Winterreise - 2006 | FILMREPORTER.de
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Winterreise

OriginaltitelWinterreise
GenreDrama
Land & Jahr Deutschland 2006
Kinostart    23.11.2006 (X Verleih)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 96 min.
RegieHans Steinbichler
DarstellerJosef Bierbichler, Sibel Kekilli, Hanna Schygulla, Philip Hochmair, Anna Schudt, Johann von Bülow
Homepage http://www.winterreise-derfilm.de/
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Moderne Interpretation melancholischer Lieder

"Alles dunkel, alles scheiße" flüstert Franz Brenninger (Josef Bierbichler) seiner Frau Martha (Hanna Schygulla) zu. Der Eisenwarenhandelbesitzer ist normalerweise laut, quirlig und unruhig. Aber heute ist wieder einer der Tage, wo seine Laune ins Gegenteil umschlägt. Heute hört Franz keine laute Rockmusik, trinkt keinen Whiskey und steht auch nicht nackt bei offenem Fenster auf der Fensterbank. Heute hat das raubeinige Großmaul einen schlechten Tage. Franz leidet unter den ersten Anzeichen einer Depression. Allen Grund deprimiert zu sein hat er. Schließlich steht er vor dem finanziellen Ruin. Er ist so gut wie pleite, die Bank will ihm keinen weiteren Kredit gewähren und nur der Verkauf seines Eisenwarenhandels kann ihn vor der Insolvenz retten. Durch die düsteren Zukunftsaussichten steigert sich Franz in eine Spirale unkontrollierter Gefühlsausbrüche. Er schreit seine erwachsenen Kinder an und wird schließlich von Martha vor die Tür Gesetzt. Sein einziger Begleiter auf seinem Leidensweg ist Franz Schuberts Liederzyklus "Winterreise". Alleine sitzt er in seinem Mercedes auf einer Landstrasse umgeben von einer dunklen, kalten Winterlandschaft. Um Franz ist es wahrlich dunkel geworden. Leise singt er "Eine Straße muß ich gehen, die noch keiner ging zurück". Kurze Zeit später geht er ein dubioses Geschäft mit kenianischen Geschäftsleuten ein. Als er merkt, dass er reingelegt wurde, macht er sich nach Afrika auf, um sein Geld zurückzuholen. Franz hat seinen "Weiser" gefunden.
In Franz Schuberts Liederzyklus "Winterreise" versucht ein junger Mann den Schmerz der Liebe zu vergessen. Er bricht zu einer Wanderung auf, um die Verletzungen und den Betrug zu überwinden. Franz Brenninger (Josef Bierbichler) muss aus seinem gewohnten Umfeld ausbrechen, um zu sich zu finden, um sein Leben zu verstehen. Eindrucksvoll portraitiert Hans Steinbichler das Leben eines Mannes der erst als es fast zu spät ist merkt, dass er an seinem Leben vorbei gelebt hat. "Winterreise" ist kein Film über Schuberts Musik. Die Musik dient lediglich als "unterirdischer Energiestrom", wie der Regisseur selbst sagt. Vielmehr handelt das Drama von einem Menschen, der sich sein ganzes Leben verloren wähnt, nie richtig seinen Platz findet. Beständig sucht er nach dem Sinn seiner Existenz und wurde dadurch ganz rastlos. Diese Unruhe bringt Bierbichler sehr gekonnt auf die Leinwand. Problemlos wechselt der Theaterschauspieler zwischen Momenten voller Freude und Tatendrang und Momenten voller Niedergeschlagenheit und Traurigkeit. "Winterreise" ist eine gelungene, sehr moderne Interpretation des Schubertschen Liederzyklus.
Winterreise

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5,5
6,0 (Filmreporter)     
 (2 User)

Meinungen

einmalige winterreise

Als einige der wenigen kinobesucher glaubte ich zu wissen was auf mich zu kommt. Meine erwartungen wurden derart übertroffen, ich bin tief berührt, hellauf begeistert und hoch... mehr
27.11.2006 20:45 Uhr - sokrates


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