Warnung vor einer heiligen Nutte - 1971 | FILMREPORTER.de
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Warnung vor einer heiligen Nutte

OriginaltitelWarnung vor einer heiligen Nutte
GenreKomödie, Drama
Land & Jahr BRD 1971
Kinostart    02.04.1992 (Kinowelt Filmverleih)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 99 min.
RegieRainer Werner Fassbinder
DarstellerLou Castel, Eddie Constantine, Marquard Bohm, Hanna Schygulla, Rainer Werner Fassbinder, Margarethe von Trotta
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Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenDVDsbewerten

In einer spanischen Villa irgendwo am Meer wartet ein Filmteam auf den Regisseur der Produktion. Die Emotionen wechseln ohne Unterlass: Hoffnung, Langeweile, Trauer, Eifersucht, Liebe, Demütigung. Die ersten Szenen Rainer Werner Fassbinders "Warnung vor einer heiligen Nutte" sind eine Bestandsaufnahme des Wartens. Regisseur Jeff (Lou Castel) kommt schließlich mit dem Hauptdarsteller (Eddie Constantine) an. Erst an diesem Punkt verdichtet und dramatisiert Fassbinder seine Handlung. Jeff steht sofort im Mittelpunkt des Geschehens, um ihn herum finden unentwegt Machtkämpfe statt, ringen die Schauspieler fast verzweifelt um die Gunst des Meisters. Hinter allem steht eine Künstlichkeit, die an der Wahrheit ihrer Emotionen mehr als zweifeln lässt. Der Inhalt des zu drehenden Films ist zweitrangig, viel wichtiger sind die Umstände, die Erwartungen und Konstellationen, die einen Film erst möglich machen. Zweierlei Dinge stechen dabei besonders heraus: die Persönlichkeit des Regisseurs und die Faszination des Film - eine heilige Nutte.
Warnung vor einer heiligen Nutte gilt als Wendepunkt in der Karriere von Rainer Werner Fassbinder - weg von den kleinen Gangsterdramen oder Milieufilmen wie "Katzelmacher", hin zu artifiziellen Melodramen. Er setzt dem Thema Film sowie der Stimmung der Zeit - der studentischen Gruppen, politischen Aktionen und der sexuellen Revolution der 70er Jahre ein filmisches Denkmal. Fassbinder entlarvt vor allem menschliche Beziehungen, Sehnsüchte und Machtkämpfe. Der Film kommt erst 20 Jahre nach seiner Fertigstellung in die Kinos und ist eine ironische Selbstspiegelung der Branche. Mit Eddie Constantine ist erstmals ein internationaler Star am Set, außerdem führt Michael Ballhaus die Kamera, dessen Stil mit komplexen Kamerabewegungen für spätere Filme prägend sein wird. Mit "Warnung vor einer heiligen Nutte" ist Fassbinder eine sensible, fast düstere Komödie gelungen. Er stellte dem Film ein Zitat von Thomas Mann nach: "Ich gestehe Ihnen, dass ich es unendlich leid bin, das Menschliche darzustellen, ohne am Menschlichen teilzuhaben." Es lässt sich erahnen, was er damit meinte.

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