The Tree of Life - 2010 | FILMREPORTER.de
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The Tree of Life

OriginaltitelThe Tree of Life
GenreDrama
Land & Jahr USA 2010
Kinostart    16.06.2011 (Concorde Filmverleih)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 138 min.
RegieTerrence Malick
DarstellerChristopher Ryan, Jessica Chastain, Alex Draguicevich, Michael E. Harvey, Chris Orf, Robin Read
Homepage http://www.tree-of-life-film.de
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Terrence Malicks monumentales Drama mit Brad Pitt

In "The Tree of Life" wagt sich Ausnahmeregisseur Terrence Malick an die existentiellen Fragen heran. Anhand einer Geschichte, die sich von den Anfängen der Weltgeschichte über die Zeit des Wilden Westens bis hin zu den 1950er Jahren erstreckt, macht sich der Filmemacher auf die Suche nach dem Sinn des menschlichen Daseins.

Den breitesten Raum seiner 'Zeitreise' nimmt die Geschichte einer jungen texanischen Familie ein. Dabei konzentriert sich Malick vor allem auf das komplizierte Verhältnis zwischen O'Brien (Brad Pitt) und seinem Sohn Jack. O'Brien ist ein liebender Ehemann und Vater, dabei aber auch ein herrschsüchtiges und autoritäres Familienoberhaupt. Im Glauben, dass man in der Welt nur mit Stärke und Durchsetzungsvermögen bestehen kann, bringt er seinem Sohn die nötige Disziplin mit aller Härte bei.

Zwischen den beiden steht Ehefrau und Mutter O'Obrien (Jessica Chastain), die ihrem Ehemann trotz allem in aufopferungsvoller Liebe zugetan ist. Parallel zu dieser Familiengeschichte und dem großen Zeitrahmen spinnt Malick die Geschichte des erwachsenen Jack (Sean Penn). Dieser ist ein erfolgreicher Architekt geworden, hadert aber dennoch mit seinem Schicksal und seiner Stellung in der Welt.
"The Tree of Life" ist typisch für das Werk von Terrence Malick. Das gilt für die fragmentarische, dem subjektiven Empfinden des Autors statt der Logik der Narration geschuldete Erzählweise sowie thematische Konstanten wie der Verortung von Spiritualität in einer zunehmend materialistischen Welt. Auch motivische Elemente wie die Überhöhung bestimmter Charaktere ins Religiös-Philosophische weisen den Filmemacher als Metaphysiker des Kinos aus. Mit seiner Weltanschauung sowie der formalen Anlage von "Tree of Life" erweist sich Malick als Künstler im Geiste Andrej Tarkowskijs. Mit dem russischen Filmemacher teilt der Amerikaner übrigens auch das schmale Oeuvre. Während jener im Verlauf seiner beruflichen Laufzeit ganze sieben Filme realisierte, legt Malick mit "Tree of Life" seinen gerademal fünften Kinofilm vor. Das wäre sicher kaum mehr als eine Randbemerkung im Kontext des Gesamtwerks beider Regisseure, würde daraus nicht ihr unbedingter Drang zum Perfektionismus sprechen, der jeden ihrer Filme zu einem besonderen Erlebnis macht.

Was "The Tree of Life" betrifft, muss mindestens ein zweiter Künstler ins Spiel gebracht werden: Stanley Kubrick. Mit dessen "2001 - Odyssee im Weltraum" hat Malicks neues Monumentalwerk einiges gemeinsam. Wie jener in seinem epochalen Meisterwerk erzählt auch Malick in "The Tree of Life" eine Geschichte, die sich über mehrere Millionen Jahre erstreckt. Beide Werke können damit als Parabel für die Welt- und Menschheitsgeschichte gelesen werden. Sowohl Kubrick als auch Malick begeben sich mit den Mitteln der Filmkunst auf die Suche nach dem Sinn des Lebens, der alles umfassenden Wahrheit. Eine Suche, die nicht zuletzt in den Titeln beider Werke zum Ausdruck gebracht wird: eine 'Odyssee der Menschheit', der 'Baum der menschlichen Existenz'. Aus welcher Perspektive man Malicks Werk auch betrachtet, man landet in der Metaphysik.

"The Tree of Life" wurde 2011 als Wettbewerbsbeitrag auf dem Filmfestival in Cannes gezeigt. Das Drama sollte hier bereits ein Jahr zuvor aufgeführt werden. Weil Malick den Film jedoch nicht rechtzeitig fertigstellen konnte, musste neben dem Festivalstart auch die weltweite Kinoauswertung um ein Jahr verschoben werden. Das Warten hat sich in jedem Fall gelohnt. So ist "The Tree of Life" ein überwältigendes Werk, das in epochalen Bildern Ursprung und Entwicklung unseres Universums skizziert. Vor dem kosmologischen Hintergrund erzählt Malick ein intimes Familiendrama aus Sicht eines Kindes, das in einem texanischen Vorort in den 1950ern unter der Strenge seines Vaters zu leiden hat. Auch hier verweist der Regisseur auf größere Zusammenhänge. So spiegelt der Gegensatz zwischen dem unnachgiebigen Vater und der liebevollen Mutter - grandios gespielt von Brad Pitt und Jessica Chastain - den Dualismus zwischen der unbarmherzigen, gleichgültigen Natur und der menschlichen Fähigkeit zur Gnade wider. Auch in dieser Hinsicht reiht sich "The Tree of Life" nahtlos in Malicks beeindruckendes Gesamtwerk ein.
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