Tatort: Heimatfront - 2010 | FILMREPORTER.de
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©SR/Manuela Meyer

Tatort: Heimatfront

OriginaltitelTatort: Heimatfront
GenreTV-Film, Krimi
Land & Jahr Deutschland 2010
RegieJochen Alexander Freydank
DarstellerMaximilian Brückner, Gregor Weber, Constantin von Jascheroff, Ludwig Trepte, Friedrich Mücke, Torsten Michaelis
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Saarbrücker Ermittler blicken in versehrte Seelen

Die Ermittlung im Mord an einer Performance-Künstlerin führt die Saarbrücker Kommissare Kappl (Maximilian Brückner) und Deininger (Gregor Weber) ins deutsche Soldatenmilieu. Der Kreis der möglichen Täter kann bald auf vier junge Männer eingegrenzt werden. Es handelt sich um traumatisierte Afghanistan-Heimkehrer. Weil jeder von ihnen ein Motiv hat, gehen die Nachforschungen ins Detail. Schließlich stellen die Ermittler fest, dass sich die Soldaten auch nach dem Einsatz ihre kameradschaftliche Loyalität versichert haben. Die Verdächtigen erschweren die Ermittlungen, indem sie sich gegenseitig decken.
Der bayerische Kommissar Franz Kappl (Maximilian Brückner) hat sich in seiner neuen Saarbrücker Dienstelle endlich eingewöhnt. Anfangs gab es noch kleine Reibereien mit den Kollegen. Im siebten Tatort mit Brückner funktioniert die Arbeit mit Ermittlerpartner Deininger (Gregor Weber). Brückner ist seit 2006 beim Saarbrücker Tatort. Er hat Jochen Senf als Ermittler abgelöst, der 17 Jahre lang als Kommissar Max Palu für den Saarländischen Rundfunk im Einsatz war.

Trostlose Plattenbauten reihen sich aneinander. Sie wirken unbelebt. Ein junger Mann torkelt im kalten blauen Licht über ein Häuserdach und übergibt sich. Dann sieht man eine blond gelockte Frau im Engelskleid an einem Drahtseil hängen. Blut tropft ihr aus einer Schusswunde an der Hüfte - sie ist tot. Im Tatort "Heimatfront" wird viel von der Atmosphäre über starke, aussagekräftige Bilder vermittelt. Das ist auch notwendig. Denn die Darstellung der Hauptkommissare Deininger und Kappl trägt wenig zur Krimi-Stimmung bei. Gespräche und Gestik der Ermittler wirken oft spannungslos aufgesagt und gestellt. Oft hört man die niedergeschriebenen und wiedergegebenen Drehbuchsätze aus den ihren Dialogen heraus. Und die Kommissare tauschen jene schablonenhaften, viel sagenden aber zu langen Blickwechsel aus, die man aus US Ermittler-Serien kennt. Diese wirken aber im deutschen Tatort fehl am Platze. "Heimatfront" wird besser, sobald die vier verdächtigen Soldaten stärker in den Fokus geraten. Denn Friedrich Mücke, Martin Kiefer, Ludwig Trepte und besonders Constantin von Jascheroff können mit ihrer glaubhaften Darstellung der psychisch versehrten Heimkehrer ein überzeugendes Stimmungsbild erzeugen. Der Saarbrücker Tatort thematisiert neben dem üblichen Verbrechen auch den Afghanistan-Einsatz selbst sowie die gesellschaftliche Stellung von Soldaten in der deutschen Gesellschaft.
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