Miracle - Das Wunder von Lake Placid - 2004 | FILMREPORTER.de
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Miracle - Das Wunder von Lake Placid

Medium: Leih LeihDVD
OriginaltitelMiracle
GenreDrama
Land & Jahr USA 2004
Verleih ab    21.10.2004 (Buena Vista Home Entertainment)
FSK & Länge ab 6 Jahren • 130 min.
RegieGavin O'Connor
DarstellerKurt Russell, Patricia Clarkson, Noah Emmerich, Sean McCann, Kenneth Welsh, Eddie Cahill
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenGalerieDVDsbewerten
DVD Extras: Making Of "Miracle - Das Wunder von Lake Placid" • Entfallene Szenen

Sentimentales Popcorn-Kino aus Hollywood

Bei den olympischen Winterspielen 1980 in Lake Placid gelingt der amerikanischen Eishockeymannschaft ein sportliches Wunder: Das unerfahrene Team von Trainer Herb Brooks (Kurt Russell) schlägt die als unbesiegbar gerühmten Spieler der Sowjetunion. Nicht nur auf dem Eis ist diese Sensation für die USA von großer Bedeutung - die Supermacht ist aus den in vielerlei Hinsicht verheerenden 1970er Jahren mit deutlich angeschlagenem Selbstbewusstsein hervorgegangen.

Das Desaster des Vietnam-Kriegs, der Watergate-Skandal, die Ölkrise, die Afghanistan-Invasion der Russen und das Geiseldrama im Iran haben unangenehme Spuren auf dem Star Spangled Banner hinterlassen. Da ist das Wunder von Lake Placid Balsam für die verletzte Seele der Nation. Identifikationsfigur dieses Triumphes ist vor allem der unkonventionelle Trainer Herb Brooks, der seinen Jungs stoisch harte Disziplin predigt, der unbeirrbar und ohne Rücksicht auf seine persönliche Situation für das Unmögliche kämpft. Im Alleingang wählt er die Spieler für sein Olympia-Team aus und macht innerhalb von sieben Monaten aus einer Horde Amateure eine schlagkräftige Mannschaft. Brooks bringt den Underdogs um Teamkapitän Mike Eruzoni (Patrick O'Brien Demsey) und Torhüter Jim Craig (Eddie Cahill) im knochenharten Training bei, ihre Egos in den Dienst des Teams zu stellen. Gegen die finsteren Russen gelingt in Lake Placid dann das Unfassbare. "Do you believe in miracles?" fragt Reporter Al Michaels (der sich selbst spielt) sein Publikum - die Antwort ist nicht zu überhören.
Amerikas Antwort auf das "Das Wunder von Bern" - so kommt einem "The Miracle" natürlich hierzulande vor. Tatsächlich sind die Parallelen nicht zu übersehen: 1980 hatten die USA eine nationale Identifikationsmöglichkeit ähnlich nötig wie Deutschland 1954, Trainer Brooks gleicht dem "Chef" Sepp Herberger, und Al Michaels' Kommentar war Amerikas "Aus dem Hintergrund könnte Rahn schießen".

Dass diese Geschichte ausgerechnet jetzt ins Kino kommt, ist sicher kein Zufall. Die Amerikaner strömten denn auch massenhaft in die Multiplexe, um sich ihre Portion Nationalstolz abzuholen. Wie man es von einer Disney-Produktion erwartet, spart "The Miracle" nicht an Pathos. Die glatte, perfekte Inszenierung trägt gerne dick auf und verzettelt sich nicht mit den vielen potentiellen Nebenhandlungen. Im Mittelpunkt steht unangefochten Herb Brooks, für dessen Darstellung Kurt Russell von den amerikanischen Filmkritikern viel Lob erfahren hat. Nur er bekommt großzügig Raum für seine persönliche Geschichte, seine Konflikte mit Familie und Ehefrau (Patricia Clarkson) werden in aller Ausführlichkeit behandelt. Wie man es von derartigen Sportdramen gewöhnt ist, gipfelt die Story in einem halbstündigen Spektakel in der Arena. Spätestens da dürfte es "The Miracle" mit seinem frenetischen "U.S.A."-Jubel derzeit schwer haben in den deutschen Kinos. Aber wer weiß, ob die Amerikaner mit dem "Wunder von Bern" etwas anfangen könnten.
Miracle - Das Wunder von Lake Placid

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