Fahrraddiebe - 1948 | FILMREPORTER.de
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Fahrraddiebe

OriginaltitelLadri di biciclette
GenreDrama
Land & Jahr Italien 1948
KinoDeutschland
RegieVittorio de Sica
DarstellerGiovanni Corporale, Memmo Carotenuto, Eolo Capritti, Nando Bruno, Ida Bracci Dorati, Giulio Battiferri
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Vittorio de Sicas Meisterwerk des Neorealismus

Rom in den Nachkriegsjahren. Der arbeitslose Antonio Ricci (Lamberto Maggiorani) lebt mir seiner Frau Maria (Lianella Carell) und Söhnchen Bruno (Enzo Staiola) in bitterer Armut. Ein Stellenangebot verheißt unverhofft Rettung: Ricci soll als Plakatkleber arbeiten. Bedingung ist, dass er die täglichen Touren auf seinem eigenen Fahrrad absolviert. Doch sein Rad befindet sich im Leihhaus und muss erst ausgelöst werden.

So gut sich der erste Arbeitstag auch anlässt, so katastrophal ist der weitere Verlauf: Riccis Fahrrad wird gestohlen. Mit dem Rad verliert der Familienvater seine Existenzgrundlage. Verzweifelt durchstreift er mit dem kleinen Bruno das Stadtgebiet Roms, um die Fahrraddiebe zu stellen. Die Verfolgungsjagd führt Vater und Sohn an so unterschiedliche Orte wie einen Fahrradmarkt, eine Kirche, ein Freudenhaus und die Wohnung einer Wahrsagerin. Unterwegs glaubt Ricci, den Dieb seines Fahrrads zu entdecken, kann dem Beschuldigten die Tat jedoch nicht nachweisen. Zermürbt und voller Existenzangst wird Ricci selbst zum Fahrraddieb. Nachdem er Bruno weggeschickt hat, bemächtigt er sich des Rads eines Passanten und fährt davon. Bruno hat den Diebstahl aus der Ferne beobachtet und folgt seinem Vater. So muss er miterleben, wie Riccis Flucht ein jähes Ende findet. Obwohl der Eigentümer des gestohlenen Rads auf eine polizeiliche Untersuchung verzichtet, steht der beschämte Ricci vor seinem Sohn fortan als Dieb da.
Vittorio de Sicas "Fahrraddiebe" ist ein Meilenstein des italienischen Neorealismus. Um die Darstellung sozialer Missstände möglichst eindringlich zu gestalten, lässt De Sica die Filmateliers hinter sich und dreht stattdessen an Außenmotiven im Stadtbild Roms. Keine monumentalen Sehenswürdigkeiten der Ewigen Stadt stehen dabei im Mittelpunkt, sondern die Elendsquartiere der einfachen Arbeiter und Tagelöhner. Straßenszenen machen einen Großteil der Filmhandlung aus, bilden sie doch den Hintergrund für die verzweifelte Suche des Protagonisten nach seinem gestohlenen Fahrrad.

Für die visuelle Dynamik sorgen Kamerafahrten, schnelle Schnitte und Großaufnahmen der Protagonisten. Die karge Kamera verzichtet auf eine beschönigende Darstellung der Außenmotive und entwirft ein tristes Schwarzweiß-Bild des porträtierten Kleine-Leute-Milieus. In Italien wie international avanciert "Fahrraddiebe" zum Sensationserfolg: 1950 wird die Produktion mit einem Golden Globe für den besten ausländischen Film ausgezeichnet und erhält eine Oscar-Nominierung für das beste Drehbuch. Die Hauptrolle besetzt Regisseur De Sica mit Lamberto Maggiorani, der als Laiendarsteller zum Film stößt und Mitte der 1950er Jahre in der populären "Don Camillo und Peppone"-Reihe mitwirkt.
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