Die flambierte Frau - 1983 | FILMREPORTER.de
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Die flambierte Frau

OriginaltitelDie flambierte Frau
GenreDrama, Erotik
Land & Jahr Deutschland 1983
Kinostart    10.06.1983 (Arthaus Filmverleih)
FSK & Länge ab 16 Jahren • 99 min.
RegieRobert van Ackeren
DarstellerGudrun Landgrebe, Mathieu Carrière, Hanns Zischler, Gabriele Lafari, Walther Busch, Matthias Fuchs
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Eva (Gudrun Landgrebe) hat genug von Ihrem spießbürgerlichen Ehemann. Die Literaturwissenschaftlerin verläst de finanzielle und soziale Sicherheit ihrer Ehe, zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus. Einen bürgerliche Anstellung strebt sie jedoch nicht an, stattdessen verdingt sich die attraktive Mittdreißigerin als Luxushure. Der Lebensstandard ist gesichert, alles läuft ganz gut, auch mit der Doktorarbeit kommt sie gut voran. Eva entdeckt ihr Talent,Männer zu beheschen, bald spezialisiert sie sich auf sadomasochistische Rollenspiele, wird zur Domina. Die Beherrschung des 'starken' Geschlechts liegt ihr. Mit dem selbstbewussten Anspruch die bestbezahlte Hure zu sein, "weil ich den Männern am wenigsten biete", schockt sie auch ihren Ehemann, als dieser sie mit ihrem 'Beruf' konfrontiert. Dann begegnet sie dem attraktiven Callboy Chris (Mathieu Carrière) - die Liebesdiener verlieben sich schnell ineinander. Zusammen bauen sie ein Geschäft auf, mieten eine luxuriöse Liebeshöhle an, wo sie ihre Kunden empfangen. Chris' Eifersucht machen dem Paar aber bald zu schaffen. Er kann bald nicht glauben, dass Eva ihre überdurchschnittlichen Einnahmen zu erzielen weiß, ohne den Freier wirklich körperliche Kontakte zu erlauben.
Gudrun Landgrebe wird für ihre Verkörperung der Luxushure Eva gleichermaßen gelobt wie beschimpft. Die Moralvorstellungen sind in der BRD trotz APO nur wenig enttabuisiert und modernisiert. Die Vorstellung, eine Prostituierte könnte ihren weithin verachteten 'Beruf' aus freien Stücken ausüben und nicht aus Zwang, Verwahrlosung oder wirtschaftliche Not, führt zu Kontroversen nicht nur in konservativen Kreises und der per Definition Lustfeindlichen katholischen Kirche. Protagonistin Eva ist selbstbewusst und gebildet. Sie entstammt ganz offensichtlich dem Bildungsbürgertum. Dass ausgerechnet sie sich freiwillig auf sadomasochistische Sexualpraktiken einlässt, ist für viele nicht leicht zu verdauen. Doch Regisseur Robert van Ackeren geht noch einen Schritt weiter und stellt Landgrebe mit der Figur des Callboy Chris, lasziv dargestellt von Mathieu Carrière, einen weiteren personalisierten Tabubruch an die Seite. Eine männliche Hure, die sich männlichen und weiblichen Freiern gleichermaßen verkauft ist im Film bis dato selten zu finden. Filmisch ist van Ackeren keineswegs revolutionär. Seine Filme zeichnen sich vielmehr mit ihrem durchgestylten Look, dem für damalige (deutsche) Verhältnissen ungewohntem Streben nach technischer Perfektion und der eher evolutionären Weiterentwicklung des Filmemachens aus. Sein fein entwickelter Humor hat gerade in der "flambierten Frau" stark spöttische Züge. Obwohl Sexualität in allen seinen Formen in seinem Werk ein wiederkehrendes Thema darstellt, verzichtet er weitgehend auf explizite oder voyeuristische Darstellung. Frauen sind meist nicht nur die Hauptfiguren seiner Filme, wie Eva sind sie auch selten die Getriebenen, treiben vielmehr selbst die Handlung voran. Damit propagiert er ein modernes Frauenbild. Kein Wunder dass das Drama nicht nur in den deutschen Feuilletons erfolgreich ist, sondern auch sich auch an den Kinokassen bewährt.

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