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Yves Saint Laurent - Filmkritik zu YSL

War es ein Zufall, dass das Kinopublikum hauptsächlich aus Damen jenseits der 60 bestand? Für sie waren die im Film gezeigten Modeschauen offenbar reine Nostalgie, wie man am Gemurmel bei der Mondrian-Kollektion und den das Popcorntütengeraschel übertönenden Ausrufen \"Das waren noch Mannequins, keine Models!\" und \"Ihm verdanken wir den Hosenanzug!\" feststellen konnte. Im Film verspricht Saint-Laurents Lebensgefährte den Journalistinnen einen Blick hinter die Kulissen der Haute Couture. Leider blieb er dem Kinopublikum versagt, und die Modenschauen hinterließen das Gefühl, in alten vergilbten Journalen zu blättern (unterstützt durch die Sepia-Farben). Wunderschön, aber irgendwie unverbindlich. Um die Nostalgie zu bremsen und wohl auch um junges Publikum zu gewinnen, nehmen die homosexuellen Szenen einen immer breiteren Raum ein - YCL schien auf seine Homosexualität und seine Drogenabhängigkeit (lebenslange Folge der medizinischen Behandlung eines Nervenzusammenbruchs in jungen Jahren) reduziert zu werden, was der Magie dieses Mannes und seiner Bedeutung für die Geschichte der Mode nun wirklich nicht gerecht wird. Sehenswert ist der Film aber allemal - schon dank des überragenden Pierre Niney in der Titelrolle.
geschrieben am 10.05.2014 um 14:06 Uhr
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8martin 

Eine dunkle Begierde - Wunder über Wunder

Regisseur Cronenberg strapaziert die Zuschauer mit langen Fachsimpeleien. Aber was kann man schon beim Thema Freud - C.G. Jung erwarten. Wenn sich zwei Koryphäen dem Thema der Psychoanalyse von verschiedenen Seiten nähern, geht es um ‘Übertragung‘, ‘Unterdrückung der Lust‘ oder um die Behandlung von sexuellen Zwangsneurosen. Dieser Gedankenaustausch findet hier nun mal in Dialogen statt. Damit es nicht gar zu theoretisch wird, ist noch Jungs Privatleben mit Ehefrau Emma (Sarah Gadon) und der Geliebten, Fräulein Spielrein (Keira Knightley) eingebaut, die hier ihre reifste schauspielerische Leistung abliefert. Die Darstellung ihrer Zwangsneurose geht bis an die Schmerzgrenze. So einen verzerrten Gesichtsausdruck kennt man von ihr sonst nicht. Als Kontrast dazu ist Emma ständig schwanger und ungewöhnlich liberal. Neben Traumdeutungen geht es in den Gesprächen mit Siegmund Freud (Viggo Mortensen) auch um den Zusammenhang von Sexualtrieb und Todestrieb. Der Heilungsprozess von Fräulein Spielrein zur ebenbürtigen Kollegin von C.G. Jung ist nicht leicht nachvollziehbar. Es wird der Eindruck erweckt, als ob der Psychoanalytiker den Rat des Kollegen Groß (Vincent Cassel) beherzigt hätte ‘Gehe nie an einer Oase vorbei, ohne zu trinken.‘ Alle Neurosen seien sexuellen Ursprungs bzw. deren Unterdrückung. Kein Wunder also, dass Fräulein Spielrein von C.G. Jung (Michael Fassbender ) geheilt wird, weil er die Matratzen-Praxis anwendet. Später promoviert sie sogar darüber und bleibt zeit Lebens seine einzige große Liebe. Die Psychoanalyse bleibt hier ein oberflächliches Konstrukt bezüglich ‘einer dunklen Begierde‘. Der Originaltitel spricht von einer ‘gefährlichen Methode‘. Davon spürt man wenig. Hier fährt der Zug eher in Richtung ‘Lourdes‘.
geschrieben am 29.04.2014 um 19:03 Uhr
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8martin 

Herr der Fliegen - Ein kleiner Staat

Die erste (1963), immer noch ganz tolle, werkgetreue Verfilmung des Romans von William Golding. Recht unspektakulär lässt Peter Brook, der eigentlich in der klassischen Theaterwelt zu Hause ist, diese Parabel von Macht und Massenhysterie, sowie die Mechanismen der Verführbarkeit im Überlebenskampf sich entwickeln. Es ist ein kleines Universum mit Versammlungen und Regeln auf einer einsamen Insel, in dem die gestrandeten Internatsschüler vorübergehend leben. Als sei sie im Innern der Menschen verankert, entsteht eine Gesellschaftsform, die in manchen Dingen der unseren nicht unähnlich ist. Optional sind darin enthalten solche Phänomene wie Diktatur, Hahnenkämpfe der Anführer, ein Prügelknabe, der als Außenseiter alle Schuld auf sich nehmen muss. Vernunftgesteuerte Rationalisten, die nicht besonders beliebt sind, Populisten denen das vordergründige Glück nur so zufällt wie z.B. bei der Nahrungsbeschaffung und eine dem Erfolgreichen nachlaufende Mehrheit. Besonders eindrucksvoll wird die systemerhaltende Notwendigkeit eines Götzen (Titel!) geschildert. Wer den Popanz durchschaut, muss sterben. Dabei bleibt die Frage offen: Mord oder Zufall? Ohne zu Werten wird erzählt und jeder kann sich seinen eigenen Reim auf die Ereignisse machen. Auch das Ende steht unkommentiert im Raum: eine Tatsache einfach, ohne Wenn und Aber. Die Kamera ist es, die erzählt in s/w ein immer noch aktuelles und immer noch wichtiges gesellschaftliches Lehrstück.
geschrieben am 18.04.2014 um 14:12 Uhr
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Beku 

Nymph()maniac - Teil 2 - Abgründe der Sexsucht?

