Machete - 2010 | FILMREPORTER.de
©Sony Pictures

Machete

OriginaltitelMachete
GenreAction
Land & Jahr USA 2010
Kinostart    04.11.2010 (Sony Pictures)
FSK & Länge ab 18 Jahren • 105 min.
RegieEthan Maniquis, Robert Rodriguez
DarstellerDanny Trejo, Robert De Niro, Tim Roth, Steven Seagal, Rose McGowan, Sacha Baron Cohen
Homepage http://www.machete-film.de
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Robert Rodriguez' brachiale Antwort auf Rassismus

Einst arbeitete Machete (Danny Trejo) als Ermittler der mexikanischen Bundespolizei. Kurz bevor er den skrupellosen Gangsterboss Torrez (Steven Seagal) überführen konnte, tötete dieser auf brutale Weise die Familie des Gesetzeshüters. Machete selbst überlebte nur knapp und flüchtete nach Texas, wo er seither als Tagelöhner seine Vergangenheit zu vergessen versucht. Eines Tages wird er vom zwielichtigen Geschäftsmann Booth (Jeff Fahey) gezwungen, den rassistischen Senator McLaughlin (Robert De Niro) zu erschießen. Andernfalls würde er dafür sorgen, dass der illegal eingewanderte Ex-Polizist nach Mexiko abgeschoben wird. Da der erzkonservative Politiker eine Gefahr für alle in den USA lebenden Mexikaner darstellt, willigt Machete schließlich ein.

Doch das Ganze stellt sich als Falle heraus. Während McLaughlin von einem zweiten Scharfschützen nur verletzt und damit noch populärer wird, soll Machete als Sündenbock herhalten. Fortan wird er von einer Reihe erbarmungsloser Killer gejagt, unter denen sich auch der unberechenbare Von (Don Johnson) befindet. Beim Versuch, die Verschwörung ans Licht zu bringen, wird Machete von Einwanderungsbeamtin Sartana (Jessica Alba) und Revoluzzerin Luz (Michelle Rodriguez) tatkräftig unterstützt.
Schon während der Vorbereitung zu "Desperado" Mitte der 1990er Jahre, erfand Regisseur Robert Rodriguez einen Latino-Helden namens Machete. Zum ersten Mal konnte man die von Danny Trejo gespielte Figur beim Double-Feature "Planet Terror" und "Death Proof - Todsicher" sehen. Rodriguez drehte 2007 mit dem Darsteller einen Fake-Trailer zu "Machete", der zwischen den beiden Grindhouse-Werken lief. Wegen der begeisterten Zuschauerreaktionen und der Beharrlichkeit Trejos, die Geschichte weiterzuspinnen, machte Rodriguez schließlich einen Kinofilm daraus. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

Vor allem Fans von Rodriguez' gewalt- und bleihaltigen Werken wie "Desperado", "From Dusk Till Dawn" und "Planet Terror" kommen auf ihre Kosten. Hier wird geschossen und geblutet, was das Zeug hält. Wie schon in seinen vorhergehenden Action-Krachern inszeniert Rodriguez die zahlreichen Gewaltmomente bewusst übertrieben und mit einer ordentlichen Portion Ironie. So wird in einer Szene erklärt, dass der menschliche Darm zehn Mal länger als der menschliche Körper sei. Als sich Machete kurz darauf mit den Eingeweiden seines Gegners von einem Gebäude abseilt, halten sich das Bedürfnis zu lachen und zu erbrechen in etwa die Waage.

Obwohl sich Rodriguez inszenatorisch auf gewohntem Terrain bewegt, betritt er thematisch Neuland. So ist "Machete" seine erste Regiearbeit mit politischer Botschaft. Zwar hat der Regisseur mit seinem augenzwinkernden Action-Film natürlich keinesfalls den Anspruch, eine differenzierte Studie über die Behandlung mexikanischer Immigranten in den USA zu schaffen. In seinen besten Momenten wird "Machete" allerdings zur bitterbösen Polit-Satire. Besonders Robert De Niro als populistischer Senator McLaughlin gibt mit seinen fremdenfeindlichen Parolen ein herrlich überspitztes Abziehbild erzkonservativer Republikaner. Mindestens ebenso perfide ist der von Don Johnson gespielte Von, der an der US-Grenze eine schwangere, mexikanische Frau erschießt, bevor er triumphierend konstatiert: "Willkommen in Amerika!"

Anhand recht zynischen, von pechschwarzem Humor aufgepeppten Szenen wie dieser zeichnet Rodriguez ein wenig schmeichelhaftes Bild der US-Politik. Betrachtet man das politische Klima in Europa, kommt der Film hier zur passenden Zeit in die Kinos. In Frankreich lässt Staatspräsident Nicolas Sarkozy tausende Roma abschieben. In Deutschland äußert Ministerpräsident Horst Seehofer Zweifel an der Integrationsfähigkeit arabischer und türkischer Zuwanderer, während Thilo Sarrazin in seinem Buch "Deutschland schafft sich ab" einen Einwanderungsstopp fordert und damit einen Bestseller landet. Der Nährboden für Rassismus ist im Entstehungsjahr von "Machete" gut gesät. Rodriguez' brachialer Held gibt auf der Leinwand die passende Antwort.
Machete

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