Alice in den Städten - 1974 | FILMREPORTER.de
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Alice in den Städten

OriginaltitelAlice in den Städten
AlternativAlice in the Cities (engl Titel)
GenreDrama
Land & Jahr Deutschland 1974
FSK & Länge ab 6 Jahren • 112 min.
KinoDeutschland
AnbieterFilmverlag der Autoren und Futura Film-Verleih
Kinostart17.05.1974
RegieWim Wenders
DarstellerEdda Köchl, Mirko, Chuck Berry, Sibylle Baier, Hans Hirschmüller, Didi Petrikat
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungenNewsTrailerGalerieDVDsbewerten

Geschichte einer Rückkehr in Nachkriegsdeutschland

Der deutsche Reporter Philip Winter (Rüdiger Vogler) kann nach einer vierwöchigen Reise keinen Bericht über die amerikanische Landschaft schreiben. Er fühlt sich nicht im Stande, irgendetwas zu Papier zu bringen. Stattdessen hat der introvertierte Journalist eine Fotoserie gemacht. Damit kann sein Auftraggeber in New York jedoch nichts anfangen. Er weigert sich, Philip ein Honorar auszuzahlen. Finanziell abgebrannt bleibt dem nichts anderes übrig, als nach Deutschland zurückzukehren. Auf dem New Yorker Flughafen trifft er auf Lisa und deren 9jährige Tochter Alice (Yella Rottländer).

Er verbringt die Nacht vor dem Flug in deren Hotelzimmer, doch am nächsten Morgen ist die Mutter verschwunden. Auf einem Zettel bittet sie Philip, sich um ihre Tochter zu kümmern. Zögernd fliegt Philip mit Alice nach Europa. Erst allmählich kommen sich die beiden nahe. Wuppertal ist die erste Station, hier soll Alice Großmutter wohnen. Nach einigem Suchen finden sie das Haus der Großmutter, doch diese lebt schon lange nicht mehr dort. An deren Stelle treffen die beiden eine Gastarbeiterfamilie an. Schließlich erfahren sie von der Polizei, dass Lisa in München gelandet ist. Zusammen begeben sich Philip und Alice auf den letzten Abschnitt ihrer Reise.
"Alice in den Städten" zeigt die Entfremdung eines jungen deutschen Journalisten, sein gespaltenes Verhältnis zur Heimat und seine verzweifelte Suche nach Identität. Philips Fahrt zu Alice Großmutter entpuppt sich als Reise zu den Orten der eigenen Kindheit. Die Fahrt wird für Philip zu einer Chance, wieder ein Verhältnis zu seinem Land und der verlorenen geglaubten Sprache zu finden. "Alice in den Städten" ist ein Road-Movie mit tiefgehenden Reflexionen über die Bedeutung von Identität und einer kritischen Auseinandersetzung mit den Phänomenen Wahrnehmung und Sprache.

Der Film behandelt das tiefgründige Thema aber mit Leichtigkeit und großer Unmittelbarkeit. Die wird auch von Robby Müllers Kameraführung gestützt, die für Zufälle und Details offen ist und mit eindrucksvollen Fahrten den Zuschauer immer wieder in den Bann zu ziehen vermag. Hervorzuheben ist auch die Leistung der beiden Hauptdarsteller Rüdiger Vogler und Yella Rottländer, die ihre Figuren so überzeugend wiedergeben, als ob sie sich selbst spielen würden. Nach seiner Fernseh-Erstaufführung im März 1974 und erst recht, als "Alice" ein paar Monate später in die Kinos kommt, erntet das Road Movie einhelliges Lob, es ist Wim Wenders poetischster Film.
Alice in den Städten

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9,0
8,0 (Filmreporter)     
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Meinungen

Poetischer Existenzialismus?

Alice in den Städten ist ein wunderbar inszeniertes Roadmovie. Es ist ein poetischer Film mit gleichnishafter Kraft. Wenders Werk handelt von Identität, Sprache, Gedächtnis... mehr
28.06.2012 15:57 Uhr - gunkl (gelöscht)

Trailer: 

Alice in den Städten: Der Trailer

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