Im zweiten Teil tritt nun Charlotte Gainsbourg selbst auf und der Film gewinnt mit düsteren Szenen an Eindringlichkeit, ohne pornographisch, moralisierend oder unmäßig brutal zu werden. Der Masochismus der Sexsucht der Protagonistin spitzt sich weiter zu. Der Kinofilm ist jedoch bei einigen Szenen entschärft worden. Dennoch bleiben genug belastende Szenen, um den Zuschauern die tragische Entwicklung nahezubringen. Ihre Beziehung zu Jerome, die Schwangerschaft und die Monate mit ihrem Sohn können die Protagonistin nicht daran hindern, weiter in die Selbstzerstörung abzugleiten, die auch zur Trennung von Mann und Kind führt. Der Film führt die Zuschauer in die Abgründe der Sexsucht. Interessant die Geschichte, wie sie versucht, für ihre Arbeit als Schuldeneintreiberin eine von ihr emotional, später auch sexuell abhängige Schülerin als Nachfolgerin einzuweisen. In diesem Rahmen auch eine Passage zu Kinderpornographie, die überzeugend dargestellt wird. Etwas oberflächlich der Exkurs zu einem Therapieversuch, dessen Scheitern aber nachvollziehbar ist. Schließlich ein schockierendes, aber letztlich konsequentes Ende, das eine schlussendliche Versöhnung mit der inzwischen gealterten Protagonistin und ihrem verklemmt intellektuellen Gesprächspartner Seligmann verhindert.
geschrieben am 13.04.2014 um 19:04 Uhr
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Filmfreund 
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Ekel (Blu-Ray + DVD) - Polanski zeigt...

Roman Polanski zeigt schon in diesem frühen Werk, dass er der Meister des psychologischen Horrorthrillers ist.
geschrieben am 13.04.2014 um 14:27 Uhr
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Filmfreund 
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¡Hasta la vista, Sister! - Ach ja

ist doch ganz nett, wenn auch nicht viel mehr. Immerhin sympathische Charaktere und gewohnt eingängige Son-Musik
geschrieben am 13.04.2014 um 14:25 Uhr
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Schantra 
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Captain America 2 - The Return of the First Avenger 3D - Passt in die Reihe

Ein Marvel Film, der wie die anderen neuen Superheldenfilme zum nächsten Avengers hinführt. Die Geschichte um Steve und diesmal auch um die Organisation S.H.I.L.D. ist im üblichen Stiel der Marvel-Werke gehalten und enthält somit keine neuen Strukturen. Jedoch ist diese Erzählart alt-bewehrt und baut Spannung auf. Die Musik und Effekte sind klasse eingesetzt, doch der 3D-Effekt ist unauffällig. Daher würde mir eine 2D Version im Kino reichen. Es wird viel Wert auf das Große ganze gelegt und nur wenig auf die einzelnen Personen geschaut. Das ist nicht störend, da man die Charaktäre bereits aus den vorangegangenen Filmen kennt. Der Film ist zu Empfehlen, für Marvel- und Helden-Fans.
geschrieben am 11.04.2014 um 12:39 Uhr
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Lea-Zoe 

Free Birds - Esst uns an einem anderen Tag! - Freiheit für Truthähne

Reggie und Jake, die beiden Hauptdarsteller-Truthähne entführen uns in die Vergangenheit, wohin sie mit einer sehr originellen Zeitmaschine reisen. Die Szenerie um diese Maschine ist ziemlich spannend, aber auszuhalten. Witzig ist der Film allemal, die Gags und auch die Figuren selbst machen Spass. Natürlich bleibt einem der Blick auf eine Truthahn-Fabrik des 21. Jahrhunderts nicht erspart, was berechtigterweise zum Nachdenken über den Fleischkonsum anregt. Trotzdem ein lustiger Film mit vielen Jokes für Kinder ab 6 Jahren und ihre erwachsenen Bgleiter.
geschrieben am 27.03.2014 um 08:53 Uhr
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Lea-Zoe 

Antboy - Der Biss der Ameise - Achtung Ameisen!

Die Story ist ziemlich \"phantastisch\", macht aber Spass. Toll ist die parallel verlaufende \"Lovestory\", bei der die angehenden Teenies angesprochen sind. Der Floh ist zeitweise etwas zu krass... Dennoch gute Kinounterhaltung und für Kinder geeignet. Ob ich mit kleineren Kindern reingehen würde, hängt davon ab, ob diese eher zart besaitet sind, oder nicht.
geschrieben am 27.03.2014 um 08:44 Uhr
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Lea-Zoe 

Rio 2 - Dschungelfieber 2D - .... ab nach Rio!!!

Wir durften die Pre-View von Rio 2 in 3 D sehen und sind begeistert: Geniale nahezu fotorealistische Landschaften und Szenerien. Witzige Gags, die Klein und Groß zum Lachen bringen und detailverliebte Charaktere. Jeder für sich sehenswert. Die Spannung ist so aufgebaut, dass auch kleinere Kinder damit gut umgehen können und von der ersten bis zur letzten Minute Spass haben. Ein farbenfrohes Spektakel. FAZIT: unbedingt ansehen!
geschrieben am 27.03.2014 um 08:39 Uhr
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