Ich will doch nur, daß ihr mich liebt - 1976 | FILMREPORTER.de
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Ich will doch nur, daß ihr mich liebt

OriginaltitelIch will doch nur, daß ihr mich liebt
AlternativIch will doch nur, dass ihr mich liebt
GenreDrama
Land & Jahr Deutschland 1976
Kinostart    23.03.1976 (Bavaria Film)
FSK & Länge 104 min.
RegieRainer Werner Fassbinder
DarstellerVitus Zeplichal, Elke Aberle, Alexander Allerson, Ernie Mangold, Johanna Hofer, Katherina Buchhammer
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Rainer Werner Fassbinders Protokoll des Scheiterns

Rainer Werner Fassbinder s "Ich will doch nur, dass ihr mich liebt" ist das Protokoll einer Tat. Der Fernsehfilm erzählt die Geschichte eines Mannes, der wegen Totschlags zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde. Mit einer Psychologin spricht er über den Tathergang und seine Motive. Aufgewachsen ist er in einem lieblosen Elternhaus. Nachdem jeder Versuch, die Zuneigung seiner Eltern zu erlangen, scheitert, rennt er von zu Hause weg. Er lässt sich in München nieder, heiratet und sucht sich eine Arbeit. Auch in der Anonymität der Großstadt ist er ständig um Anerkennung und Wertschätzung seiner Mitmenschen bemüht. Doch der Prozess der Anpassung führt nur zu Frust und Enttäuschung. Als er seine Arbeitsstelle verliert, erschlägt er im Affekt einen Mann.
"Ich will doch nur, dass ihr mich liebt" basiert auf Klaus Antes', Christiane Erhardts und Heinrich Hannovers 1972 veröffentlichtem Buch "Lebenslänglich - Protokolle aus der Haft", in dem die Autoren ein Interview mit einem inhaftierten Häftling protokolieren. In thematischer Hinsicht ist der Stoff wie geschaffen für Rainer Werner Fassbinder, der sich in seinem Werk immer wieder dem Konflikt zwischen Sehnsucht des Individuums und dem gesellschaftlichen Wertekodex auseinander setzte.

Fassbinders Vorbild Douglas Sirk ("Was der Himmel erlaubt") macht sich hier sowohl thematisch als auch formal bemerkbar und reicht bis zu Details wie dem pathetischen Titel. Indem Fassbinder die Interviewsituation der Buchvorlage beibehält und die Handlung durch Rückblenden aus der Erzählperspektive des Täters entrollt, wird der Konflikt des Themas zusätzlich verstärkt.

Wie schon in "Warum läuft Herr R. Amok?" ist dieser Konflikt auch in "Ich will, dass du mich liebst" in einer banalen Alltäglichkeit verankert. Der improvisierte Charakter des Melodrams schlägt sich sowohl in den Dialogen als auch im ausgewaschenen Kolorit des von Michael Ballhaus fotografierten Films nieder. "Ich will doch nur, dass ihr mich liebt" ist ein böser und schonungsloser Film, dessen Gesellschaftskritik nicht zuletzt durch den historischen Hintergrund umso nachhaltiger ist.
Ich will doch nur, daß ihr mich liebt

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