Venus im Pelz - 2013 | FILMREPORTER.de
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Venus im Pelz

OriginaltitelLa Vénus à la fourrure
AlternativVenus in Fur
GenreDrama
Land & Jahr Frankreich/Polen 2013
FSK & Länge ab 16 Jahren • 96 min.
KinoDeutschland
AnbieterProkino Filmverleih
Kinostart21.11.2013
RegieRoman Polański
DarstellerEmmanuelle Seigner, Mathieu Amalric
Links IMDB
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Minimalistisches Kammerspiel von Roman Polanski

Roman Polanskis Kammerspiel "Venus im Pelz" erzählt die Geschichte des Pariser Theaterregisseurs Thomas (Mathieu Amalric). Der möchte ein Theaterstück nach der Novelle "Venus im Pelz" von Leopold von Sacher-Masoch in Szene setzen und sucht dafür die passende Schauspielerin.

Nach einem langen Casting-Prozess erscheint eines Tages die etwas ungeschliffene Vanda (Emmanuelle Seigner) auf der Bühne. Thomas glaubt nicht an ihre Schauspielkünste und möchte sie abweisen. Er lässt sich jedoch erweichen. Zwischen beiden entspinnt sich eine lange Diskussion, die thematisch über das Stück weit hinausgeht. Im Lauf der Zeit dreht sich das Machtverhältnis immer mehr um. Aus dem arroganten, intellektuell stärkeren Theatermann wird ein Sklave der zunächst unsicher scheinenden, dann zunehmend dominant auftretenden Schauspielerin.
"Venus im Pelz" basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von David Ives, das wiederum auf der gleichnamigen Novelle von Leopold von Sacher-Masoch aus dem Jahr 1870 beruht. Was Roman Polanski an den Vorlagen gereizt haben mag, liegt mit Blick auf die thematischen Konstanten seines Gesamtwerks auf der Hand. Es geht um Machtverhältnisse, Unterwerfung, Sadismus und Geschlechterrollen. Dass der Regisseur die Hauptrollen mit seiner Ehefrau Emmanuelle Seigner und dem ihm ähnlich sehenden Mathieu Amalric besetzt, legt eine persönliche Verbundenheit des Regisseurs mit Stoff und Themen nahe.

Als "Venus im Pelz" im Mai 2013 in Cannes uraufgeführt wird sieht auch die internationale Kritik die Parallelen zwischen Polanski und den Ansichten vor allem der männlichen Hauptfigur. Vor allem mit Blick auf die Anklage des Regisseurs wegen Kindesmissbrauchs in den USA berechtigen sie zu diesem Vergleich. Polanski ist nach wie vor mit dem Verdacht konfrontiert, 1977 eine Minderjährige verführt zu haben. Damals flieht er nach Europa, um einer drohenden Verurteilung zuvorzukommen. Er kehrt nie wieder in die USA zurück. Nach seiner Verhaftung und einem Hausarrest in der Schweiz auf Grundlage des noch immer ausstehenden US-Haftbefehls, kommt Polanski 2010 wieder frei.

Viele Kritiker deuten "Venus im Pelz" als Polanskis Aufarbeitung der Ereignisse und Darlegung seines Standpunktes. Dafür gibt es im Film bezeichnende Szenen. Nachdem Thomas Vanda von seiner Lust berichtet, die er als Kind bei Stockschlägen empfunden habe, sagt diese: 'Ah, das Stück handelt also von Kindesmissbrauch'. Darauf Thomas: 'Ist denn in heutiger Zeit alles gleich Missbrauch? Muss denn alles gleich zur Sozialstudie werden? Gibt es denn keine Zwischentöne mehr?'. 'Das wirkt', schreibt der Spiegel über diese Szene anlässlich der Cannes-Aufführung des Films, 'sehr apologetisch'.

Polanski indes reagiert wie wohl jeder Künstler in einer solchen Situation und streitet jeden Bezug zu seiner Person ab. Er sehe auch nicht die vielfach attestierte Ähnlichkeit zwischen ihm und Amalric.
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Trailer zu "Venus im Pelz"

Der Pariser Theaterregisseur Thomas (Mathieu Amalric) möchte ein Theaterstück inszenieren und braucht dafür die passende Schauspielerin. Zu den...  Clip starten
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Roman Polanski inszeniert auf Grundlage des gleichnamigen Theaterstückes von David Ives ein minimalistisches Kammerspiel über Machtverhältnisse und Geschlechterrollen. mehr
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