Slow West - 2015 | FILMREPORTER.de
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Slow West

OriginaltitelSlow West
GenreWestern
Land & Jahr Großbritannien/Neuseeland 2015
Kinostart    30.07.2015 (Prokino Filmverleih)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 83 min.
RegieJohn Maclean
DarstellerKodi Smit-McPhee, Michael Fassbender, Aorere Paki, Hayden Frost, Caren Pistorius, Kieran Charnock
Homepage http://www.slow-west.de
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenTrailerGalerieDVDsbewerten

Gelungener Western mit Michael Fassbender

Der 16 Jährige Jay (Kodi Smit-McPhee) bricht im 19. Jahrhundert allein von Schottland in die USA auf. Sein Ziel ist der noch Wilde Westen, wo er seine große Jugendliebe Rose (Caren Pistorius) sucht. Die musste mit ihrem Vater nach einem tragischen Unfall aus Schottland fliehen. Ausgestattet mit wenig mehr als einer Waffe und seinem unerschütterlichen Idealismus begibt sich Jay ins neue Land. Auf der Reise begegnet er Outlaw Silas Selleck (Michael Fassbender). Der bietet dem Jungen gegen Bezahlung an, ihn auf seinem gefährlichen Weg zu begleiten. Jay weiß nicht um die wahren Motive des Kopfgeldjägers. Auf Rose und ihren Vater wurde nämlich ein Kopfgeld ausgesetzt und Jay soll Silas zu seiner Belohnung führen.
Der Titel ist Programm beim Spielfilmdebüt des schottischen Musikers John Maclean. So langsam sich die beiden Protagonisten mit ihren Pferden ins 'Herz der Finsternis' des Wilden Westens bewegen, so langsam entfaltet auch die Erzählung die ewigen Themen des Western-Genres: den Konflikt zwischen Gut und Böse, Mensch und Natur, Zivilisation und Wildnis, Vernunft und Gewalt, Mythos und Wahrheit.

Abgehandelt werden die Topoi am Beispiel eines jungen Mannes, dessen romantische Weltsicht mit der rauen Wirklichkeit der Neuen Welt zusammenprallt und an dieser dennoch nicht zerbricht. In wunderschön fotografierten Naturbildern, die an Genre-Klassiker wie John Fords "Die Spur des Falken" erinnern, zeigt MacLean, wie das Wilde des amerikanischen Westens dem unschuldigen Naivling nichts anhaben kann, sondern dass vielmehr dieser einen nachdrücklichen Einfluss auf seine Umwelt ausübt.

Die Begegnung zwischen Jay und seinem von Michael Fassbender gespielten opportunistischen Begleiter bleibt nicht ohne Folgen. Je mehr Zeit die beiden verbringen, umso menschlicher wird der Kopfgeldjäger durch den Kontakt mit dem Boten des Guten. Dieses Buddy-Motiv ist symptomatisch für die Haltung des Regisseurs. John Maclean will mit seinem Western dem 'amerikanischen Genre par excellence excellence' (André Bazin) weniger seine Mythen zurückgeben, als dass er damit vielmehr seinen Glauben an die menschliche Vernunft und die Unerschütterlichkeit der Zivilisation zum Ausdruck bringen will.

Für diesen Optimismus sprechen nicht zuletzt auch die zahlreichen humoristischen und grotesken Einlagen in seinem Western, die freilich stellenweise etwas gekünstelt und aufgesetzt wirken. Dennoch: Trotz einiger dramaturgischer Schwächen und der Tatsache, dass der Film einen nicht ganz runden Eindruck macht, ist Maclean mit "Slow West" ein bemerkenswerter Einstand gelungen, der auf weitere Arbeiten des Autodidakten neugierig macht. Sehr wahrscheinlich, dass er erneut mit Michael Fassbender arbeiten wird. Der deutsch-irische Schauspieler drehte mit Maclean zuvor schon zwei Kurzfilme. Von der Zusammenarbeit war er so beeindruckt, dass er sich gerne für ein eventuelles Spielfilmdebüt des Regisseurs zur Verfügung stellte.
Slow West

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Slow West: Der Offizielle Trailer des Westerns

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