Antonias Welt - 1995 | FILMREPORTER.de
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Antonias Welt

OriginaltitelAntonia's Line
GenreDrama, Komödie
Land & Jahr Belgien/Großbritannien/Niederlande 1995
Kinostart    05.09.1996 (MFA+ Film Distribution)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 93 min.
RegieMarleen Gorris
DarstellerWilleke van Ammelrooy, Els Dottermans, Dora van der Groen, Veerle van Overloop, Esther Vriesendorp, Carolien Spoor
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Matriarchalischen Utopie von Marleen Gorris

Antonia (Willeke van Ammelrooy) weiß, dass es Zeit ist zu sterben. Doch bevor sie das tut, erzählt sie uns die Geschichte ihres Lebens: Nach zwanzig Jahren kehrt sie mit Tochter Danielle (Els Dottermans) in ihr Heimatdorf zurück und übernimmt den Hof ihrer Großeltern. Mit einigen Anlaufschwierigkeiten lebt sie sich langsam wieder im Dorf ein. Aber ihre liberale Haltung und ihr Feminismus stößt bei vielen, vor allem aber beim Pfarrer (Leo Hogenboom) auf Widerstand und Unverständnis.

Mit ihrem großen Engagement für alle ungerecht Behandelten wird sie jedoch bald zur wichtigsten Anlaufstelle im Dorf. Die Zeit verstreicht, Antonia wird Groß- und Urgroßmutter. Aus dem Hof wird ein Heim mehrerer Generationen und langsam eine kleine Kommune freiheitsliebender Frauen. Einige wenige Männer mit gutem Benehmen werden zu Fortpflanzungszwecken immerhin geduldet. Mit den Jahren wird die Gemeinschaft auf dem Hof immer größer, der Widerstand gegen diese freie Lebensgemeinschaft immer kleiner.
Liebevoll und mit Witz erzählt Regisseurin und Drehbuchautorin Marleen Gorris den Weg der starken Antonia, die ihr Leben eigenständig lebt und sich gegen alle Ungerechtigkeiten im Dorf wehrt. Sie schafft eine ungewöhnliche Familiensaga, eine matriarchalische Utopie. Alles erscheint realistisch und gleichzeitig doch ein wenig wie im Märchen. Gorris nimmt ganz klar die Perspektive der Frauen ein und zeigt, dass eine Welt in Frauenhänden eine bessere sein könnte.

Dabei zeichnet sie aber nicht schwarz-weiß: Frauen gut, Männer schlecht. Jede der Figuren hat einen eigenen Charakter und in (fast) jeder steckt etwas Gutes. Die Erzählweise von "Antonias Welt" ist ruhig und frech zugleich. Als Gegensatz zur altmodischen Dorfatmosphäre setzt Gorris moderne, unkonventionelle künstlerische Mittel ein. Zu Recht wurde "Antonias Welt" 1995 mit dem Oscar als bester ausländischer Film ausgezeichnet.

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