Ein Zuhause am Ende der Welt - 2004 | FILMREPORTER.de
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Ein Zuhause am Ende der Welt

Medium: Leih LeihDVD
OriginaltitelA Home at the End of the World
GenreDrama, Romanze
Land & Jahr USA 2004
Verleih ab    12.05.2005 (EuroVideo Medien)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 93 min.
RegieMichael Mayer
DarstellerColin Farrell, Dallas Roberts, Robin Wright, Sissy Spacek, Matt Frewer, Ryan Donowho
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Colin Farrell in überraschend sensibler Rolle

In den späten 60ger Jahren bemüht sich Bobbys Familie (Colin Farrell) offen für Neuerungen zu sein - Drogen und freie Liebe inbegriffen. die Eltern von Jonathan (Dallas Roberts) führten dagegen ein althergebrachtes, den gesellschaftlichen Regeln entsprechenden Lebenswandel. Die Jungs kennen sich seit ihrer Schulzeit. Als Kind wurde Bobby Zeuge wie sein geliebter Bruder durch einen Unfall ums Leben kam, auch die Mutter stirbt früh. Als auch noch Bobbys Vater das Zeitliche segnet, nimmt ihn Jonathans Familie mit offenen Armen auf. Hier findet er Halt, erfährt eine Stabilität, die er zuvor nicht kannte. Er wird als festes Familienmitglied akzeptiert. Besonders Mutter Alice (Sissy Spacek) ist von ihm angetan. Dass die Jungs weit mehr als eine tiefe Freundschaft verbindet, wird immer klarer. Beide wissen mit ihren homosexuellen Gefühlen jedoch nicht umzugehen. Bobby will einfach nur, dass alle um ihn herum glücklich sind. Jonathan begibt sich derweil auf eine Suche nach sich selbst. Den einen verschlägt es nach New York in eine Wohngemeinschaft, in der auch die offene und frei denkende Claire (Robin Wright Penn) zu Hause ist. Der andere verdingt sich als Bäcker. Als Bobby Jonathan in New York besucht, wird es kompliziert. Obwohl Claire und Jonathan nur eine platonische Beziehung führen, knistert es zwischen ihnen gehörig. Doch dann verliebt sich Claire ausgerechnet in den in Liebesdingen noch unerfahrenen Bobby. Jonathan vergnügt sich mit wechselnden Lovern. Glücklich ist keiner der beiden.
Der Tod spielt in dem auf Michael Cunninghams gleichnamigen Roman basierenden Drama eine zentrale Rolle. Todesfälle und Beerdigungen führen die beiden Protagonisten immer wieder zusammen. Colin Farrell überrascht mit seiner sensiblen Darstellung des schüchternen Kochs, der alle mit seinem Charme verzaubert und sich doch vor dem Alleinsein fürchtet. Cunningham wurde für "The Hours" mit dem Pulitzerpreis geehrt. Es wird gemunkelt, dass seine bisherigen Werke wegen ihrer homosexuellen Thematik nie auch nur in die Nähe einer solchen Auszeichnung gekommen seien. Dabei steht "A Home At The End Of The World" qualitativ dem Vorgänger in nichts nach. Die Figuren sind lebensnah gezeichnet, die Geschichte nicht vorhersehbar und genau wie Bobby entfaltet Mayer die Story entgegen gängigen Hollywoodkonventionen. Bei ihm wirkt die ungewöhnliche Dreiecksgeschichte frisch, ist eine Hommage an das Leben, die Liebe und die Familie ohne in altbackene Klischees abzurutschen. Michael Mayer setzte bei seinem Regiedebüt nicht nur auf Cunninghams Buchvorlage, er verpflichtete den Autor auch für die Drehbuchbearbeitung. Anders als beim mit Stars gepflasterten "The Hours" ist "Ein Zuhause am Ende der Welt" eher als kleines Independent-Kino konstruiert. Mayer zeigt die aufblühende Homosexualität der beiden Teenager unverkrampft, macht keinen komplizierten moralischen Akt aus ihrem Coming Out. "Ein Zuhause am Ende der Welt" überzeugt nicht nur durch ausgezeichnete Schauspielleistungen sondern durch eine fühlbare Atmosphäre und die mitreißende Geschichte. Jede Szene ist mit Leben und Ehrlichkeit gefüllt. Wenn man ihm eins vorwerfen kann dann, dass er es geschafft hat, was so vielen vor ihm nicht gelang: Er zeigt eine Geschichte, die nicht nur tragisch und dramatisch ist, sondern auch Sympathien für die Charaktere und deren Lebensstil weckt und es schafft, und mit seinem Witz und seinem humanistischen Anliegen die Herzen berührt.
Ein Zuhause am Ende der Welt

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