Alles, was wir geben mussten - 2010 | FILMREPORTER.de
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©20th Century Fox

Alles, was wir geben mussten

OriginaltitelNever Let Me Go
GenreScience Fiction
Land & Jahr USA 2010
Kinostart    14.04.2011 (20th Century Fox)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 103 min.
RegieMark Romanek
DarstellerCarey Mulligan, Andrew Garfield, Izzy Meikle-Small, Charlie Rowe, Ella Purnell, Charlotte Rampling
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Carey Mulligan und Keira Knightley geben ihr Leben

Hailsham ist ein sehr spezielles Internat. Hier wachsen besondere Schüler auf. Das wird Kathy (Izzy Meikle-Small), Ruth (Ella Purnell), Tommy (Charlie Rowe) und den anderen Kindern seit frühester Kindheit immer wieder eingebläut. Was an ihnen so besonders ist, erfahren sie erst spät. Es ist ihre Aufgabe, denn die Jugendlichen sind Klone, die zu dem einen Zweck existieren, zu einem späteren Zeitpunkt ihre Organe der Gesellschaft zu spenden.

Nichtsdestotrotz achtet Schulleiterin Miss Emily (Charlotte Rampling) auf eine gute Ausbildung. Die Kinder erhalten Unterricht in Naturwissenschaft, Kunst und Sport. Hin und wieder kommt Madame (Nathalie Richard) in das Internat, um Gemälde der Kinder für ihre Galerie zu sammeln. Kathy und Ruth sind beste Freundinnen. Als Ruth bemerkt, dass Kathy in Tommy verliebt ist, hintergeht sie ihre Freundin und versucht, ihn für sich zu gewinnen. Als Kathy (Carey Mulligan), Ruth (Keira Knightley) und Tommy (Andrew Garfield) mit 18 Jahren Hailsham verlassen, sind sie wenig auf ihr kurzes Leben in der Welt vorbereitet. Sie wohnen mit anderen Klonen auf einem einsamen Bauernhof und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie zu ihrer ersten Spende berufen werden. Auf dem Hof hören sie von Gerüchten über einen Aufschub, der Paaren gewährt werden soll, die sich wirklich lieben.
Literaturverfilmungen sind schwierig. Der Leser hat von der Lektüre ein eigenes Bild in seinem Kopf, das einerseits eher unbestimmt, auf der anderen Seite aber auch sehr konkret sein kann. Wenn ein literarischer Stoff verfilmt wird, ist es nahezu unmöglich, eine filmische Version zu erschaffen, die all diejenigen befriedigt, die das Buch gelesen haben. Vor diesem Hintergrund sollte man Literaturverfilmungen als eigenständiges Werk betrachten, das seine Inspiration aus einem Buch genommen hat. Wichtig für die Leser ist, dass die Grundaussage des Buches nicht verändert wird. Kürzungen und Verlagerungen von Handlungsschwerpunkten und in der Figurenkonstellation sind unumgänglich. Das sind Punkte, die auch auf "Alles, was wir geben mussten" zutreffen.

Wo Kazuo Ishiguro den Leser des Romans lange im Dunkeln lässt, was eigentlich das Besondere an den Schülern Hailshams ist, wird dies dem Kinozuschauer von Anfang an schonungslos offenbart. Was in gleichem Maße fehlt, ist die Reaktion der Hauptcharaktere. In anderen Science-Fiction-Filmen mit ähnlicher Thematik, gehen die Klone früher oder später in Konfrontation. In "Alles, was wir geben mussten" tun sie dies zunächst nicht. Sie finden sich mit ihrem Schicksal ab. Und das ist es, was Buch und Film für den Zuschauer so schwer erträglich macht. Wir wünschen uns, dass Kathy, Ruth und Tommy für ihr Leben kämpfen, weil sie kein Ersatzteillager, sondern Menschen sind. Wir wollen, dass sie überleben. Die drei Hauptdarsteller berühren mit ihrem einfühlsamen Spiel.

Bei Carey Mulligans Kathy bleiben die Gefühle unter der Oberfläche. Dennoch merkt der Zuschauer, dass Kathy unter Ruths manipulativem Verhalten leidet. Sie hat nicht gelernt, sich gegen etwas zu wehren, überhaupt Gefühle zuzulassen. Keira Knightley macht Ruths Verhalten nachvollziehbar, auch wenn es niemand gut heißen würde. Sie hat Angst vor dem Alleinsein und sabotiert deshalb die aufkeimende Liebe zwischen Kathy und Tommy. Dabei wirkt sie dennoch unglaublich zerbrechlich. Die Kinder wachsen ohne Eltern auf und haben nur ihre Mitschüler. Das erklärt auch, warum die drei an ihrer Freundschaft festhalten. Tommy ist schließlich derjenige, der für den Zuschauer am logischsten auf sein Schicksal reagiert: mit Verzweiflung. Andrew Garfield spielt das mit einer fast schmerzlichen Intensität.

Gerade dadurch, dass im Film niemand sagt, das ist unmoralisch, kommt die Aussage beim Zuschauer umso wuchtiger an. Fassungslos müssen wir mit ansehen, was hier jungen Menschen angetan wird und wie diese so manipuliert werden, dass sie sogar stolz auf die Erfüllung ihrer Pflicht sind. "Alles, was wir geben mussten" tut weh. Und das ist gut.
Alles, was wir geben mussten

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Bewertung
5,3
8,0 (Filmreporter)     
 (3 User)

Meinungen

Ich hab mir den Film angeschaut, weil er in der Vorschau recht interessant klang. Fand ihn dann aber langweilig. War mir zu viel melancholisch-deprimiertes In-die-Ferne-Gucken!
05.08.2013 10:52 Uhr - ulysses25

Und wieder ein Film über Klone als menschliche Ersatzteillage. Das Schöne ist aber das \"Alles was wir geben mussten\" gar nicht so rüberkommt wie der x-te... mehr
10.06.2013 12:53 Uhr - Christina_Christina

Trailer: 

Alles, was wir geben mussten

Kathy (Carey Mulligan), Ruth (Keira Knightley) und Tommy (Andrew Garfield) wachsen in dem englischen Internat Hailsham auf. In ihrer Kindheit ahnen sie...  Clip starten
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