Exil - 2004 | FILMREPORTER.de
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Exil

OriginaltitelExils
AlternativExiles (Intern. Titel)
GenreDrama
Land & Jahr Frankreich/Japan 2004
Kinostart    26.01.2006 (Arsenal Filmverleih)
FSK & Länge 103 min.
RegieTony Gatlif
DarstellerRomain Duris, Lubna Azabal, Leila Makhlouf, Habib Cheik, Zouhir Gacem, Latifa Ahrar
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Ein Roadmovie der besonderen Art

Schon die erste Szene charakterisiert die beiden Protagonisten Zano (Romain Duris) und Naïma (Lubna Azabal) treffend. Er steht am weit geöffneten Fenster und schaut auf eine riesige Straße von Paris herab: nackt - mit einem Glas Bier in der Hand, welches er wenige Momente später aus dem riesigen Mietshaus auf die Strasse fallen lassen wird. Harte Ethnobeats dröhnen aus der Stereoanlage.

Währenddessen ist seine Freundin Naïma, ebenfalls nackt, im Bett mit einer süßen, klebrigen Masse beschäftigt, die sie über ihren ganzen Körper verteilt. Unvermittelt macht er ihr, den Vorschlag, nach Algerien, ins Land ihrer beider Vorfahren zu reisen. Sie begeben sich also über Spanien auf die Reise in den Maghreb. Dabei lernen sie nicht nur das Land ihrer Eltern und Großeltern, sondern auch sich selbst kennen. Es bleibt auch nicht aus, dass alte Verletzungen aufbrechen.
Regisseur Tony Gatlif begibt sich erneut auf Spurensuche. Der Regisseur wurde 1948 in Algier geboren, verließ allerdings Anfang der 1960er Jahre während dem Befreiungskrieg der Algerier das Land. In "Exils" widmet er sich den zahlreichen jungen Menschen, welche die Heimat ihrer Eltern nur aus Erzählungen oder verblassten Erinnerungen kennen. Der in einem Vorort Algiers geborene Gatlif, er entstammt einer Familie andalusischer Sintis und Algeriern. Ähnliche Wurzeln haben auch seine Protagonisten. Naïma, etwa trägt zwar einen arabischen Namen, spricht die Sprache ihrer Eltern allerdings nicht. Sie ist in ihrer eigenen Heimat eine Fremde.

Gatlif schickt seine Figuren - wie in seinem mehrfach preisgekrönten "Latcho drom - Gute Reise" und "Gadja dilo - Geliebter Fremder" auf eine lange Reise, an deren Ende sie sich eine erlösende Selbstfindung erhoffen. Zumindest werden sie in einer langen sufistischen Trance mit sich selbst und ihrer Vergangenheit konfrontiert. Überhaupt spielt Körperlichkeit in Gatlifs Werk eine wichtige Rolle. Egal, ob beim Tanz, beim Sex, dem täglichen Miteinander - die physische Präsenz ist von größter Bedeutung. Der in Frankreich längst zum Star gereifte Romain Duris weiß diese Körperlichkeit der ihm eigenen Art auf die Leinwand zu bringen. Eine weitere zentrale Rolle spielt die Musik. Ob Techno-Beat oder Ethno-Klänge, die Musik ist ständiger Begleiter der Protagonisten und markiert die verschiedenen Phasen ihrer Reise. Schließlich und letztendlich werden die grandiosen Landschaftsaufnahmen das Publikum in ihren Bann ziehen. Ob ungewöhnliche Pariser Straßenansicht, andalusisches Flamenco-Lokalitäten, die marokkanische Wüste, Stadtansichten des von einem Erdbeben und inneren Krisen schwer mitgenommenen Algiers - die Aufnahmen von Natur, Stadt und Menschen überzeugen durch ihre Authentizität. "Exils" ist Musikfilm, Selbstfindungstrip, Reisedokumentation und Liebesgeschichte in einem. Gatlif wurde dafür in Cannes 2004 für die Beste Regie ausgezeichnet.
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