Das Messer im Wasser - 1962 | FILMREPORTER.de
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Das Messer im Wasser

OriginaltitelNóz w wodzie
GenreThriller
Land & Jahr Polen 1962
FSK & Länge ab 16 Jahren • 93 min.
KinoDeutschland
AnbieterImpuls Filmverleih
Kinostart18.10.1963
RegieRoman Polański
DarstellerLeon Niemczyk, Jolanta Umecka, Zygmunt Malanowicz, Anna Ciepielewska
Links IMDB
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Meisterhaftes Regiedebüt von Roman Polanski

Auf dem Weg zu einem Ausflug mit ihrem Segelboot nehmen der Sportjournalist Andrzej (Leon Niemczyk) und seine Frau Krystyna (Jolanta Umecka) einen jungen Anhalter (Zygmunt Malanowicz) mit, den sie spontan auf das Boot einladen. Auf dem See entwickelt sich zwischen den beiden ungleichen Männern ein Machtkampf um die Gunst der Frau. Der ältere Andrzej protzt mit seinem Besitz und beruflichen Errungenschaften, der jüngere Fremde mit seiner Jugend und Unabhängigkeit.

Sein einziger Besitz ist ein Messer. Als der Konflikt zwischen den Männern in eine körperliche Auseinandersetzung ausartet, fällt das Messer ins Wasser. Der Junge springt hinterher und taucht nicht wieder auf. Nach langer Suche entscheiden sich Andrzej und Krystyna, die Polizei zu verständigen. Nachdem Andrzej weggefahren ist, taucht der junge Mann wieder auf und schläft mit Krystyna. Als der Ehemann wiederkommt, gesteht seine Frau den Betrug. Damit wird der Bruch in der Beziehung des Ehepaars nur noch größer.
Schon in seinem Spielfilmdebüt zeigt sich Roman Polanskis Talent für die Inszenierung subtiler Spannung. Im Konflikt zwischen den Männern zeigen sich neben deren latenter Aggression auch Abgründe, die sonst unter der Oberfläche des Zivilisatorischen schlummern. Zugleich versteht es Polanski, die äußere Handlung mit einer dezidierten Gesellschaftskritik zu verknüpfen. In meisterlich komponierten Schwarz-Weiß-Bildern entwirft der Regisseur eine Parabel für ein politisches System, das allenfalls in der Theorie sozialistisch ist, in Wirklichkeit eine Tendenz zur 'Verbürgerlichung' (Film-Dienst) aufweist.

Bereits die erste Szene zwängt das Paar in ein kleines Auto und verweist so auf die Enge und das Eingesperrt-Sein, welche die polnische Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg prägt. Wenn die männlichen Kontrahenten auf dem Segelboot ihren Machtkampf austragen, dann ist das Ausdruck einer Neurose infolge des fortwährenden Konflikts zwischen Selbstverwirklichung und politisch bedingter Selbstverneinung. Ein meisterhafter Einstand eines Ausnahmeregisseurs.
Das Messer im Wasser

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