie ansatzlos in geifernden Hass übergehen und zwischen Elternschaft und Machtgier hin und her pendeln. Das Geniale an dieser Inszenierung ist, dass hinter der Verlogenheit die Menschlichkeit durchschimmert, hinter dem Eigennutz die Verletzlichkeit. So bleibt auch die Spannung erhalten, da es immer mehrere Optionen gibt. Elterngespräche über Erziehungsfragen wirken modern, die Schwulenproblematik passt hier nicht so recht ins Bild. Das Zusammentreffen aller sieben Personen ist der dramaturgisch gelungene finale Höhepunkt dieses großartigen Films von 1968.
geschrieben am 16.06.2014 um 13:57 Uhr
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Lea-Zoe 

Maleficent - Die dunkle Fee 2D - besser erst ab 10 Jahre freigeben

Sehr spannend, manchmal bisschen gruselig. Modernes Dornröschen.... wer lieber lachen will und leichte Unterhaltung sucht, sollte sich einen anderen Film aussuchen...
geschrieben am 16.06.2014 um 09:59 Uhr
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8martin 

Rocco und seine Brüder - Sehnsucht nach der Heimat

Dieser Klassiker ist nur mit Abstrichen zu empfehlen. Die Thematik ist sicherlich zeitlos: Familienzusammenhalt, Bruderliebe, die Ehre der eigenen Familie steht über allem. Das Ganze ist in ein sozialkritisches Familiendrama gehüllt mit einem erstklassischen Promi-Ensemble. Nur die Machart nervt mitunter, wenn z.B. in den hochdramatischen Szenen allzu laut und lang anhaltend geschrienen wird oder wenn alle Personen gleichzeitig und nicht gerade auf Zimmerlautstärke mit einander reden – eher auf einander einschreien. Das dient nicht dem Verständnis, wirkt eher Komödiantisch. Manche Szenen sind mit übertriebenen Theatralik eher zum schmunzeln. Witwe Rosaria (Katina Paxinou) zieht mit ihren 5 erwachsenen Söhnen aus Süditalien nach Mailand. Simone (Renato Salvatori) wird Boxer, aber auch Mörder, das ‘Schwarze Schaf‘. Der titelgebende Rocco (Alain Delon), hier ganz sanft und voller brüderlicher Liebe versucht ausgleichend zu vermitteln. Das könnte gelingen wäre da nicht Nadia (Annie Girardot), die Hure mit Herz, die erst von Simone angetan, dann auf Rocco abfährt, der tränenreich auf sie verzichtet. Doch sie wird das Opfer brüderlicher Eifersucht Allein Vincenzo, der Älteste (Spiros Focas) schafft es mit Ginetta (Claudia Cardinale) eine eigene Familie zu gründen. Nur eine kleine Nebenrolle für die Cardinale, die sie aber durchaus mit Charakter ausstattet. Hier wird der Gegensatz zwischen den Norditalienern und denen aus dem Süden, den ‘Negern‘, wie sie sie nennen, deutlich. Der Familie geht es äußerlich immer besser, aber der Zusammenhalt bricht weg. Schuld ist die Großstadt. Es bleibt die Sehnsucht nach der alten Heimat, dem ‘Land der Oliven‘. Teils angestaubt aus den 60er Jahren. Pathetische Dramatik von Gestern.
geschrieben am 14.06.2014 um 18:00 Uhr
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8martin 

Brendan und das Geheimnis von Kells - Ein kleiner Held

Wunderschön gezeichneter und von toller Regie-Choreographie gleitet führt uns dieser Animationsfilm in die Welt der irischen Mythen und Legenden. So kommen das Auge von Columban von Iona sowie der Gott der Unterwelt Cromm Cruach vor. Im Mittelpunkt steht der junge Brendan, der das Buch der Abtei Kells vollenden soll. Sein Onkel, der Abt Cellach mit der Stimme von Brendan Gleeson, will aber lieber eine Mauer als Schutz gegen die bösen Nordmänner bauen. So stehen hier Bildung und Wissen gegen handfeste kriegerische Optionen. Von den Nebenfiguren überzeugt vor allem die Waldfee Aisling. Ihre Verwandlungen und Sturzflüge sind sehr fantasievoll gestaltet. Die bösen Nordmänner erinnern zwar optisch und akustisch etwas an die Orgs erfüllen aber genau wie die bösen schwarzen Wölfe ihre Funktion des Furchterregens. Wenn ein Kreidestrich als Mauer / Schutz in Szene gesetzt wird, ist das beste Animation. Ungewöhnliche Details sind farblich stilsicher auf einander abgestimmt und ergeben ein abgerundetes Bild. Der Film erinnert an eine frühirische Handschrift und befreit sie damit vom Schatten des Vergessens. Inhaltlich ist er für alle Altersgruppen. Mal lustig, mal ernst, einfach nett.
geschrieben am 11.06.2014 um 09:44 Uhr
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baermann 

