Henri 4 - 2009 | FILMREPORTER.de
©Central Film

Henri 4

OriginaltitelHenri 4
AlternativHenri IV; Henry of Navarre
GenreHistorienfilm
Land & Jahr Deutschland/Frankreich 2009
Kinostart    04.03.2010 (Central Film)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 155 min.
RegieJo Baier
DarstellerJulien Boisselier, Joachim Król, Andreas Schmidt, Roger Casamajor, Armelle Deutsch, Chloé Stefani
Homepage http://www.henri-vier.com
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenNewsTrailerGalerieInterviewsDVDsbewerten

Epische Chronik eines blutigen Glaubenskrieges

Frankreich im 16. Jahrhundert: Zwischen Protestanten und Katholiken ist ein Glaubenskrieg ausgebrochen. Die katholische Königin Katharina de Medici (Hannelore Hoger) ist darum bemüht, den Thron für sich und ihre Söhne zu sichern. Zudem, will sie den Frieden durch eine Heirat erzwingen: Sie bietet ihrem Rivalen Henri (Julien Boisselier) aus Navarra die Hand ihrer Tochter Margot (Armelle Deutsch) an. Henri willigt ein, doch die Hochzeit endet im Blutbad der Bartholomäusnacht, in der tausende Protestanten massakriert werden. Henri überlebt, wird jedoch von Katharina de Medici im Louvre wie ein Gefangener gehalten und gezwungen, den katholischen Glauben anzunehmen. Nach einiger Zeit gelingt ihm die Flucht. In seiner Heimat angekommen, setzt Henri den Glaubenskrieg gegen die Katholiken fort. Die Religion ist dabei unerheblich für ihn. Unter seiner Herrschaft soll jeder das Recht haben, seine Glaubenszugehörigkeit frei wählen zu dürfen. Doch auch in seinem Gefolge lauern Feinde, die ihn stürzen wollen.
Als König setzte Henri IV. mit seinem Edikt von Nantes das Recht auf Glaubensfreiheit in Frankreich durch. Aufgrund seiner toleranten Haltung inmitten ideologischer Machtkämpfe wählte Heinrich Mann die Figur Henris als Protagonisten zweier Romane in den 1930er Jahren, die Jo Baier als Vorlage dienen. Mann sah in dem Monarchen eine geeignete Projektionsfläche humanistischer Ideale, um literarisch mit der Diktatur des Nationalsozialismus abzurechnen. Baiers Verfilmung soll als Allegorie auf gegenwärtige Glaubenskonflikte verstanden werden, Protagonist Henri als vernunftgeleitete Gegenfigur zu machthungrigen Glaubensfanatikern. Leider kommt der politische Aspekt unter dem Gewicht der epischen Erzählung nur in Ansätzen zur Geltung. Gerade am Beispiel der Bartholomäusnacht wird der ganze Wahnsinn des Konfliktes deutlich, doch wird die blutige Episode zu schnell abgehandelt, um Spuren im Bewusstsein der Zuschauer zu hinterlassen. Im Bemühen, das gesamte Leben Henris in einem Film zu erzählen, nimmt sich die Geschichte bisweilen nicht die Zeit, um dessen Entwicklung vom Feldherrn zum modernen Staatsmann greifbar zu machen. Dennoch gelingt es dem Film, das Interesse am Schicksal des Protagonisten bis zum Ende aufrechtzuerhalten. Das liegt in erster Linie am charismatischen Hauptdarsteller Julien Boisselier sowie der Regie Baiers. Dessen Inszenierung ist mal roh, mal sinnlich und reißt den Zuschauer mit ihrer Dynamik immer wieder mit. So überzeugt "Henri 4" eher aufgrund seiner handwerklichen Qualität, als durch den intendierten Gegenwartsbezug.
Henri 4

Bewertung abgeben

Bewertung
6,0 (Filmreporter)     
 (0 User)

Meinungen

Es gibt noch keine Userkritik!


Trailer: 

Henri 4

Frankreich im 16. Jahrhundert: Um dem Krieg zwischen Protestanten und Katholiken ein Ende zu setzen, erklärt sich Henri (Julien Boisselier)...  Clip starten
Amazon
Bücher, DVDs oder das neue Heimkino für Ihren Filmgenuss




 

Galerie Henri 4

"Henri 4" ist als kritische Allegorie auf heutige Glaubenskonflikte intendiert. Als solche funktioniert Jo Baiers Film nur bedingt, da viele Aspekte zu schnell abgehandelt... mehr
Hannelore Hoger in: Bella Block - Falsche Liebe

Interview:  Geschichtsstunde mit Hannelore Hoger

Als Katharina de Medici in Jo Baiers "Henri 4" ist Hannelore Hoger in einer für sie ungewöhnlichen Rolle zu sehen. Immer in schwarz...
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenNewsTrailerGalerieInterviewsDVDsbewerten
© 2014 Filmreporter.de