Female Perversions - 1996 | FILMREPORTER.de
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Female Perversions

OriginaltitelFemale Perversions
GenreDrama
Land & Jahr Deutschland/USA 1996
Kinostart    21.11.1996 (Kinowelt Filmverleih)
FSK & Länge ab 16 Jahren • 110 min.
RegieSusan Streitfeld
DarstellerTilda Swinton, Amy Madigan, Karen Sillas, Frances Fisher, Clancy Brown, Laila Robins
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Anatomiestunde über die weibliche Psyche

Staatsanwältin Evelyn Stephens (Tilda Swinton) gehört zu denen, welche die Ziele erreichen, die sie sich gesteckt haben. Ihre Berufung zur Richterin steht kurz bevor. Das Kleid ist in der Reinigung, das Make-up makellos wie immer. Wenn nur die Träume nicht wären. Schemenhaften Kindheitserinnerungen machen den Schlaf zur Tortour. Die Fassade bekommt Risse, als ihre Schwester Madelyn (Amy Madigan) anruft, die wegen Diebstahls verhaftet wurde. Evelyn stürzt sich derweil in eine Affäre mit der Psychologin Renée (Karen Sillas). Die gefühlskalte Karrierefrau ist hungrig nach Bestätigung von ihren Liebhabern und unversöhnlich gekränkt von jeder Zurückweisung.
Susan Streitfeld wagt sich bei ihrem Regiedebüt an die Verfilmung von Louise J. Kaplan Bestseller "Female Perversions: The Temptations of Emma Bovary". Wie Emma in Gustave Flauberts Roman "Madame Bovary" für das Geschlechterstereotyp seiner Zeit steht, skizziert Streitfeld ein düsteres Psychogram der modernen Frau. Sie ist von den Ansprüchen, die sie an sich selbst stellt überfordert und über ihre neue Rolle nach der feministischen Revolution verunsichert. Selbstverletzendes Verhalten, Anorexie und Kleptomanie lautet der Befund von Psychoanalytikerin Kaplan. Sämtlichst Krankheitsbilder, die spezifisch für die Situation der Frau in unserer Gesellschaft zu sein scheinen. "Female Perversions" führt auf eindringliche Art und Weise Prototypen dieser Krise vor. Er stößt die Tür zu den Badezimmern auf, in denen junge Mädchen nach der Rasierklinge greifen oder sich erbrechen. Dabei scheut sich der Film nicht vor drastischen Bildern, ohne voyeuristisch zu sein.

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