Good Will Hunting - Der gute Will Hunting - 1998 | FILMREPORTER.de
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Good Will Hunting - Der gute Will Hunting

OriginaltitelGood Will Hunting
GenreDrama
Land & Jahr USA 1998
Kinostart    19.02.1998
FSK & Länge ab 12 Jahren • 121 min.
RegieGus van Sant
DarstellerRobin Williams, Matt Damon, Ben Affleck, Stellan Skarsgård, Minnie Driver, Casey Affleck
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Intellektuelles Genie stößt an soziale Grenzen

Will Hunting (Matt Damon) macht nicht viel aus seinem Leben. Der 20-Jährige jobbt als Hausmeister an der Eliteuniversität Massachusetts Institute of Technology (MIT), geht abends in die Kneipe und bessert sein Gehalt als Gelegenheitskrimineller auf. Will hat Chuckie (Ben Affleck) und seinen anderen Freunden dennoch etwas voraus. Er liest viel, behält und versteht Unmengen an Informationen und hat ein außerordentlich großes mathematisches Talent.

Als Professor Gerald Lambeau (Stellan Skarsgård) seinen Studenten ein schwieriges mathematisches Problem stellt, löst Will die Gleichungen an der Tafel in einem unbeobachteten Moment. Lambeau bewahrt Will vor einer Gefängnisstrafe. Der Mathematiker stellt dem Jungen zwei Bedingungen: Will soll ihm bei mathematischen Problemen helfen und einmal in der Woche zur Therapie bei Sean Maguire (Robin Williams) erscheinen. Der tut sich schwer, zu dem Jungen durchzudringen. Will fühlt sich unverstanden und daran kann auch die hübsche Harvard-Studentin Skylar (Minnie Driver) zunächst nichts ändern.
Will Huntings (Matt Damon) Fazit zu "Good Will Hunting" würde wohl folgendermaßen ausfallen: 'dumm, sinnlos, abgekupfert'. Er könnte zehn Filme und drei Dutzend Bücher nennen, die mit ähnlichen Themen diesen besser gerecht werden. Er würde Regisseur Gus van Sant und die Autoren Matt Damon und Ben Affleck in Zitaten, Referenzen und geistreicher Brachialkritik bombardieren. Will würde van Sant einen unfähigen Idioten nennen und abhauen, ohne die Antwort abzuwarten. Das heißt nicht, dass ihm der Film missfallen hätte. Will Hunting lebt für die Konfrontation.

In jeder intellektuellen Diskussion mit ihm stünde der Gewinner von Beginn an fest. Wer sich auf dieses Spiel einlässt, hat bereits verloren. Bestehen kann nur, wer die Spielregeln ändert. Das tun sowohl sein Therapeut Sean Maguire (Robin Williams) als auch Regisseur Gus van Sant. Sie lassen sich auf keine intellektuelle Auseinandersetzung ein und verfallen nicht in Bewunderung vor der Genialität Will Huntings. Sie dekonstruieren und zerstören sein Selbstbild.

In dieser Lust an der Konfrontation liegt die größte Stärke von "Good Will Hunting". Denn der Protagonist eckt nicht nur bei den anderen Figuren an, sondern auch beim Publikum. Lieber Zuschauer, Du wirst nie so gedankenschnell, belesen oder originell sein wie dieser junge Mann. Man ist von Wills Genie genauso vor den Kopf gestoßen wie sein von Stellan Skarsgård gespielter Möchtegern-Mentor Gerald Lambeau. Gus van Sant und die Autoren bieten jedoch einen Ausweg, der in der emotionalen Kompetenz seines Filmpsychologen Sean Maguire liegt. Mehr noch, van Sant macht den Zuschauer zum Komplizen in der Dekonstruktion von Wills Überheblichkeit.

Man könnte mehr Worte über van Sants Geschick als Filmemacher verlieren. Darüber, wie es ihm in wenigen Anfangsszenen gelingt, die Isolation seines Protagonisten mit geschickt gewählten Einstellungen zu visualisieren. Oder darüber, wie er den häufigen psychischen und physischen Konfrontationen zwischen seinen Figuren eine gruselige Unmittelbarkeit gibt. Nicht zuletzt ist anzuführen, wie er höhere Mathematik als anschauliches und ergreifendes Erlebnis inszeniert. Will Hunting hielte solche Aussagen wohl für falsch, dumm und oberflächlich. Immerhin hat es ihm Gus van Sant ziemlich schwer gemacht, diese Auffassung plausibel zu belegen.
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7,0 (Filmreporter)     
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