Lost River - 2014 | FILMREPORTER.de
Filmreporter-RSS
©Tiberius Film

Lost River

OriginaltitelLost River
AlternativHow to Catch a Monster
GenreFantasy, Thriller
Land & Jahr USA 2014
FSK & Länge ab 16 Jahren • 95 min.
KinoDeutschland
AnbieterTiberius Film
Kinostart28.05.2015
RegieRyan Gosling
DarstellerAngela Hearts-Glass, Christina Hendricks, Dorothy Bennich, Darnell James, Alexis Mabry-Hart, Wayne Brinston
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenNewsTrailerGalerieDVDsbewerten

Wenig überzeigendes Regie-Debüt von Ryan Gosling

Die alleinerziehende Mutter Billy (Christina Hendricks) und ihr Sohn Bones (Iain De Caestecker) sind verschuldet und fürchten, ihr Haus zu verlieren. Um das Geld für die Rettung des Anwesens aufzutreiben, nimmt Billy einen Job als Stripperin in einem zwielichtigen Nachtclub an. Dreh- und Angelpunkt des Etablissements ist der schmierige, latent gewalttätige Dave (Ben Mendelsohn), in dessen Sog Billy immer mehr gerät.

Derweil versucht auch Bones, das Haus zu retten, indem er Metall aus den Ruinen der Stadt sammelt und verkauft. Dabei legt er sich mit einer Bande Krimineller an, die in den Nächten durch die Geisterstadt zieht. Ein Hoffnungsschimmer in seinem trüben Dasein bietet sich dem Jugendlichen in Gestalt seiner Nachbarin Rat (Saoirse Ronan), in die er sich verliebt. Rat erzählt ihm von einem Fluch, der auf Lost River lastet, seitdem ein Teil der untergehenden Stadt geflutet wurde.
Es ist unschwer zu erkennen, wo Schauspieler Ryan Gosling für sein Regie-Debüt "Lost River" zur Schule gegangen ist. 'Dieser Film ist ein Geschenk der Regisseure, mit denen ich in den vergangenen Jahren zusammenarbeiten durfte', formuliert der Fachneuling den epigonenhaften Charakter seines Einstandes. 'Ich habe in Filmen von Derek Cianfrance gespielt, die vollständig in der Realität verortet waren, und in den Fieberträumen von Nicolas Winding Refn', so der Regisseur.

Tatsächlich atmet sein psychedelischer Mystery-Thriller mit sozialkritischen Ansätzen den Geist der realistisch-schwergewichtigen Dramen Derek Cianfrances ("Blue Valentine", "The Place Beyond the Pines") und der surrealen Bilderwelten Winding Refns, mit dem Gosling den Kultfilm "Drive" und den Psycho-Thriller "Only God Forgives" gedreht hat. Letzterer diente Gosling offenbar auch als Brücke zum filmischen Kosmos David Lynchs, dessen postmoderne Altraumszenerien und sein Hang zum Morbiden und Märchenhaften sich in vielen Passagen von "Lost River" wiederfinden.

Trotz des eklektischen Charakters findet Gosling durchaus zu inszenatorischer Eigenständigkeit. In der Ungezwungenheit von Kameraführung und Montage sowie der Ablehnung einer konventionellen Dramaturgie äußert sich sein Wille zur auktorialen Freiheit. Doch in dem Maße wie er seinen Vorbildern verpflichtet ist, in dem Maße übertreibt es Gosling mit der Loslösung von gängigen Erzählmustern. Stellenweise wirkt "Lost River" so manieriert, dass Handlung und Charaktere im Chaos der verworrenen Erzählung untergehen. Die symbolische und rätselhafte Bildsprache tut das Übrige für einen getrübten Gesamteindruck.

In gewisser Weise krankt die Independent-Produktion neben einer noch fehlenden Reife ihres Regisseurs auch an der offenkundigen Unentschiedenheit mehrerer Produzenten. Eine klare Linie eines entschlossenen Strippenziehers hinter der Kamera, der Gosling in seiner Fabulierlust bremst und an einigen Stellen korrigierend einwirkt, hätte "Lost River" gutgetan. Anders als seinen großen Vorbildern gelingt es Gosling nicht, die durchaus eindrücklichen Bilder und Motive seines Films zu einem erzählerischen und stilistischen Ganzen zusammenzufügen. Dennoch: Trotz Einschränkungen ist ihm ein respektables Erstlingswerk gelungen, das auf weitere Filme unter seiner Regie neugierig macht.
Lost River

Bewertung abgeben

Bewertung
5,0 (Filmreporter)     
 (0 User)

Meinungen

Es gibt noch keine Userkritik!

Trailer: 

Lost River: Offizieller deutscher Trailer

Um den Abriss ihres Hauses zu verhindern, wird die alleinstehende Mutter Billy (Christina Hendricks) Stripperin. Das Etablissements gehört einem schmierigen...  Clip starten
Amazon
Bücher, DVDs oder das neue Heimkino für Ihren Filmgenuss




 
Mit "Lost River" legt Schauspieler Ryan Gosling seine erste Regiearbeit vor. Der Mystery-Thriller mit sozialkritischen Ansätzen ist sichtlich von Vorbildern wie Derek... mehr
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenNewsTrailerGalerieDVDsbewerten
© 2018 Filmreporter.de