Rumble Fish - 1983 | FILMREPORTER.de
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Rumble Fish

OriginaltitelRumble Fish
GenreAction
Land & Jahr USA 1983
Kinostart    03.08.1984
FSK & Länge ab 16 Jahren • 94 min.
RegieFrancis Ford Coppola
DarstellerMatt Dillon, Mickey Rourke, Dennis Hopper, Diana Scarwid, Nicolas Cage, Chris Penn
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Progressives Drama von Francis Ford Coppola

Rusty James (Matt Dillon) ist der aufmüpfige, etwas naive Anführer einer Jugendgang, die in der tristen Vorort einer Industriestadt ihr Unwesen treibt. Straßenschlägereien gehören hier zum Alltag. Dabei eifert Rusty in jeder Hinsicht seinem verschwundenen Bruder (Mickey Rourke) nach, der in der Gegend einen legendären Ruf genießt. Als Rusty bei einer Auseinandersetzung durch einen Messerstich schwer verletzt wird, erscheint sein großer Bruder wieder auf der Bildfläche und hilft ihm aus der Bredouille.

Im Verlauf der Geschichte schafft es der unbelehrbare Sturkopf immer wieder in Schwierigkeiten zu kommen. Er wird von der Schule verwiesen, verliert seine Freundin und seinen Platz als unangefochtener Anführer der Gang. Dabei ist sein ganzes Streben doch nur darauf ausgerichtet, aus dem Schatten seines Bruders zu treten.

Dem ist klar, dass nur er seinen widerspenstigen kleinen Bruder auf den richtigen Weg führen kann, denn die Mutter hat die Familie schon lange verlassen und der dem Alkohol verfallene Vater (Dennis Hopper) ist den Brüdern kein Vorbild. Dafür muss der große Bruder seinen Mythos entzaubern. Mit seiner melancholischen und gleichgültigen Art versucht er, die Sicht seines kleinen Bruders zu ändern.
In den 1970er Jahren feiert Regisseur Francis Ford Coppola seine größten Erfolge. Auf "Der Pate" aus dem Jahr 1972 folgt zwei Jahre später die ebenso hoch gelobte Fortsetzung "Der Pate 2". 1979 liefert der Oscar-Preisträger mit dem Antikriegsfilm "Apocalypse Now" einen der ausdrücklichsten und einflussreichsten Filme seiner Zeit. Im darauf folgenden Jahrzehnt thematisiert Coppola das Phänomen der Jugendbanden aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln an. Im Jahr 1983 verfilmte er sowohl "The Outsiders" als auch "Rumble Fish" nach Romanen der US-amerikanischen Schriftstellerin Susan Eloise Hinton.

"Rumble Fish" ist der düstere Film und ist an den Kinokassen weit weniger erfolgreich als sein Pendant. In der tristen Vorstadt gibt es weder Helden, noch moralisch einwandfreie Vorbilder. Die Hauptfigur ist gefangen in einer Atmosphäre von Kriminalität und Gewalt und stellt dies nicht in Frage. Die Perspektivlosigkeit wird durch die Schwarz-Weiß-Fotografie und das kantige Spiel mit Licht und Schatten noch verstärkt. Gekonnt führt Coppola den Hauptfiguren ihre Vergänglichkeit und Sterblichkeit vor Augen. Die meisten Szenen sind in Schwarz-Weiß fotografiert, nur die vom großen Bruder bewunderten Kampffische (englisch Rumble Fish) erstrahlen in ihrer ganzen Farbpracht. Ein Mittel, dem sich später auch Steven Spielberg in seinem viel beachteten "Schindlers Liste" bedienen wird. Durch diesen Effekt schafft es der Regisseur, der Sicht von Rusty James eine weitere Ebene hinzuzufügen, nämlich die seines farbenblinden und depressiven Bruders.

Coppola zitiert respektvoll - und das ist typisch für den postmodernen Film - zahlreiche filmische Vorbilder mit unterschiedlichsten stilistischen Mittel. So in der an Ingmar Bergman angelehnte Traumsequenz. Ein Aufmarsch der Bandenmitglieder erinnert an die "West Side Story". Die Einflüsse des deutschen Stummfilms und des französischen Film Noir findet sich im Spiel von Licht und Schatten. Die musikalische Untermalung von Stewart Copeland, dem Schlagzeuger der Band The Police, vervollständigt das Bild in seiner energetischen und minimalistischen Weise und führt uns tief ins Denken und Fühlen der Figuren.

"Rumble Fish" wird zum Sprungbrett für mehrere Darsteller des Dramas. Matt Dillon ("L.A. Crash"), Mickey Rourke ("The Wrestler") und Neffe Nicolas Cage ("Leaving Las Vegas") machen in diesem Film auf sich aufmerksam. Eine durchaus gewagte Besetzung, die Francis Ford Coppola versammelt. Auch seine Tochter, die mittlerweile erfolgreiche Regisseurin Sofia Coppola ist in einer Nebenrolle zu sehen. "Rumble Fish" mag in der Filmographie Coppolas wohl immer auf den weiteren Plätzen geführt werden, dennoch ist der an Symbolen reiche, stilistisch ausgefeilte Film ein Glanzstück des US-amerikanischen Regisseurs.
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