Der Letzte Tango in Paris - 1972 | FILMREPORTER.de
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Der Letzte Tango in Paris

OriginaltitelL'ultimo tango a Parigi
GenreDrama
Land & Jahr Italien/Frankreich 1972
Kinostart    29.03.1973 (Atlas International Film)
FSK & Länge ab 18 Jahren • 129 min.
RegieBernardo Bertolucci
DarstellerMarlon Brando, Maria Schneider, Maria Michi, Giovanna Galletti, Gitt Magrini, Catherine Allégret
Homepage http://www.alamodefilm.de
Links IMDB
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Provokateur Bertolucci trifft auf Rebell Brando

Die zwanzigjährige Pariserin Jeanne (Maria Schneider) ist mit Filmregisseur Tom (Jean-Pierre Léaud) verlobt. In wenigen Wochen will sie ihn heiraten, obwohl ihr Tom mit seiner besitzergreifenden Art ziemlich auf die Nerven geht. Als sie bei der Besichtigung einer leer stehende Wohnung auf Paul (Marlon Brando) trifft, lieben sich die einander Fremden ohne zu Zögern im Stehen. Ohne sich näher vorzustellen beschließen sie, sich auch künftig hier zu treffen. Paul mietet die Wohnung an und richtet sie mit wenigen Möbeln notdürftig ein. Um die Anonymität zu wahren, tauschen sie keine Namen aus. Die Außenwelt soll draußen bleiben, nur was in der Wohnung passiert hat Relevanz. Das Liebesspiel wird von Mal zu Mal heftiger, brutaler und erniedrigender. Der fünfundvierzigjährige Amerikaner ist verwitwet, seine Frau Rosa (Veronica Lazare) hat Selbstmord begangen, nachdem er herausgefunden hat, das sie ihn über ein Jahr lang betrogen hatte. Mit der Reduktion auf seine immer abstrusere Sexuelle Praktiken will er seine Trauer hinter sich lassen. Als Jeanne eines Tages wieder in die Wohnung kommt, ist diese leer. Erst einige Tage später begegnet ihr Tom auf der Straße. Sie gehen zu einem nahen Ballsaal, in dem gerade ein Tanzturnier stattfindet, bestellen eine Flasche Whisky, Tom erzählt Jeanne endlich seine Geschichte, macht ihr das Angebot mit ihm aufs Land zu ziehen und versucht einen Tango aufs Parkett zu legen. Doch dazu ist Jeanne nicht bereit.
Bernardo Bertoluccis Portrait eines verbitterten Witwers und seiner unkonventionellen, sich den moralischen Werten der Gesellschaft entziehenden Affäre wird 1972 zum Skandalereignis. Marlon Brando, den viele Zuschauer vom im gleichen Jahr produzierten "Der Pate" gerade als Mafiosi gesehen hatten, wächst in der Darstellung des brutalen Liebhabers über sich hinaus. Die gebürtige Pariserin Maria Schneider geht mit der Rolle ein großes Risiko ein, denn Bertolucci inszeniert für die Zeit sehr gewalttätige explizite Liebesszenen. Doch eigentlich thematisiert der düstere, in seiner Hoffnungslosigkeit streckenweise schwer erträgliche "L' ultimo tango a Parigi" das Scheitern zweier, der bürgerlichen Enge entfliehenden Menschen. Heute ist er ein Klassiker, der von seiner Intensität nichts eingebüsst hat.
Der Letzte Tango in Paris

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