Ein ganz gewöhnlicher Jude - 2005 | FILMREPORTER.de
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Ein ganz gewöhnlicher Jude

OriginaltitelEin ganz gewöhnlicher Jude
GenreDrama
Land & Jahr Deutschland 2005
Kinostart    19.01.2006 (NFP marketing & distribution)
FSK & Länge ab 0 Jahren • 90 min.
RegieOliver Hirschbiegel
DarstellerBen Becker, Siegfried Kernen, Samuel Finzi
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"Ein gewöhnlicher Jude in Deutschland - das ist wie ein ganz gewöhnliches Spitzmaulnashorn in Afrika. Ein Widerspruch in sich." Der Jude Emanuel Goldfarb (Ben Becker) wurde nach 1945 in Deutschland geboren. Seine jüdisch-deutsche Geschichte ist ihm stets präsent. Auslöser für den Filmmonolog ist die Einladung eines Schuldirektors, als jüdisches Mitglied der Gesellschaft vor einer Klasse zu sprechen. Goldfarb versucht, seine Absage zu formulieren, doch diese entwickelt sich unversehens zu einer Bilanz seines Lebens und seiner persönlichen Beziehung zum Judentum. "Ich will die Sonderrolle nicht haben. Nicht im Schlechten und nicht im Guten. Ein ganz gewöhnlicher Mensch möchte ich sein. Ein ganz gewöhnlicher Jude."
Regisseur Oliver Hirschbiegel thematisierte in "Der Untergang" die Reaktion der NS-Führungsspitze auf das absehbare Ende des Zweiten Weltkriegs. Nun widmet er sich dem Judentum in Deutschland nach 1945. Das Ein-Personen-Stück "Ein ganz gewöhnlicher Jude" basiert auf Charles Lewinskys gleichnamigen Roman. Ben Becker schafft es, der Figur des Emanuel Goldfarb über 90 Minuten Farbe zu geben und die Spannung zu halten. Der Monolog findet ausschließlich in der Wohnung Emanuels statt, deren Einrichtung ihn ebenso charakterisiert, wie seine Monologe. Die weitläufige Wohnung ist in einem kühlen Grünton gestrichen. Die Einrichtung ist stilvoll und zugleich etwas karg. Es hängen keine Bilder an den Wänden, dafür lehnt an lebensgroßer Spiegel daran. Emanuel scheint in diesem seine Identität, sein wahres Ich, zu suchen. In der Küche sticht besonders die alte Espressomaschine von seinen Eltern heraus. Kaffe spielt eine besondere Rolle in der Geschichte von Emanuel. Die Süße des Kaffees scheint mit dem seelischen Leid der thematisierten Figuren zu korrelieren. Dann ist da noch sein Arbeitsplatz. Ein großer Tisch, mit einer Schreibmaschine darauf - wohl der guten alten Zeiten wegen? Hirschbiegel inszeniert mit seinem überzeugenden Hauptdarsteller Ben Becker erneut ein Stück deutscher Geschichte im Stil eines Kammerspieles. "es ist nun mal so, dass die Leute auf meinen Familienfotos auf ganz andere Weise tot sind als die Leute auf Ihren. Umgebracht ist nun mal nicht dasselbe wie gestorben. [...] Wir haben die gleiche Geschichte, aber nicht die gleichen Geschichten, Sie und ich. Obwohl es alles deutsche Geschichten sind."

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