Restless - 2008 | FILMREPORTER.de
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Restless

OriginaltitelRestless
GenreDrama
Land & Jahr Israel/Deutschland/Frankreich 2008
FSK & Länge 100 min.
RegieAmos Kollek
DarstellerKaren Young, Phyllis Somerville, Moshe Ivgy, Ran Danker, Michael Moshonov, Arnon Zadok
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Bittere und rührende Familiengeschichte

Moshe (Moshe Ivgy) ist Straßenhändler in New York. Das Geschäft mit Uhren läuft nicht gut, deswegen versucht es der Israeli mit allerlei Tricks. Er heuert Bauchtänzerinnen zur Animation seiner Kunden an oder verkauft auf der Straße angeblich verjüngende Gesichtscreme. Von seinem Lebenstraum, einer Schriftstellerkarriere, hat er sich längst verabschiedet. Er tritt nur ab und an in der Bar eines Freundes auf, wo sich abends vorwiegend israelische Immigranten versammeln. Moshes Geschichten handeln von seiner Zeit in der Armee, von der Politik und der Bitterkeit des Alleinseins. Vor 20 Jahren hat er Israel verlassen. Er konnte nicht mehr in einem Land leben, dessen Zukunft nur aus Krieg bestand. Sein Sohn Tzach (Ran Danker) hat ihm die Flucht nie verziehen. Der inzwischen erwachsene Mann ist einer der besten Scharfschützen des Landes, doch die Wut auf seinem Vater will einfach nicht vergehen. Nach dem Tod seiner Mutter, macht sich Tzach auf dem Weg in die USA. Eine Versöhnung scheint unmöglich.
Das Leben von Regisseur und Drehbuchautor Amos Kollek ist so interessant wie sein Drama "Restless". Vater Teddy Kollek war zwischen 1965 und 1993 Bürgermeister von Jerusalem. Mit Unterstützung von Amos, verfasste der Politiker seine Autobiografie. Auch sonst schrieb der Sohn immer wieder Bücher, er ist ein angesehener Schriftsteller. Wegen Independent-Filme wie "Fast Food, Fast Women" und "Sue - Eine Frau in New York" wird er gelegentlich mit Nouvelle-Vague-Meister Eric Rohmer verglichen. Im Unterschied zu seinen anderen Werken erzählt das Drama die Geschichte eines Mannes, der mit seinen 40 Jahren vor dem Nichts steht. Amos Kollek zeichnet das lyrische Portrait eines unglücklichen Rebellen. Die einzige Sexszene im Film ist wie ein theatralisches Statement gestaltet. Moshe zitiert während des Geschlechtsverkehrs seine bitteren Erfahrungen mit dem Leben. Die poetischen Einlagen mildern die zynischen Töne jedoch etwas. Anfangs wirken die Figuren wie skizziert, sie verharren auf ihren Positionen, ohne sich dem Zuschauer zu öffnen. Doch Amos Kollek schafft die Kurve. Langsam gewinnen die Charaktere an Dreidimensionalität und ziehen die Sympathien auf sich. Gelungenes Drama um Versöhnung, Heimat und Familie. Der politische Diskurs sorgt für zusätzliche Nuancen, jedoch dienen sie nur als Hintergrund für die Entfaltung der Charaktere.
Restless

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