Godzilla 3D - Zurück zu den Wurzeln - aber in moderner Optik

Zurück zu den Wurzeln - aber in moderner Optik: So ähnlich lässt sich Edwards \"Godzilla\" kurz beschreiben. Godzilla darf wie in den alten Japan-Monster-Filmen aus den 1960ern gegen ein richtig böses Flugmonster kämpfen, das im Falle seiner Vermehrung den Untergang der Menschheit besiegeln würde. Der überzeugte Single Godzilla kämpft gegen die Familiengründung der anderen Bestien und das sind Riesenmonstern, die sich zu allem Überfluss auch noch von Radioaktivität ernähren. Also wird er im Lauf der Filmhandlung doch auf Seiten der Guten, in dem Falle der Menschen. Die Story ist nicht berauschend, die Schauspieler fast alle unterfordert, aber die Optik, die Effekte, der Sound - das lässt jede andere Schwäche vergessen. Denn mal ehrlich: Wer geht schon in Godzilla, um die hier angedeuteten Familienkonflikte zu reflektieren? Eben, und deshalb lohnt sich der Eintritt allemal. Hätte Godzilla schon in den japanischen Ur-Filmen so ausgesehen, er wäre wesentlich ernster genommen worden.
geschrieben am 16.05.2014 um 11:35 Uhr
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3393 

Yves Saint Laurent - Filmkritik zu YSL

War es ein Zufall, dass das Kinopublikum hauptsächlich aus Damen jenseits der 60 bestand? Für sie waren die im Film gezeigten Modeschauen offenbar reine Nostalgie, wie man am Gemurmel bei der Mondrian-Kollektion und den das Popcorntütengeraschel übertönenden Ausrufen \"Das waren noch Mannequins, keine Models!\" und \"Ihm verdanken wir den Hosenanzug!\" feststellen konnte. Im Film verspricht Saint-Laurents Lebensgefährte den Journalistinnen einen Blick hinter die Kulissen der Haute Couture. Leider blieb er dem Kinopublikum versagt, und die Modenschauen hinterließen das Gefühl, in alten vergilbten Journalen zu blättern (unterstützt durch die Sepia-Farben). Wunderschön, aber irgendwie unverbindlich. Um die Nostalgie zu bremsen und wohl auch um junges Publikum zu gewinnen, nehmen die homosexuellen Szenen einen immer breiteren Raum ein - YCL schien auf seine Homosexualität und seine Drogenabhängigkeit (lebenslange Folge der medizinischen Behandlung eines Nervenzusammenbruchs in jungen Jahren) reduziert zu werden, was der Magie dieses Mannes und seiner Bedeutung für die Geschichte der Mode nun wirklich nicht gerecht wird. Sehenswert ist der Film aber allemal - schon dank des überragenden Pierre Niney in der Titelrolle.
geschrieben am 10.05.2014 um 14:06 Uhr
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8martin 

Eine dunkle Begierde - Wunder über Wunder

Regisseur Cronenberg strapaziert die Zuschauer mit langen Fachsimpeleien. Aber was kann man schon beim Thema Freud - C.G. Jung erwarten. Wenn sich zwei Koryphäen dem Thema der Psychoanalyse von verschiedenen Seiten nähern, geht es um ‘Übertragung‘, ‘Unterdrückung der Lust‘ oder um die Behandlung von sexuellen Zwangsneurosen. Dieser Gedankenaustausch findet hier nun mal in Dialogen statt. Damit es nicht gar zu theoretisch wird, ist noch Jungs Privatleben mit Ehefrau Emma (Sarah Gadon) und der Geliebten, Fräulein Spielrein (Keira Knightley) eingebaut, die hier ihre reifste schauspielerische Leistung abliefert. Die Darstellung ihrer Zwangsneurose geht bis an die Schmerzgrenze. So einen verzerrten Gesichtsausdruck kennt man von ihr sonst nicht. Als Kontrast dazu ist Emma ständig schwanger und ungewöhnlich liberal. Neben Traumdeutungen geht es in den Gesprächen mit Siegmund Freud (Viggo Mortensen) auch um den Zusammenhang von Sexualtrieb und Todestrieb. Der Heilungsprozess von Fräulein Spielrein zur ebenbürtigen Kollegin von C.G. Jung ist nicht leicht nachvollziehbar. Es wird der Eindruck erweckt, als ob der Psychoanalytiker den Rat des Kollegen Groß (Vincent Cassel) beherzigt hätte ‘Gehe nie an einer Oase vorbei, ohne zu trinken.‘ Alle Neurosen seien sexuellen Ursprungs bzw. deren Unterdrückung. Kein Wunder also, dass Fräulein Spielrein von C.G. Jung (Michael Fassbender ) geheilt wird, weil er die Matratzen-Praxis anwendet. Später promoviert sie sogar darüber und bleibt zeit Lebens seine einzige große Liebe. Die Psychoanalyse bleibt hier ein oberflächliches Konstrukt bezüglich ‘einer dunklen Begierde‘. Der Originaltitel spricht von einer ‘gefährlichen Methode‘. Davon spürt man wenig. Hier fährt der Zug eher in Richtung ‘Lourdes‘.
geschrieben am 29.04.2014 um 19:03 Uhr
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8martin 

