Die Geschichte der Nana S. - 1962 | FILMREPORTER.de
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Die Geschichte der Nana S.

OriginaltitelVivre sa vie: Film en douze tableaux
GenreDrama
Land & Jahr Frankreich 1962
Kinostart    20.09.2001 (Neue Visionen)
FSK & Länge ab 18 Jahren • 78 min.
RegieJean-Luc Godard
DarstellerAnna Karina, André S. Labarthe, Guylaine Schlumberger, Gérard Hoffman, Monique Messine, Paul Pavel
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Jean-Luc Godards außerordentliche Erzählung

Wie weit kann die finanzielle Not einen Menschen treiben? Nana S. (Anna Karina) kann ihr Leben schon seit langem nicht mehr meistern. Seitdem sie ihren Mann Paul (André S. Labarthe) verlassen hat, arbeitet sie in einem Schallplattengeschäft. Das geringe Gehalt reicht allerdings nicht einmal für die Miete aus. Deshalb pumpt sie jeden, wirklich jeden an, der ihr über den Weg läuft.

Freunde und Bekannte sind es irgendwann leid, Nana zu helfen. Die geliehenen Groschen kann die Möchtegern-Schauspielerin eh nie zurückzahlen. Auch Nanas Vermieter ist verärgert. Bevor sie nicht ihre Schulden tilgt, darf sie ihre Wohnung nicht mehr betreten. Nana weiß keinen anderen Ausweg mehr: Sie verkauft ihren Körper. Zuerst ekelt sie sich vor den Freiern, aber mit der Zeit stumpft sie aber immer mehr ab. Bald schon gibt sie sich ihren Kunden teilnahmslos hin. Als sie schließlich einem Zuhälter über den Weg läuft, scheint ihr Schicksal besiegelt.
Jean-Luc Godard zeichnet den Niedergang seiner Protagonistin mit Bedacht. Er verurteilt das Straßenmädchen nicht, legt stattdessen vielmehr deren Beweggründe offen. Nanas Geschichte teilt sich in zwölf Kapitel auf, die durch Zwischentitel gegliedert sind. Jeder dieser Abschnitte führt die Hauptfigur einen weiteren Schritt vom rechten Weg ab, bis sie schließlich zu ihrem schicksalhaften Ende gelangt. Godard legt Wert auf einen aufschlussreichen Plot, vor allem aber auf eine intelligente Kameraführung. So wird zwar der Geschlechtsakt zwischen Protagonistin und Freier nur angedeutet, im Fokus steht aber ausschließlich Nana - überzeugend gespielt von Anna Karina.

Die Schauspielerin imponiert durch die einzigartige Darstellung von Nanas Gefühlsleben. Wenn Karina mit großen, traurigen Augen in die Kamera sieht, meint man tief in die verwundete Seele der Hauptfigur zu blicken. Überhaupt verzaubert die Dänin mit ihrem Charisma sicherlich viele Männerherzen, allen voran Godard höchstpersönlich. Die Beiden waren fünf Jahre miteinander verheiratet. Das Buch "Où en est la prostitution" des Richters Marcel Sacotte inspiriert den Altmeister zu dieser außerordentlichen filmischen Erzählung.
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