Der Traum ist aus - Die Erben der Scherben - 2000 | FILMREPORTER.de
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Der Traum ist aus - Die Erben der Scherben

OriginaltitelDer Traum ist aus - Die Erben der Scherben
GenreDokumentarfilm
Land & Jahr Deutschland 2000
Kinostart    23.08.2001 (Salzgeber & Co. Medien)
FSK & Länge 95 min.
RegieChristoph Schuch
DarstellerJakob Friedrichs, Nina Hagen, Lutz Kerschowski, Gert Möbius, Jan Müller, Rio Reiser
Homepage http://www.salzgeber.de/index.php?presse
Links IMDB
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"Ton Steine Scherben" war eine der einflussreichsten deutschen Rockbands. In der vorliegenden Dokumentation soll die Bandgeschichte rund um die Gründungsmitglieder Rio Reiser, R.P.S. Lanrue, Wolfgang Seidel und Kai Sichtermann rekonstruiert werden. Aktuelle und historische Konzertmitschnitte werden ebenso gezeigt wie Interviews mit den Musikern von "Ton Steine Scherben", "Tocotronic", "Die Sterne" und "Element of Crime". Sie berichten von der Bedeutung, die diese rebellische Band für sie hatte. Regisseur Christoph Schuch untersucht was von den ursprünglichen 68er Idealen der Band im Laufe der Zeit übrig geblieben ist. Dadurch wird nicht nur ein Bild der revolutionären Rockband gezeichnet, sondern auch von der Musikszene im Jahr 2001. Man muss sich nur Titel von zeitgenössischen deutschen - und vorrangig Hamburger - Bands anschauen, um zu seheerkennen, dass das Fragen ("Was hat dich bloß so ruiniert") und Rebellieren ("Fickt das System") mit den "Scherben" nicht aufgehört hat. Nur kam mit der Zeit immer heftiger das Resignieren dazu ("Die Welt kann mich nicht mehr verstehen"). Ist der Traum aus?
Es war eine Band, die vom Geist der 1968er Revolution und deren gesellschaftlichen Aufbruch beeinflusst war. Sie wollte eine klassenlose Gesellschaft. Die Musiker lebten in einer Kommune, nahmen an den Jugendprotesten und Hausbesetzungen teil, kämpfte engagiert für ihre linken Ideale. Sie fanden mit den Grünen und der Antiatomkraftbewegung starke Verbündete. Die spätere Bundestagsvorsitzende der Grünen, Claudia Roth, war ab 1982 die Bandmanagerin. Die "Scherben" wurden 1970 aus der Coverband Degalaxis und dem Theaterprojekt Hoffmanns Comic Theater gegründet und gab auf einer Wahlkampfveranstaltung der Grünen im März 1985 ihr letztes Konzert. Dazu schrieben sie deutsche Musikgeschichte. Sie beeinflussten Rock- und Punkmusiker und die Neue Deutsche Welle, zu der Rio Reisers als Solokünstler abermals seinen Teil beitrug. Titel wie "Keine Macht für Niemand", "Macht kaputt, was euch kaputt macht" wurden zu den Parolen, die noch heute von linken politischen Gruppierungen verwendet werden. "Ton Steine Scherben" waren noch vor Udo Lindenberg eine der ersten Rockbands, die ausschließlich deutsche Originaltexte sangen. Außerdem gründeten sie 1970 als Erste ihr eigenes Label "David Volksmund Produktion", um die größtmögliche künstlerische Freiheit zu haben. Schuch setzt den "Scherben" und ihren Idealen ein filmisches Denkmal. Seine Dokumentation macht deutlich, wie sehr deutsche Musiker sowohl musikalisch als auch konzeptionell von den rebellischen Berlinern beeinflusst wurden. In diesem Sinne: "Der Kampf geht weiter!"

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