Wer wenn nicht wir - 2011 | FILMREPORTER.de
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Wer wenn nicht wir

OriginaltitelWer wenn nicht wir
GenreDrama
Land & Jahr Deutschland 2011
Kinostart    10.03.2011 (Senator Film Verleih)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 124 min.
RegieAndres Veiel
DarstellerAugust Diehl, Susanne Lothar, Alexander Fehling, Sebastian Blomberg, Rainer Bock, Thomas Thieme
Homepage http://www.werwennnichtwir-film.de
Links IMDB
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Andres Veiels Vorgeschichte des Deutschen Herbstes

Deutschland in den frühen 1960er Jahren. Aufbruch liegt in der Luft. Zunehmend verschafft sich die junge Generation Gehör. Sie lässt sich nicht mehr vorschreiben, wie sie zu leben und was sie zu denken hat. Vor allem reagiert sie mit immer mehr Unbehagen auf Entscheidungen und Handlungen der älteren Generation, die sich im Dritten Reich ihre moralische Integrität verloren hat.

Unter denen, die aufbegehren, gehört auch Bernward Vesper (August Diehl). Als angehender Schriftsteller verschafft er sich mit seinem Werk Gehör. In der jungen Gudrun Ensslin (Lena Lauzemis) findet er bald eine Gleichgesinnte. Gemeinsam leben sie ihren Widerstand aus, indem sie ihre Ideale von Freiheit und Gleichheit in die Tat umsetzen. Sie werden Teil einer Bewegung, welche die ganze westliche Welt erfasst. Doch schon bald trennen sich ihre Wege. Während Gudruns Ansichten immer radikaler werden und sie diese in kompromisslose Handlungen umsetzt, äußert Bernward seine politischen Überzeugungen in seinem ersten Roman.
Noch ein Film über den deutschen Terrorismus? Hat es in den letzten Jahren nicht genug davon gegeben, kann eine neue Annäherung an das Thema dem Bekannten noch etwas hinzufügen? Andres Veiels "Wer wenn nicht wir" basiert auf der biografischen Buchvorlage "Vesper, Ensslin, Baader - Urszenen des deutschen Terrorismus" des Historikers Gerd Koenen. Darin fand Veiel eine neue Perspektive, die ihn veranlasste, sich dem Stoff zu widmen. Bei der Lektüre merkte er schon nach wenigen Seiten, "dass das scheinbar schon oft Gesagte neu und anders dargestellt wird. Die vielen Materialien, die Briefe, die Dokumente machten etwas sichtbar, was neu war" (Veiel). Dieses Neue sei für ihn vor allem das von Widersprüchen geprägte Verhältnis zwischen Bernward Vesper und Ensslin, die aus Liebe zu Vesper sogar bereit war, positive Rezensionen zu den Texten seines nationalsozialistischen Vaters Will Vesper zu schreiben. "Das war etwas, was ich mit Gudrun Ensslin und auch mit Bernward Vesper so gar nicht in Verbindung gebracht hatte", so Veiel.

Zudem beschreibt Veiel, der sich bis jetzt vor allem durch Dokumentarfilme ("Black Box BRD") hervorgetan hat, die Vorgeschichte der linken Extremisten. Die zentrale Frage, die ihn dabei beschäftigte: Warum entstand die radikale Linke und warum rutschen einige in den Extremismus ab? "Neben den Bildern und Ereignissen dieser Zeit muss es noch etwas anderes gegeben haben, was diese Handvoll in den Untergrund getrieben hat", so Veiel. "Um das herauszufinden, muss man aber früher ansetzen und in den Familienroman der Protagonisten reingehen". Veiel wollte also "weg von den bekannten Bilderschleifen und hin zu den persönlichen, politischen, den historischen, biografischen und sozialen Treibsätzen". Es ging ihm nicht um die Aktion, sondern um das Bild der Zeit. Er wollte die Ursache für die "politische Aufladung" (Veiel) jenes Aufbruchs im deutschen Herbst erforschen.
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Wer wenn nicht wir

Als Kind seiner Zeit legt auch Bernward Vesper (August Diehl) in den 1960er Jahren eine rebellische Haltung an den Tag. Zu seinen Feindbildern gehören das...  Clip starten
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