Jeder stirbt für sich allein - 1976 | FILMREPORTER.de
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Jeder stirbt für sich allein

OriginaltitelJeder stirbt für sich allein
AlternativHans Fallada: Jeder stirbt für sich allein - Alone in Berlin: Every Man dies Alone
GenreTV-Film
Land & Jahr BRD 1976
FSK & Länge ab 12 Jahren • 102 min.
KinoDeutschland
AnbieterConstantin Film
Kinostart21.01.1976
RegieAlfred Vohrer
DarstellerHildegard Knef, Heinz Spitzner, Klaus Miedel, Renate Grosser, Wolf Goldan, Jacques Breuer
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenDVDsbewerten

Trauernde Soldatenmutter leistet Widerstand

Berlin 1940: Anna (Hildegard Knef) und Otto Quangel (Carl Raddatz) erhalten eine traurige Nachricht von der Front. Ihr einziger Sohn ist im Frankreichfeldzug gefallen. Zum Trost gibt's nur leere Parolen von "Führer, Volk und Vaterland". Zugleich weiten die Behörden die Schikane gegen Juden und andere sogenannte Volksverräter immer weiter aus. Anna beschließt, Widerstand zu leisten. Anonym verteilt sie Feldpostkarten mit regimekritischen Texten.

Schnell wird die Kriminalpolizei auf die subversiven Nachrichten aufmerksam. Unter dem Druck von Gestapo-Obergruppenführer Prall (Hans Korte) beginnen die Polizeibeamten Escherich (Martin Hirthe) und Schroeder (Gerd Böckmann) mit einer fieberhaften Suche nach den Tätern. Ehepaar Quangel hält dem Druck nicht lange stand und wird gefasst. In dem darauf folgenden Schauprozess steht das Urteil trotz der Fürsprache des jungen Kriminalbeamten Schroeder schnell fest. Otto Quangel nimmt sich noch im Gerichtssaal das Leben, Anna wird hingerichtet. Der Fernsehfilm aus dem Jahre 1976 beruht auf dem gleichnamigen Roman von Hans Fallada, den er 1946 auf der Grundlage von echten Gestapo-Akten verfasste.
Ambitioniert ist "Jeder stirbt für sich allein" ohne Frage. Einerseits soll eine Gesellschaftsstudie des einfachen Volkes in der Nazi-Diktatur zwischen Widerstand und Kollaboration gezeichnet werden. Den desillusionierten Quangels stehen weniger kritische Figuren gegenüber, die durchaus bereit sind, mit dem Regime zusammenzuarbeiten. Andererseits stehen Staatsdiener unterschiedlicher Couleur im Fokus der Handlung. Da ist Überzeugungstäter Prall, der als Gestapo-Offizier mit kalter Härte Regimegegner jagt. Ihm gegenüber sind die weniger radikalen Kriminalbeamten Escherich und Schroeder, die ihre Sympathie für Anna und Otto Quangel verbergen müssen.
>BR> Doch Regisseur Alfred Vohrer gelingt es nicht, seinen Figuren gerecht zu werden. Aufgrund der Vielzahl der Charaktere, fehlt den Schauspielern die Möglichkeit zur Entfaltung. Die Figuren bleiben zu eindimensional. Die Ausnahme bildet Hildegard Knef. Die trauernde Mutter wird von ihr zwar glaubhaft verkörpert, doch auch bei dieser Figur bleibt "Jeder stirbt für sich allein" zu nah an der Oberfläche. Zu sehr stört zudem die übertriebene Sentimentalität. Letztendlich scheitert das Werk an seinen eigenen Ambitionen, vor allem aber an der mangelnden Stringenz. Eine stärkere Konzentration auf den Hauptplot wäre wünschenswert gewesen.

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