Die Frau die singt - 2010 | FILMREPORTER.de
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Die Frau die singt

OriginaltitelIncendies
GenreDrama
Land & Jahr Kanada 2010
Kinostart    23.06.2011 (Arsenal Filmverleih)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 130 min.
RegieDenis Villeneuve
DarstellerLubna Azabal, Mélissa Désormeaux-Poulin, Maxim Gaudette, Rémy Girard, Abdelghafour Elaaziz, Allen Altman
Homepage http://www.incendies-lefilm.com
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenAwardsNewsTrailerGalerieDVDsbewerten

Reise in eine vom Krieg geprägte Vergangenheit

Nach dem Tod ihrer Mutter Nawal (Lubna Azabal) nehmen die Zwillinge Jeanne (Mélissa Désormeaux-Poulin) und Simon Marwan (Maxim Gaudette) an der Testamentsverkündung teil. Der letzte Wille der Verstorbenen macht es ihnen zur Aufgabe, zwei Briefe persönlich zu übergeben. Zu ihrem Erstaunen ist der eine an ihren tot geglaubten Vater gerichtet, während der andere an einen Bruder adressiert ist, von dessen Existenz sie nichts wussten. Während Simon seine Mutter für verrückt erklärt, begibt sich Jeanne auf eine Reise in deren unbekannte Vergangenheit. Warum ist Nawal einst aus dem Nahen Osten nach Kanada migriert? Was ist der Grund für ihr Schweigen, in dem sie die letzten Jahre ihres Lebens zubrachte? Mit Hilfe des Notars Jean (Rémy Girard) kommen die Zwillinge der von Krieg und Hass geprägten Geschichte einer Frau auf die Spur, die nur wenig mit ihrer Mutter gemein hat.
Denis Villeneuve ist mit "Die Frau die singt" ein eindrucksvolles Werk gelungen, das viele Preise gewinnen konnte und 2011 für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert wurde. Das kanadische Drama basiert auf dem Theaterstück "Incendies" (zu deutsch: Verbrennungen) des gebürtigen Libanesen Wajdi Mouawad. Der Sohn wohlhabender Christen floh 1977 mit seiner Familie vor dem Bürgerkrieg zunächst nach Frankreich und später nach Kanada. Somit beruht das Stück in erster Linie auf Erfahrungen, die der Autor während dieser Zeit gemacht hat. Er beschreibt seine Arbeit als "Versuch, in einer unmenschlichen Situation seine Versprechen als Mensch zu halten".

Bezogen auf den Film wird dem Zuschauer diese Zielsetzung aber erst gegen Ende bewusst. Anfangs ist noch nicht ersichtlich, worauf die behutsam erzählte Geschichte hinauslaufen wird. Erst nach und nach erfährt das Publikum Details aus dem von Grausamkeiten geprägten Leben der Verstorbenen. Dabei greift der Regisseur und Drehbuchautor auf zwei Zeitebenen zurück: Während die Zwillinge in der Gegenwart auf ihrer Suche begleitet werden, klärt ein paralleler Handlungsstrang über die Geschehnisse aus der Vergangenheit auf. Es ist eine Reise in eine von besudelter Familienehre, schrecklichen Kriegserlebnissen, Folter und politischen Verbrechen geprägte Zeit.

Nicht nur die Protagonisten sind von den immer dramatischeren Ausmaßen ihrer Entdeckungen sichtlich getroffen. Auch den Zuschauer lässt die nachvollziehbar gestaltete Entwicklung der Geschichte und die realistischen Bilder keineswegs kalt. Schon die ersten Szenen sind von einer beeindruckenden Intensität gestaltet: Zum Klang eines Lieds der Rockgruppe Radiohead werden bedauernswerten Kindern in einer armseligen Umgebung die Köpfe rasiert. Damit lässt Villeneuve den Zuschauer erahnen, dass sie bereits in jungen Jahren zu Soldaten ausgebildet werden und später einmal grausame Taten vollbringen werden - Taten, die am Ende dem Ausmaß einer griechischen Tragödie gleich kommen.
Die Frau die singt

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Die Frau die singt

Nawal Marwan (Lubna Azabal) hat einen letzten Wille hinterlessen. In ihrem Nachlass bittet die Verstorbene ihre Kindern Jeanne und Simon, zwei Briefe...  Clip starten
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