Das Andechser Gefühl - 1974 | FILMREPORTER.de
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Das Andechser Gefühl

OriginaltitelDas Andechser Gefühl
GenreDrama
Land & Jahr BRD 1974
FSK & Länge ab 16 Jahren • 68 min.
RegieHerbert Achternbusch
DarstellerHerbert Achternbusch, Margarethe von Trotta, Barbara Gass, Walter Sedlmayr, Reinhard Hauff, Ingrid Gailhofer
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Herbert Achternbuschs provokatives Regiedebüt

"Zehn Jahre warte ich auf die Filmschauspielerin und sie kommt nicht". Lethargisch deklamiert der Lehrer (Herbert Achternbusch) diesen Satz. Sein Blick richtet sich in die Weite, über die Andechser Landschaft hinaus. "Ich lebe nur noch einen Tag und sie kommt nicht." Morgen wird er sterben. Er ist ein Lehrer, der vor Prüfungen eine Todesangst hat. Morgen wird eine Kommission seine Fähigkeiten im Unterricht prüfen. Auch seine Frau bangt vor der Beurteilung. Denn sie kann sich ein Leben ohne die finanzielle Sicherheit des Beamten nicht vorstellen. Der Lehrer interessiert sich nicht für ihre Ängste. Er sitzt und trinkt Andechser Bier. Nach einer kurzen, leidenschaftslosen Stunde mit der Kellnerin (Ingrid Gailhofer) sitzt er bei seiner dritten Maß und träumt von der Schauspielerin. Er will das Andechser Gefühl nochmal spüren: Das Gefühl, das wir nicht allein sind.
In seinem Regiedebüt versucht der Maler und Dichter Herbert Achternbusch eine Emotion in Bildern einzufangen. Der Traum und die süße Sehnsucht, die er einen spüren lässt, schlagen in Verzweiflung um, als er geplatzt ist. Sehr melancholisch, ja bedrückend beginnt Achternbuschs Film. Kurz hellt die Stimmung auf. Die Anwesenheit der Traumfrau ist auch optisch durch die helle gelbe Farbe ihres Kleides gekennzeichnet. Die Bilder bleiben meist statisch, auch sonst ist wenige Bewegung im Film - ein Stilmittel, um die Stagnation im Leben der Figuren auszudrücken. Es finden sich zahlreiche religiöse Symbole, die Achternbusch bewusst provokant einsetzt. Sozialkritische Noten gehören ebenfalls zu seinem Repertoire. "Der Grund meiner Unterwerfung ist die Selbstsorge." Die Figuren reden, als würden sie Gedichte vortragen. Die Repliken beziehen sich meist nicht aufeinander. Trotz der absurden Momente schafft es Herbert Achternbusch, den Zuschauer in seine emotionale Welt zu entführen.
Das Andechser Gefühl

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