Eine Frauensache - 1988 | FILMREPORTER.de
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Eine Frauensache

OriginaltitelUne affaire de femmes
GenreDrama
Land & Jahr Frankreich/Italien 1988
Kinostart    26.01.1989 (NEF 2)
FSK & Länge ab 16 Jahren • 110 min.
RegieClaude Chabrol
DarstellerIsabelle Huppert, François Cluzet, Nils Tavernier, Marie Trintignant, Lolita Chammah, Dominique Blanc
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Ausgezeichnet:Isabelle Huppert mit sparsamer Mimik

Marie Latour (Isabelle Huppert) lebt mit ihren zwei kleinen Kindern in ärmsten Verhältnissen. Ihr Mann ist beim Arbeitsdienst in Deutschland. Marie träumt von einer Karriere als Sängerin und einem besseren Leben. Eines Tages bittet eine Nachbarin Marie um Hilfe. Auch sie ist allein und ungewollt schwanger. Marie hilft ihr bei der Abtreibung und bekommt dafür ein gebrauchtes Grammophon geschenkt. Als Maries Mann Paul (François Cluzet) zurückkommt, wird klar, dass die Ehe zerrüttet ist. Doch das Paar arrangiert sich. Dann lernt Marie Lucie kennen, die auf den Strich geht. Lucie (Marie Trintignant) schickt Marie eine zweite "Kundin", die für ihre Abtreibung 1.000 Francs bezahlt. Jetzt kann Marie ihren Kindern Kekse, Marmelade und neue Kleidung, sich selbst und Paul Zigaretten kaufen. Sie lernt den Reiz des Geldes kennen und verfällt auf die Idee, ein Zimmer an Lucie zu vermieten. Die kann nun ihre Dienste in Maries Wohnung anbieten. Paul verliert seinen Job und gerät nun noch öfter mit Marie aneinander. Lucies Kunde Lucien (Nils Tavernier) verliebt sich in Marie und macht sich mit Geschenken und einem Passierschein bei ihr beliebt. Dann wird Marie wieder einmal um ihre Dienste gebeten. Jasmin (Dominique Blanc) hat schon sechs Kinder geboren und will lieber sterben, als noch eine Schwangerschaft durchstehen zu müssen. Nach der Behandlung stirbt sie. Ihr Mann wirft sich aus Verzweiflung vor einen Zug. Jasmins Schwägerin warnt Marie und verurteilt ihr Tun. Diese schläft mit Lucien, der mit den Deutschen kollaboriert, um nicht zum Arbeitsdienst zu müssen. Lucien besorgt einen Job für Paul, der am Hafen auf Saboteure "aufpassen" soll. Als Paul Marie mit Lucien entdeckt, denunziert er seine Frau. Marie wird abgeholt und in Paris verhört. Der Staatsanwalt fordert die Todesstrafe.
Überragend ist Isabelle Huppert ("8 Frauen") als Marie. Für ihre Rolle wurde sie bei den Filmfestspielen in Venedig 1988 mit dem Darstellerpreis als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Die vielseitige Ausnahmekünstlerin ist in Frankreich schon lange ein Superstar. In der Rolle der Marie fasziniert der französische Star mit sparsam eingesetzter Mimik und atemberaubender Ausstrahlung. Claude Chabrol wühlt mit seinem Besatzungsdrama den Zuschauer auf und erzeugt eine immense Spannung, die in keiner Szene nachlässt. Für diesen Film hat er neben seiner Muse Huppert eine Reihe von Ikonen des französischen Kinos versammelt. Chabrol hat es nicht nötig, den vielen Filmen über die Gräueltaten der Nazi-Deutschen einen weiteren hinzuzufügen. Er konzentriert sich auf das Kriegserleben einer Unterschichtfamilie. Die unschuldig wirkende und doch skrupellose Marie versucht, sich und ihrer Familie ganz alltägliche Wünsche zu erfüllen. Dabei gerät sie mit der zwiespältigen Moral des besetzten Staates in Konflikt. Während Morde an Juden und Kommunisten akzeptiert werden, soll an der Durchschnittshausfrau ein Exempel statuiert werden.
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