Herr der Fliegen - Ein kleiner Staat

Die erste (1963), immer noch ganz tolle, werkgetreue Verfilmung des Romans von William Golding. Recht unspektakulär lässt Peter Brook, der eigentlich in der klassischen Theaterwelt zu Hause ist, diese Parabel von Macht und Massenhysterie, sowie die Mechanismen der Verführbarkeit im Überlebenskampf sich entwickeln. Es ist ein kleines Universum mit Versammlungen und Regeln auf einer einsamen Insel, in dem die gestrandeten Internatsschüler vorübergehend leben. Als sei sie im Innern der Menschen verankert, entsteht eine Gesellschaftsform, die in manchen Dingen der unseren nicht unähnlich ist. Optional sind darin enthalten solche Phänomene wie Diktatur, Hahnenkämpfe der Anführer, ein Prügelknabe, der als Außenseiter alle Schuld auf sich nehmen muss. Vernunftgesteuerte Rationalisten, die nicht besonders beliebt sind, Populisten denen das vordergründige Glück nur so zufällt wie z.B. bei der Nahrungsbeschaffung und eine dem Erfolgreichen nachlaufende Mehrheit. Besonders eindrucksvoll wird die systemerhaltende Notwendigkeit eines Götzen (Titel!) geschildert. Wer den Popanz durchschaut, muss sterben. Dabei bleibt die Frage offen: Mord oder Zufall? Ohne zu Werten wird erzählt und jeder kann sich seinen eigenen Reim auf die Ereignisse machen. Auch das Ende steht unkommentiert im Raum: eine Tatsache einfach, ohne Wenn und Aber. Die Kamera ist es, die erzählt in s/w ein immer noch aktuelles und immer noch wichtiges gesellschaftliches Lehrstück.
geschrieben am 18.04.2014 um 14:12 Uhr
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Beku 

Nymph()maniac - Teil 2 - Abgründe der Sexsucht?

Im zweiten Teil tritt nun Charlotte Gainsbourg selbst auf und der Film gewinnt mit düsteren Szenen an Eindringlichkeit, ohne pornographisch, moralisierend oder unmäßig brutal zu werden. Der Masochismus der Sexsucht der Protagonistin spitzt sich weiter zu. Der Kinofilm ist jedoch bei einigen Szenen entschärft worden. Dennoch bleiben genug belastende Szenen, um den Zuschauern die tragische Entwicklung nahezubringen. Ihre Beziehung zu Jerome, die Schwangerschaft und die Monate mit ihrem Sohn können die Protagonistin nicht daran hindern, weiter in die Selbstzerstörung abzugleiten, die auch zur Trennung von Mann und Kind führt. Der Film führt die Zuschauer in die Abgründe der Sexsucht. Interessant die Geschichte, wie sie versucht, für ihre Arbeit als Schuldeneintreiberin eine von ihr emotional, später auch sexuell abhängige Schülerin als Nachfolgerin einzuweisen. In diesem Rahmen auch eine Passage zu Kinderpornographie, die überzeugend dargestellt wird. Etwas oberflächlich der Exkurs zu einem Therapieversuch, dessen Scheitern aber nachvollziehbar ist. Schließlich ein schockierendes, aber letztlich konsequentes Ende, das eine schlussendliche Versöhnung mit der inzwischen gealterten Protagonistin und ihrem verklemmt intellektuellen Gesprächspartner Seligmann verhindert.
geschrieben am 13.04.2014 um 19:04 Uhr
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