Der Fluss war einst ein Mensch - 2011 | FILMREPORTER.de
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Der Fluss war einst ein Mensch

OriginaltitelThe River Used to Be a Man
AlternativThe Art of Dying (Arbeitstitel)
GenreDrama
Land & Jahr Deutschland 2011
Kinostart    27.09.2012 (Filmgalerie 451)
FSK & Länge ab 6 Jahren • 80 min.
RegieJan Zabeil
DarstellerAlexander Fehling, Obusentswe Dreamar Manyim, Nx'apa Motswai, Sariqo Sakega, Babotsa Sax'twee
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenAwardsGalerieDVDsbewerten

Herausfordernde Variation des Robinsonade-Stoffs

Ein junger Deutscher (Alexander Fehling) reist nach Afrika. Es handelt sich um einen Schauspieler, wie der Zuschauer im Laufe des Films erfahren wird. Am Ufer eines Flusses trifft er einen alten Mann, der ihn auf seinem Boot in die Wildnis mitnimmt. Ihr einzige Kommunikationsmöglichkeit sind Mimen und Gesten.

Während der Alte alles Fremde als selbstverständlich und naturgegeben hinzunehmen und nicht einen Anflug von Misstrauen zu haben scheint, gründet sich das Vertrauen des Deutsche einzig auf das Handwerk und das Wissen des Afrikaners. Wie sehr er von diesem abhängig ist, muss der junge Mann feststellen, als er seinen 'Reiseführer' am nächsten Morgen tot vorfindet. Auf sich allein gestellt, gerät der Deutsche immer mehr in Panik, als ahne er, dass er ohne den alten Mann verloren ist. Und so wird seine Reise zu einer Irrfahrt durch die Wildnis, während die Naturidylle sich immer mehr als lebensgefährliche Bedrohung herausstellt.
Während der alte Afrikaner im Einklang mit der Natur lebt und ihre Gesetze zu verstehen vermag, ist der von Alexander Fehling gespielte deutsche Protagonist in der Wildnis hoffnungslos verloren. Man kann Jan Zabeils Spielfilmdebüt "Der Fluss war einst ein Mensch" auch als Variation des Robinsonade-Stoffs betrachten, die mit umgekehrten Vorzeichen einen Kommentar über das Verhältnis zwischen moderner Zivilisation und Natur liefert.

Während Daniel Defoes Romanheld Robinson Crusoe mit seinem zivilisatorischen Wissen die menschenfeindliche Natur zu beherrschen wusste, ist der moderne Mensch in Zabeils Parabel der Wildnis schutzlos ausgeliefert. Der Regisseur und seine aus vier Mann bestehender Crew - inklusive Kameramann, Tontechniker und Hauptdarsteller - schaffen es auf kongeniale Weise, diese Ausweglosigkeit in Bilder und Töne umzusetzen. Bereits die radikal offene Erzählform des Films, die unmittelbar ansetzt und ebenso abrupt aufhört, verweigert dem Zuschauer jegliche Orientierungshilfe. Dieser ist im Kinosaal ebenso verloren, wie die Hauptfigur in der afrikanischen Landschaft. Fehling gelingt mit seinem eindringlichen Spiel, die wachsende Verzweiflung seiner Figur darzustellen. Er ist in jeder Szene des Films präsent und hält dem insistierenden Blick der auf ihn gerichteten Kamera stand. "Der Fluss war einst ein Mensch" ist eine Herausforderung für jeden Zuschauer. Wer sich jedoch auf seine provozierende Machart einlässt, wird mit einem besonderen Erlebnis der Filmkunst belohnt.
Der Fluss war einst ein Mensch

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"Der Fluss war einst ein Mensch" ist eine reizvolle Variation des Robinsonade-Stoffes, die den Zuschauer aufgrund ihrer sperrigen Machart vor eine Herausforderung stellt. mehr
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