Darwins Alptraum - 2004 | FILMREPORTER.de
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Darwins Alptraum

OriginaltitelDarwin's Nightmare
GenreDokumentarfilm
Land & Jahr Österreich/Belgien/Frankreich 2004
Kinostart    17.03.2005 (Arsenal Filmverleih)
FSK & Länge ab 6 Jahren • 107 min.
RegieHubert Sauper
Homepage http://www.coop99.at/darwins-nightmar...
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Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenAwardsTrailerDVDsbewerten

Zwei Millionen Weiße essen täglich Viktoriabarschfilet. Über die Hintergründe der beliebten Fischdelikatesse wissen die wenigsten Gourmets etwas. Alles begann mit einem wissenschaftlichen Experiment in den 1960er Jahren. In dessen Verlauf wurde der Nilbarsch im ostafrikanischen Viktoriasee ausgesetzt. Das Experiment gelang - zumindest aus Sicht der Fischzucht. Innerhalb von nur drei Jahrzehnten schaffte es das hungrige Raubtier, mehr als 400 verschiedene endemische Fischarten nahezu auszurotten. Unternommen wurde gegen den ökologischen Super-Gau nichts. Im Gegenteil. Die Fischfilets entwickeln sich zu dem Exportschlager Tansanias. Riesige Transportmaschinen der Industrienationen landen Abend für Abend auf dem kleinen Flughafen am Ufer des größten tropischen Sees der Welt. Am nächsten Morgen starten sie wieder, beladen mit Tonnen von Fischfilets, in Richtung Norden. Auf dem Rückflug bringen die Maschinen eine weniger wohlschmeckende Ladung mit: Waffen. Sie dienen Afrikas Kriegsherren bei den zahlreichen Rebellionen, Bürgerkriegen und Kriegen. Der blühende Handel mit Kriegsmaterial und Lebensmittel hat drastische Auswirkung auf das Leben in der Region. Tansanische Prostituierte, EU-Kommissare, heimatlose Straßenkinder, Agenten der Weltbank, aidskranke Fischer, russische Piloten sind folgerichtig Zielobjekte von Hubert Saupers Dokumentation.
Der Viktoriasee ist der "bedrohte See des Jahres 2005." Unzählige Fischarten werden vom Nilbarsch gnadenlos gejagt. Die Starken fressen die Schwachen - Sieger ist der Kapitalismus. Regisseur Hubert Sauper zeigt uns anhand eines wohlschmeckenden Fisches die dramatischen Folgen der Globalisierung. Die Bilder, die er uns vor Augen hält, schockieren nicht, sie machen sprachlos. Es erscheint einem, als habe der österreichische Filmemacher tatsächlich den Anfang vom Ende gefunden. Das Schockierende ist jedoch, dass der Film nur eines von unzähligen möglichen Beispielen zeigt. "Ich könnte den gleichen Film in Sierra Leone machen, nur wären die Fische dann Diamanten oder in Honduras Bananen, in Libyen, Nigeria oder Angola Öl.", kommentiert Sauper die Thematik. Die Globalisierung ist nach Versklavung, Kolonialisierung die dritte Demütigung, die der schwarze Kontinent über sich ergehen lassen muss. Ganz nah führt uns der Regisseur an die Opfer der wirtschaftlichen Ausbeutung und verstrickt die Zuschauer auf emotionaler Ebene tief in deren Schicksale. Jahrelang verfolgte er ihre Lebensgeschichte. Das sind die Fischer, die sich selbst nie ein Viktoriabarschfilet leisten könnten. Sie verdienen gerade so viel, dass sie nur wenig später als der Fisch sterben. In den ärmlichen Dörfern am Ufer des Süßwassersees gehen unzählige Menschen an AIDS zugrunde. Viele Frauen verdingen sich als Prostituierte, so wie Eliza. Sie erzählt, dass sie gerne eine Computerschule besuchen würde. Wenige Tage später wird sie von einem Piloten erstochen. Kinder prügeln sich am Straßenrand um Essensreste. Egal, wohin sich die Kamera des österreichischen Filmemachers wendet, das Resultat ist letztendlich das Gleiche: Hunger, Armut, Tod. Was einem bei diesem Anblick am übelsten aufstößt ist die Ignoranz der Industrienationen gegenüber diesen Auswirkungen, obwohl nur sie einen gehörigen Teil der Schuld tragen.
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Zwei Millionen Weiße essen täglich Viktoriabarschfilet. Über die Hintergründe der beliebten Fischdelikatesse wissen die wenigsten Gourmets etwas. Denn...  Clip starten
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