Don't Come Knocking - 2005 | FILMREPORTER.de
Filmreporter-RSS

Don't Come Knocking

OriginaltitelDon't Come Knocking
GenreDrama
Land & Jahr Deutschland/Frankreich/Großbritannien 2005
Kinostart    25.08.2005 (Reverse Angle)
FSK & Länge ab 6 Jahren • 122 min.
RegieWim Wenders
DarstellerSam Shepard, Jessica Lange, Tim Roth, Gabriel Mann, Sarah Polley, Fairuza Balk
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungenNewsTrailerGalerieInterviewsbewerten

Howard Spence (Sam Shepard, der auch das Drehbuch verfasst hat), ein abgehalfterter Western-Star, hat mehr als genug vom Kitsch der Cowboy-Mythen. Er ist der Mann, der sich auf die Suche begibt. Kurz bevor Howard eine herzzerreißende Abschiedsszene vor Sonnenuntergang zu drehen hat, desertiert er vom Set und fährt stattdessen zu seiner Mutter (Eva Marie Saint), bei der er sich seit Jahrzehnten nicht mehr hat blicken lassen. Am von Verwirrung beherrschten Drehort weigert sich daraufhin eine aufgelöste Hauptdarstellerin, die Abschiedsszene mit einem Double zu spielen. Bereits zu Beginn des Films wird durch diese wunderbare kleine Sequenz der wesentliche Aspekt der Geschichte geklärt: Howard hat es sich angewöhnt, keinen Ort ohne Wunden zu hinterlassen. Oder wenigstens Tränen einer in ihrer Eitelkeit verletzten Kollegin.

Da die Kollegin nach den Tränen auch noch bockt, schickt die Produktionsfirma einen Versicherungsagenten los - von Tim Roth mit der eiskalten Aura eines Kopfgeldjägers versehen - der den Deserteur wieder einfangen und an die Erfüllung vertraglich zugesicherter Leistungen erinnern soll. Dass Howard ein Gejagter seines eigenen Images ist, wird endgültig klar, als er auf einer Wohnzimmercouch sitzt und in einem Album blättert, das seine Mutter in den Jahren seiner Abwesenheit über ihn angelegt hat. Es enthält eine Unmenge von Zeitungsartikeln über den Western-Star Howard Spence. Für den Mann auf dem Sofa gerät der Inhalt des Albums zur bitteren Retrospektive einer Karriere, die furios begann, um irgendwann von privaten Eskapaden in den Schatten gestellt zu werden.
"Don't Come Knocking" ist eine zärtliche Hommage an ein ländliches Amerika, durch dessen staubige Fluren der Wind entwurzelte, verdorrte Büsche weht. An einen Raum, der nur noch als Idee existiert. Viel Melancholie ist da im Spiel. Bei Wim Wenders speist sie sich zwar aus der Einsicht ins Prinzip der Vergänglichkeit, verfügt mit dem Gegenprinzip Hoffnung aber über einen wundervoll optimistischen Grundton.

Bewertung abgeben

Bewertung
3,7
7,0 (Filmreporter)     
 (3 User)

Meinungen

"Vater"-Mutter-Kind-Soap

Ein Film wie gehäkelt. Hölzerne Dialoge in Marlboro Country. Verlegenheitsgesten und Verlegenheits-Szenen. Ed Hopper-Ästhetik und eine Slide-Guitar und - die Suche nach dem... mehr
18.08.2005 23:26 Uhr - yogidas

Trailer: 

Don't Come Knocking

Nach "Land of Plenty", seiner desillusionierten USA-Abrechnung, macht Wim Wenders dem ländlichen Amerika in "Don't Come Knocking" wieder eine...  Clip starten
Amazon
Bücher, DVDs oder das neue Heimkino für Ihren Filmgenuss




 

Galerie:  Don't Come Knocking

Zärtliche Hommage an ein ländliches Amerika, durch dessen staubige Fluren der Wind entwurzelte, verdorrte Büsche weht. Hier ist ein Raum, der nur noch als Idee existiert. mehr
Sam Shepard in: Don't Come Knocking

Interview:  Technik hat unser Leben gestohlen

Vom Orangenpflücker zum Pulitzerpreisträger: Autodidakt Sam Shepard (61) gehört zu Amerikas bedeutendsten Dramatikern. Für Antonioni...
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungenNewsTrailerGalerieInterviewsbewerten
© 2017 Filmreporter.de