Die Summe meiner einzelnen Teile - 2011 | FILMREPORTER.de
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Die Summe meiner einzelnen Teile

OriginaltitelDie Summe meiner einzelnen Teile
AlternativHier unten - Hütte im Wald; Die Hütte im Wald; Hütte im Wald
GenreDrama
Land & Jahr Deutschland 2011
FSK & Länge ab 12 Jahren • 120 min.
KinoDeutschland
AnbieterWild Bunch
Kinostart02.02.2012
RegieHans Weingartner
DarstellerPeter Schneider, Hannes Wegener, Tom Jahn, Vlad Chiriac, Marco Noack, Hans Brückner
Homepage http://www.summemeinerteile.de
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenTrailerGalerieDVDsbewerten

Dichtes Psycho-Drama mit tollem Hauptdarsteller

Martin (Peter Schneider) ist ein hochbegabter Mathematiker und arbeitet in einem großen Unternehmen. Die anspruchsvolle Arbeit bringt ihn an die Grenzen seiner Kraft, und so begibt er sich in stationäre psychiatrische Behandlung. Seine Erkrankung führt dazu, dass sich seine Freundin von ihm abwendet. Nach der Entlassung aus der Psychiatrie macht ihm zudem sein Arbeitgeber klar, dass er keine Verwendung mehr für ihn hat. In seiner neuen Wohnung stellt Martin fest, wie isoliert er jetzt von der Gesellschaft ist.

Auch zu seinen bisherigen Freunden findet er keinen Bezug mehr und verfällt Beschäftigunglos zusehends in die alten Handlungsmuster seiner psychischen Krankheit. Als er auch noch seine Psychopharmaka absetzt, verschlechtert sich sein Zustand weiter. Martin kann bald seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen, so dass er aus seiner Wohnung fliegt und obdachlos wird. Fortan lebt er auf der Straße und schläft in leerstehenden Häusern. Hier trifft er auf den russischen Jungen Viktor (Timur Massold). Zusammen ziehen sie sich in einen Wald zurück und schaffen sich in der Natur eine neue Existenz. Die Gesellschaft lässt die Außenseiter jedoch nicht lange gewähren...
In "Die Summe meiner einzelnen Teile" beschreibt Regisseur Hans Weingartner ("Die fetten Jahre sind vorbei") mit beklemmender Intensität die Verfassung eines psychisch Kranken, der seinen Platz in der Gesellschaft verloren hat. Wie glaubhaft eine solche Schilderung erscheint, hängt letztlich auch vom Hauptdarsteller ab. Mit Peter Schneider ("Berlin Calling") hat man einen echten Glücksgriff gemacht. Äußerst realistisch spiegeln sich die Folgen der Erkrankung des Protagonisten in seiner Mimik und Körperhaltung, als dieser nach der Entlassung aus der Psychiatrie erschöpft und verunsichert, versucht, sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Wenn der sensible Martin aus Enttäuschung über die fehlgeschlagene Integration seine Medikamente absetzt, muss sein Darsteller exzentrischer agieren. Auch das meistert Schneider glänzend.

Die Zahlenspiele des Protagonisten erinnern an Russell Crowes Darstellung des an Schizophrenie leidenden John Nash in "A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn". Den Rückzug in die Natur zeigt auch Sean Penns Aussteigerdrama "Into the Wild". Auch in Weingartners Psycho-Drama zeigt sich die Gesellschaft gefühlskalt und tritt dem psychisch kranken Mathematiker mit großen Vorurteilen entgegen. Regisseur Weingartner zeigt auf, wie das verständnislose Umfeld mitverantwortlich ist, dass der Protagonist einen weiteren psychotischen Schub erleidet. Auch sein Versuch, sich in der Natur ein Exil zu schaffen, wird nicht toleriert. Mit einem erzählerischen Trick sorgt Weingartner hier dafür, dass der Zuschauer nicht sicher ist, ob Martin unter Wahnvorstellungen leidet oder ob man ihm den Status der Normalität grundlos entzieht. Die Geschichte stellt die Frage in den Vordergrund, wie unsere Gesellschaft mit psychisch kranken Menschen umgeht und was als Maßstab für Normalität gelten muss. Herausgekommen ist ein gefühlvolles Plädoyer für mehr Toleranz mit bedrückenden aber auch schönen Momenten.
Die Summe meiner einzelnen Teile

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Regisseur Hans Weingartner zeigt in "Die Summe meiner einzelnen Teile" auf, welche Probleme psychisch kranke Menschen mit der Integration in die Gesellschaft haben. mehr
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