Angel - Jäger der Finsternis - 1999 | FILMREPORTER.de
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Angel - Jäger der Finsternis

OriginaltitelAngel
AlternativAngel: The Series
GenreTV-Serie, Mystery
Land & Jahr USA 1999
FSK & Länge 45 min.
RegieJames A. Contner, Joss Whedon, David Greenwalt
DarstellerDavid Boreanaz, Alexis Denisof, J. August Richards, Charisma Carpenter, Andy Hallett, Amy Acker
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Ein Vampir mit Seele kämpft für seine Erlösung

Einst galt Angel (David Boreanaz) als einer der grausamsten Vampire. Fast 150 Jahre lang hinterlässt er eine blutige Spur durch ganz Europa. Unter seinen zahlreichen Opfern befindet sich auch ein Zigeunermädchen. Nachdem er dieses auf grausame Weise tötet, wird Angel Ende des 19. Jahrhunderts von ihrem Clan mit einem Fluch belegt, der ihm seine Seele zurückgibt. Fortan leidet der Vampir unter der Schuld, die er durch seine vielen Morde auf sich geladen hat und irrt fast ein Jahrhundert lang ziellos umher. Das ändert sich, als er auf die Vampirjägerin Buffy Summers (Sarah Michelle Gellar) trifft. Er beschließt, an ihrer Seite das Böse zu bekämpfen und damit Sühne für seine Taten zu leisten. Nach einer wechselvollen Beziehung mit der Jägerin, setzt sich Angel nach Los Angeles ab. Dort gründet er die Detektei Angel Investigations, um den Kampf gegen Vampire und andere Dämonen fortzusetzen. Ihm zur Seite stehen unter anderem die von Visionen geplagte Cordelia Chase (Charisma Carpenter) sowie der ehemalige Wächter Wesley Wyndam-Pryce (Alexis Denisof). Zusammen stellen sie sich Wolfram & Hart entgegen, einer mächtigen Anwaltskanzlei, die ganz eigene, dämonische Pläne verfolgt.
Angel gehörte auch zum Ensemble von "Buffy - Im Bann der Dämonen". Nachdem die tragische Geschichte zwischen dem Vampir und der Jägerin nach der der dritten Staffel zu ihrem vorläufigen Ende kam, erhielt die beliebte Figur ihre eigene Spin-Off-Serie. Trotz zahlreicher brillanter Episoden gelingt es "Angel - Jäger der Finsternis" insgesamt nicht, die hohe Komplexität des Vorgängers zu erreichen. Nichtsdestotrotz zeichnet sich auch diese Serie durch ihre intelligenten Drehbücher und vielschichtigen Charaktere aus. Trotz der düsteren Atmosphäre kommt auch der "Buffy"-typische Humor nicht zu kurz. Ähnlich wie beim Vorgänger entwickelt Serienschöpfer Joss Whedon seine Charaktere im Laufe jeder Staffel weiter. So wird auch das Figurengeflecht bei "Angel - Jäger der Finsternis" zunehmend komplexer.

In der ersten Staffel merkt man der Serie deutlich an, dass sie ihre Richtung noch finden muss. Viele Episoden sind in sich abgeschlossen, ein roter Faden ist erst allmählich erkennbar. Richtig in Fahrt kommt die Handlung in der zweiten Staffel. Dann kehrt jene Frau zurück, die Angel einst zum Vampir machte: Darla. Die längst totgeglaubte Blutsaugerin wird als Mensch wiedergeboren. Der Kampf um ihre Seele wird auch Angels Kampf um seine eigene Seele. Schon bald überschlagen sich die Ereignisse und finden ihr tragisches Ende in einer dunklen, verregneten Gasse. Im Zuge von Darlas Wiedergeburt wird Angel an seine moralischen Grenzen getrieben. Bereits in "Buffy - Im Bann der Dämonen" wurde die dunkle Seite des Helden ergründet. Angel begnügte sich nicht damit, seine Opfer zu töten. Er hatte seine perverse Freude daran, mit ihnen zu spielen, sie zu quälen und in den Wahnsinn zu treiben. Diese Abgründe lauern trotz seiner Seele weiterhin in ihm. In "Angel - Jäger der Finsternis" wird dieser Aspekt seiner Persönlichkeit weiter ausgelotet und differenziert. So ist ein bestimmendes Thema der Serie das Verhältnis von Schuld und Sühne sowie die Suche nach Erlösung. Das gilt nicht nur für Angel. Auch Nebencharaktere werden im Laufe der Serie mit der Schuldfrage konfrontiert. Besonders Gutmensch Wesley gerät in immer dunklere Abgründe und zerbricht fast daran, dass er am Verschwinden von Angels Sohn Connor mitverantwortlich ist.

Die moralische Grauzone, in der sich die Geschichten und ihre Figuren bewegen, wird auch in der fünften und letzten Staffel thematisiert. Angel und seine Mitstreiter erhalten von Wolfram & Hart ein Angebot, das sie nicht abschlagen können und arbeiten fortan für die sinistre Anwaltskanzlei. Gerade in dieser Zeit verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse zunehmend. Implizit reflektiert Whedon anhand dieses Teufelspaktes die Schwierigkeiten, seine eigenen künstlerischen Vision innerhalb der restriktiven Bestimmungen einer großen Fernsehproduktionsfirma umzusetzen. Denn "Angel - Jäger der Finsternis" ist keinesfalls leichte Unterhaltung zwischen zwei Werbeblöcken. Whedon widmet sich vielmehr den Abgründen der menschlichen Seele. Auch wenn die Seele in Angels Fall im Körper eines Vampirs steckt.
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