Womb - 2010 | FILMREPORTER.de
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Womb

OriginaltitelWomb
GenreDrama
Land & Jahr Deutschland/Ungarn/Frankreich 2010
Kinostart    07.04.2011 (Camino Filmverleih)
FSK & Länge ab 16 Jahren • 111 min.
RegieBenedek Fliegauf
DarstellerEva Green, Matt Smith, Lesley Manville, Peter Wight, István Lénárt, Hannah Murray
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Gegen die Moral: Eva Green klont ihren Liebhaber

Rebecca (Ruby O. Fee) und Thomas (Tristan Christopher) lernen sich als Kinder kennen, als das Mädchen seine Ferien bei ihrem Opa am Meer verbringt. Eine zarte Kinderliebe entspinnt sich, die wird jedoch jäh getrennt, als Rebecca mit ihrer Mutter nach Tokio ziehen muss. Jahre später kehrt sie als junge Frau (Eva Green) in den Küstenort zurück. Schon beim ersten Wiedersehen mit Thomas (Matt Smith) ist klar, dass ihre Liebe über die vielen Jahre nur gewachsen ist.

Das Glück der beiden ist jedoch von kurzer Dauer. Bei einem Autounfall stirbt Thomas. Rebecca kann seinen Tod nicht überwinden. So fragt sie seine Eltern, ob diese ihr Genmaterial frei geben, damit sie Thomas klonen lassen kann. Schließlich willigen die Eltern ein und helfen - obwohl sie das Unternehmen eigentlich ablehnen. Doch Rebecca ist glücklich. Sie trägt ihr Kind aus und genießt sie ersten Jahre mit dem kleinen Thomas. Doch je mehr sich dieser zum jungen Mann entwickelt, umso schwieriger wird die Situation für Rebecca. Zu ihren anfangs rein mütterlichen Gefühlen mischt sich ein immer stärker werdendes sexuelles Begehren nach 'ihrem' Tommy, denn der entwickelt sich zum genauen Abbild seines genetischen Vorbilds.
In Regisseur Benedek Fliegaufs Science-Fiction ist das Klonen zur gesellschaftlichen Realität geworden. Es werden Kinder, Freunde und auch die eigenen Eltern geklont. Jeder, der einen Menschen klonen will, kann dies tun. Ethische Bedenken werden nur am Rand thematisiert. Die moralische Frage wird dem Zuschauer selbst überlassen. Der muss Rebecca dabei zuschauen, wie sie ein Kind großzieht, mit dem Ziel, diesen später zu ihrem Liebhabers zu machen. Der Titel des Films, "Womb", kann also wörtlich genommen werden. Das Wort bedeutet im Englischen Gebärmutter. Und nichts weiter ist Rebecca. Sie bringt das Laben lediglich zur Welt. Für sie ist Tommy nicht Sohn, sondern ein heranwachsender Liebhaber. Rebecca handelt aus egoistischen Motiven. Sie kann den Verlust nicht ertragen. Es ist ihr egal, dass sie damit gegen ethische Grundsätze verstößt.

Fliegauf lässt den Zuschauer sich mit einem Thema auseinander setzen, dass in unserer Gesellschaft noch nicht Realität geworden ist. Dabei verzichtet er auf den moralisch erhobenen Zeigefinger und erwähnt nur am Rande, dass das Klonen auch in seiner fiktiven Gesellschaft nicht akzeptiert ist. Rebecca zieht sich mit ihrem Klon in die Einsamkeit zurück und blendet die Gegenposition so einfach aus. Mit der Nordseeküste nahe der Halbinsel Eiderstedt hat Fliegauf eine wundervolle Kulisse gefunden. Die Zweisamkeit, in die sich Rebecca mit dem kleinen Tommy zurückzieht, wird durch die raue Strandlandschaft passend bebildert. Jedoch erklärt er nicht glaubhaft, dass Rebecca den Tod Tommys nicht überwindet hat. Für die Erzählung der kindlichen liebe lässt sich der Regisseur viel Zeit. Bei der Beschreibung des Verlustschmerzes verkürzt er die Handlung jedoch zu sehr. So sind die Gefühle, die Rebecca zu der zweifelhaften Entscheidung führt, noch weniger verständlicher. Über allem schwebt die Frage: wie würde man sich selbst in einer solchen Situation verhalten? Würde man alle ethischen und moralischen Grundsätze über Bord werfen und aus rein egoistischen Motiven handeln, um den Seelenverwandten neu zu schaffen? Die Figur Rebeccas bleibt unausgegoren. Wie sie das Kind zur Welt bringen und erziehen kann - nicht als Sohn, sondern als späterer Liebhaber - ist für den Zuschauer schwer nachvollziehbar. Eva Greens Spiel lässt den Zuschauer dennoch nicht kalt. Man möchte sie bei den Schultern packen, sie schütteln und anschreien. Manch einem Zuschauer wird sich angesichts des geplanten Inzests der Magen umdrehen.
Womb

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Bewertung
5,5
6,0 (Filmreporter)     
 (2 User)

Meinungen

Tolle Aufnahmen

Ein wirklich bemerkenswerter Film, der sowohl von der Kamera her, als auch von der schauspielerischen Seite her voll überzeugen kann. Das Thema ist zwar etwas... mehr
09.01.2012 12:35 Uhr - studentAD
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