Genova - 2008 | FILMREPORTER.de
©Donostia-San Sebastian International Film Festival

Genova

OriginaltitelGenova
AlternativNeustart in Genua (DVD-Titel)
GenreDrama
Land & Jahr Großbritannien 2008
RegieMichael Winterbottom
DarstellerColin Firth, Catherine Keener, Hope Davis, Willa Holland, Perla Haney-Jardine, Kerry Shale
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Neubeginn einer vom Schicksal geschlagenen Familie

Bei einem tragischen Autounfall wird die zweifache Mutter Marianne (Hope Davis) getötet. Ihre beidem Kinder Kelly (Willa Holland) und Mary (Perla Haney-Jardine) überleben leichtverletzt. Zwar machen die Mädchen eine Therapie, doch eine große Hilfe ist ihnen diese nicht. Vor allem die erst zehnjährige Mary leidet schrecklich unter dem Verlust. Des Nachts wacht sie oft schweißgebadet auf und schreit verzweifelt nach ihrer verstorbenen Mutter. Hinzu kommt, dass sie sich die Schuld am Unfall gibt. Vater Joe (Colin Firth) sieht keinen anderen Ausweg, als Haus und Land zu verlassen und in der italienischen Küstenstadt Genua ein neues Leben zu beginnen. Joe bekommt die Stelle eines Professors an der dortigen Uni und hofft, der Tapetenwechsel würde seinen Kindern gut tun. Während die 16-jährige Kelly schnell Anschluss findet, vereinsamt Mary immer mehr. Das Verhältnis zwischen den Schwestern verschlechtert sich zunehmend, denn auch Kelly gibt Mary die Schuld an dem Unglück. Das Mädchen flüchtet sich in Zwiegespräche mit ihrer Mutter und behauptet, dass sie Besuch von ihr bekäme. Einer Bekannten vertraut sie an, dass sie sich nichts sehnlicher wünsche, als bei ihrer Mutter zu sein.
Anhand eines tragischen Ereignisses zeichnet Michael Winterbottom den Weg dreier Menschen, die versuchen, ins Leben zurückzufinden. Zwar steht der Unfalltod der Mutter wie eine dunkle Wolke über der Handlung, dennoch gelingt es dem Regisseur süße und fröhliche Momente einfließen zu lassen. In der männlichen Hauptrolle ist Colin Firth zu sehen, der als biederer Anwalt in "Bridget Jones" Aufmerksamkeit erregte. Die ungewöhnliche Rolle des fürsorglichen und liebevollen Familienvaters nimmt man ihn ohne weiteres ab. Und das, obwohl die Dreharbeiten zur Musicalkomödie "Mamma Mia!" gleichzeitig stattfanden. Ab und zu wechselt das Drama gewollt in die Atmosphäre eines Thrillers, beispielsweise bei Zeitlupenaufnahmen von Motorollerfahrten. Je länger die Handlung jedoch andauert, desto öfter beschleicht einen das Gefühl, den Film schon mal gesehen zu haben. So wurde das Thema des Verlusts der Mutter in abgeändert Form bei "Caos calmo" mit Nanni Moretti bereits behandelt. Natürlich unterscheiden sich die beiden Filme, der Grundton ist jedoch derselbe. So hinterlässt der Film, obgleich handwerklich wenig auszusetzen ist - Michael Winterbottom versteht seine Profession - den faden Beigeschmack eines aufgewärmten Themas. Dasselbe gilt für die Hommage an die italienische Küstenstadt Genua. Zwar vermitteln Kameramann und Regisseur dem nicht Ortskundigen Publikum hervorragend den italienischen Charme der engen Gassen, das Machogetue männlicher Jugendlicher und nicht zuletzt den vorherrschende Leichtsinn und das "Es-wird-schon-irgendwie-gehen"-Einstellung der Bevölkerung hier, aber das brachte der Franzose Cédric Klapisch mit "So ist Paris" auch hervorragend auf die Leinwand. So bleibt am Ende das Resümee eines fehlerfreien und handwerklich gelungenen Films mit fadem Beigeschmack.
Genova

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Michael Winterbottom gelang zwar ein handwerklich sauberes Drama, es bleibt jedoch der fade Beigeschmack, dass eine alte Geschichte in ein...  Clip starten
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