Brothers - Zwei Brüder. Eine Liebe. - 2009 | FILMREPORTER.de
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Brothers - Zwei Brüder. Eine Liebe.

OriginaltitelBrothers
GenreDrama
Land & Jahr USA 2009
Kinostart    27.01.2011 (Koch Media)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 105 min.
RegieJim Sheridan
DarstellerTobey Maguire, Jake Gyllenhaal, Natalie Portman, Sam Shepard, Mare Winningham, Bailee Madison
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Tobey Maguire muss Krieg und Eifersucht ertragen

Sam (Tobey Maguire) führt ein vorbildliches Leben, hat mit Grace eine schöne Frau (Natalie Portman) sowie zwei süße Töchter. Als Hauptmann in der Armee hat er es beruflich zu etwas gebracht und ist der Liebling seines Vaters (Sam Shepard). Bruder Tommy (Jake Gyllenhaal) hingegen ist das schwarze Schaf der Familie. Gerade aus dem Gefängnis entlassen, hangelt er sich von einem Gelegenheitsjob zum nächsten, hat jedes Wochenende eine neue Freundin und muss sich von seinem Vater immer vorhalten lassen, nichts wert zu sein. Doch dann muss Sam nach Afghanistan. Nach einem Einsatz wird er vermisst gemeldet. Monate vergehen. Dann erhält Grace die Nachricht, mit der keiner mehr gerechnet hätte. Sam lebe. Zurück kommt nicht der Mann, den sie in den Krieg ziehen ließ. Sam ist verändert, von seinen Erlebnissen in der Gefangenschaft schwer traumatisiert. Er begegnet Grace und den Töchtern abweisend und feindselig. Niemand weiß, wie er mit ihm umgehen soll, zumal er von seinen Erlebnissen mit niemanden zu sprechen in der Lage ist.

Verloren steht Sam am Rand und sieht zu, wie das Leben seiner Frau und seiner Töchter weiter gegangen ist. Der Neid auf die Unbefangenheit, mit der seine Familie lebt, zerfrisst ihn geradezu. Dazu kommt das tiefe Misstrauen gegenüber allen, die er liebt. Er wittert Verrat an jeder Ecke. Und er hat nicht ganz Unrecht. Denn in seiner Abwesenheit - schließlich ging jeder von seinem Tod aus - ist Grace und Tommy sich näher gekommen.
"Brothers" ist das Remake des dänischen "Brothers - Zwischen Brüdern" von Susanne Bier aus dem Jahr 2004. Hier und da geht es um einen Soldaten, der als Kriegsgefangener Schlimmes erlebt hat, was seine Persönlichkeit und seine Sicht auf die Welt nachhaltig verändert hat. Sam Cahill kann nicht in den Schoß seiner Familie zurückkehren, als sei nichts gewesen. Er ist seinen Mitmenschen zutiefst entfremdet, unfähig über seine Erlebnisse zu sprechen. Regisseur Jim Sheridan stellt zwei zentrale Fragen in seinem Film. Wie weit darf ein Mensch gehen, um zu überleben? Und wie gehen Kriegsführende Nationen, und insbesondere die Familie der Krieger, mit ihren traumatisierten Veteranen um?

Was Sam erleben musste, ist kaum vorstellbar und vermutlich doch Alltagsgeschäft im Krieg. Im Gegensatz zu seiner Familie weiß der Zuschauer genau, welche Schuld er auf sich laden musste, um zu überleben. Um zu etwas zurückkehren zu können, was nicht mehr dieselbe Bedeutung hat. Sam fällt aus seinem alten Leben, weil er keine Hilfe bekommt, das traumatische Erlebnis zu verarbeiten. Die Entfremdung Sams zeigt Sheridan anhand vieler alltäglicher Familienszenen. Etwa wenn Sam im Bad vor dem Spiegel steht um sich zu rasieren. Als Grace zur Tür reinkommt, weist er sie barsch zurück, verlangt nach Privatsphäre. Was früher zur geliebten Intimität zwischen dem Paar gehörte, ist für Sam nun unerträglich geworden, denn Sam ist sich selbst unerträglich geworden.

Tobey Maguire spielt sich mit dieser Rolle endgültig das glatte Spider-Man-Image vom Leib. Um seine Rolle glaubhaft zu verkörpern, nahm er einige Kilos ab. Auf der einen Seite ist sein Gesicht, mit den immer noch jungenhaften Zügen, auf der anderen Seite blicken einem aus dem verhärmten Gesicht starr gewordene Augen entgegen, die kein Vertrauen mehr fassen. Maguire gelingt es, die Gefühle von Sam für den Zuschauer erfahrbar zu machen. Man leidet mit ihm, zugleich empfindet man aber auch die gleiche Abneigung, die seine Tochter Isabelle spürt. Ihr Papa ist ihr fremd geworden, sie hat sogar Angst vor ihm. Eine der eindrücklichsten Szenen ist die Geburtstagsfeier, bei der Sam die familiäre Nähe nicht erträgt und es zum Eklat zwischen ihm und seiner Tochter kommt. Auch wenn Natalie Portman und Jake Gyllenhaal ihre Rollen absolut glaubwürdig spielen, sind es doch vor allem Tobey Maguire und die kleine Bailee Madison als Isabelle, die dem Film Tiefe geben.
Brothers - Zwei Brüder. Eine Liebe.

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Bewertung
6,5
7,0 (Filmreporter)     
 (2 User)

Meinungen

Na ja

das Original hat mir besser gefallen, Tobey Maguire überzeugt mich hier auch nicht...
13.02.2011 19:42 Uhr - rico


Trailer: 

Brothers

Jim Sheridan erzählt von der Rückkehr eines Veteranen aus dem Afghanistan-Krieg. Tief traumatisiert ist Sam Cahill nicht fähig, an sein...  Clip starten
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Galerie:  Brothers

"Brothers" ist das Remake des dänischen "Brothers - Zwischen Brüdern" von Susanne Bier aus dem Jahr 2004. Hier und da geht es um einen Soldaten, der als Kriegsgefangener... mehr
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