Unsere Ozeane - 2009 | FILMREPORTER.de
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Unsere Ozeane

OriginaltitelOcéans
AlternativOceans
GenreDokumentarfilm
Land & Jahr Frankreich 2009
Kinostart    25.02.2010 (Universum Film)
FSK & Länge ab 0 Jahren • 100 min.
RegieJacques Perrin, Jacques Cluzaud
DarstellerMatthias Brandt, Rie Miyazawa
Homepage http://oceans.gaga.ne.jp
http://www.unsere-ozeane.de
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Faszination des größten Lebensraums der Erde

"Was ist das Meer?" fragt ein Kind seinen Vater. Der überlegt. Die Meere machen 70 Prozent der Erdoberfläche aus. Wie soll man diesen riesigen Lebensraum mit seiner schier unfassbaren Artenvielfalt in einfache Worte fassen? Jacques Perrin und Jacques Cluzaud versuchen sich in "Unsere Ozeane" mit der Beantwortung der Frage. Dazu geben sie einen Einblick in das Leben oberhalb und unterhalb der Wasseroberfläche und den Veränderungen im Laufe der Erdgeschichte.

Auch im 21. Jahrhundert strahlen die Meere auf den Menschen eine große Faszination aus. Die blauen Tiefen laden zum Träumen ein, sie stecken voller Geheimnisse, denn gerade die Tiefsee ist noch verhältnismäßig wenig erforscht. Dort lebt eine Vielfalt von Lebewesen in bizarren Farben und Formen, wie man sie eher in der Fabelwelt vermutet. Bei der Frage, was das Meer ausmacht, geht es vor allem auch um die Frage, wie lange die Ozeane als Lebensraum noch erhalten bleiben. Viele Arten sind vom Aussterben bedroht, andere sind es bereits, manche sind bedroht, bevor sie ein Mensch zu Gesicht bekommen hat.
Für "Unsere Ozeane" waren Jacques Perrin und Jacques Cluzard mit einem Team von Tauchern, Technikern und Wissenschaftlern vier Jahre auf Entdeckungsreise. Dank modernster Ausrüstung gelangen dabei faszinierende Bilder vom Leben in der Tiefsee. Doch bei allem Aufwand sind Sinn und Zweck der aufwendigen Dokumentation für den Zuschauer nicht ganz klar. Geht es Perrin und Cluzard in erster Linie darum, möglichst spektakuläre Unterwasseraufnahmen zu zeigen? Wenn ja, ist dieses Unterfangen zweifellos gelungen. Die Vielfalt und Skurrilität der gezeigten Lebewesen ist unglaublich. Man staunt über Meeresbewohner in den ungewöhnlichsten Formen und Farben, die wie Fantasiefiguren aus einem Science Fiction anmuten. Auch die Qualität der Aufnahmen sorgt für Staunen. Amüsante Kampfszenen zwischen rivalisierenden, exotischen Meeresbewohnern oder sich tollpatschig bewegende Jungtiere sorgen für herzliches Lachen.

Bombastische Orchesterklänge wurden synchron zur Bewegung von Korallen, Delphinen und Wasservögeln zugeschnitten, so dass sich diese wie in einer einstudierten Choreographie zu bewegen scheinen. Das ist ästhetisch ansprechend gemacht und wirklich unterhaltend anzusehen. Man erfährt dabei jedoch nie, welche Tiere man gerade zu Gesicht bekommt. Das ist gerade bei den seltenen Arten schade, denn gerne wüsste man mehr über sie. In dieser Hinsicht ist die Dokumentation enttäuschend.

Nach Aussage von Perrin wollten er und Cluzard "neue Empfindungen auslösen und wirklich grundlegende Kenntnisse über die Ozeane und ihre Bewohner vermitteln". Bei diesem Unterfangen halten sie es für unnötig, auf einzelne Spezies einzugehen, da es ihnen um nicht darum geht, einen Lehrfilm zu machen. Sie wollen einen möglichst umfangreichen Einblick in die Gewässer der Erde geben. Natürlich ist es angesichts der Vielzahl unmöglich, jeden Tiernamen zu nennen. Doch beim Betrachten würde man schon gerne über die eine oder andere seltene Art ein wenig mehr erfahren. Informationen eines Kommentators werden nur selten eingestreut. Über weite Strecken wird der Zuschauer mit den Bildern allein gelassen. Diese faszinieren zwar, aber sie machen ihn auch rat- und orientierungslos. Er erfährt nicht, in welchem Ozean die jeweiligen Aufnahmen gerade entstanden sind. Die wenigen Informationen sind schwammig und ungenau. Dabei erfährt der Betrachter kaum mehr, als er ohnehin schon wusste. Dass die Doku letztlich Umweltverschmutzung und die bedrohte Artenvielfalt thematisiert, ist vorhersehbar. Die Frage, was das Meer ausmacht, kann der Zuschauer sich auch am Ende des Films nicht eindeutig beantworten. Die atemberaubenden Bilder sprechen allerdings für sich. Mit der Faszination seltener Lebenswesen appellieren die Macher an das Verantwortungsbewusstsein des Betrachters für die Umwelt. In dieser Hinsicht ist der knapp eingesetzte Kommentar ausreichend.
Unsere Ozeane

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Unsere Ozeane

Das Meer hat eine unglaubliche Faszination. Die Tiefsee ist als Lebensraum aufgrund fehlender technischer Möglichkeiten dabei nur rudimentär erforscht....  Clip starten
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