Werk ohne Autor - 2017 | FILMREPORTER.de
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©Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Werk ohne Autor

OriginaltitelWerk ohne Autor
GenreThriller
Land & Jahr Deutschland/Italien 2017
FSK & Länge ab 12 Jahren • 188 min.
KinoDeutschland
AnbieterThe Walt Disney Company (Germany)
Kinostart03.10.2018
RegieFlorian Henckel von Donnersmarck
DarstellerIna Weisse, Sebastian Koch, Yevgeni Sidikhin, Hans-Uwe Bauer, Chris Theisinger, Stefan Mehren
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Zeitgeschichtliches deutsch-deutsches Drama

Kurt Barnert (Tom Schilling) sind die Ursachen für seine Lust- und Antriebslosigkeit nicht klar. Dabei wurde der Maler in den letzten Kriegsjahren geboren, erlebte die Bombenangriffe auf seine Heimatstadt und wuchs unter den rigiden Regeln der sowjetischen Besatzungszone und der frühen DDR auf. Die brandmarkten jeden zivilen Ungehorsam und jeden abweichenden Gedanken als Verrat.

Er flieht in den Westen des geteilten Deutschlands, doch die Dämonen seiner Kindheit und Jugend lassen ihn nicht los und lähmen seine Kreativität. Antriebslos streift er durch die Kneipen, um den Kummer über seine künstlerische Baisse zu ertränken. Zu seiner Berufung findet er erst durch die Liebe zu der Studentin Elisabeth May (Saskia Rosendahl). Endlich kann er seine Erinnerungen ausdrücken, seine Bilder werden als Ausdruck der verstörenden Erfahrungen seiner Generation enthusiastisch gefeiert.

Nur Elisabeths Vater lehnt die Wahl seiner Tochter ebenso offen ab, wie die 'Schmierereien' des künftigen Schwiegersohnes. Der angesehene Professor fürchtet, dass ein gut gehütetes Geheimnis aus seiner Vergangenheit ans Tageslicht kommen könnte.
Florian Henckel von Donnersmarck hat keine Angst vor der Provokation. Von Lenins Liebe zur Musik lässt sich der westdeutsche Regisseur zu seinem Epos "Das Leben der Anderen" inspirieren, einem fiktionalen Märchen um einen Stasi-Offizier, der die Kunstszene der DDR ausspionierte und über die Kunst zu neuen Ansichten gelangt. Der Film spaltet die Gemüter hierzulande. Viele Schauspieler und Bürger aus der DDR, die diese Ära selbst erlebt haben, lehnen den Film als Verfälschung der Wahrheit ab. Der Westen feiert den Film hingegen mit Auszeichnungen, darunter mehrere Lolas sowie den Oscar für den besten nichtenglischsprachigen Film - eine seltene Rarität für eine deutsche Produktion.

Die Ehrung durch die Academy spült den Autorenfilmer nach Hollywood, wo er sich nach einigen gescheiterten Anläufen für "The Tourist" mit Angelina Jolie und Johnny Depp entscheidet. Für den Thriller erntet von Donnersmarck etliche Verrisse und auch die Zuschauer zeigen ihm die kalte Schulter.

Was liegt also näher, als nach Deutschland und zu seinem Lieblingsthema zurückzukehren. Die deutsche Regiehoffnung spürt in dem Drama erneut dem ambivalenten Verhältnis von Kunst und Politik in Diktaturen nach, wobei er die posttraumatischen Belastungsstörungen einbezieht, über welche Kinder der Nachkriegsgeneration erst jetzt, wo die Betroffenen längst Rentner sind, sprechen.

Auf wahren Begebenheiten soll der Film beruhen, der neben dem lange tabuisierten Thema der psychischen Belastungen der Nachkriegskindergeneration auch die Auseinandersetzung über die mangelnde Entnazifizierung der Bundesrepublik thematisiert, die erst von der Revolte der Studenten in den 1960ern eingefordert wurde.

Tom Schilling agiert in der Hauptrolle mit Beuys-Hut und Attitüde, vielleicht eine gewollte Anspielung auf den gefeierten und umstrittenen Nachkriegskünstler, der allerdings rund 20 Jahre älter als Barnert war. Neue Kritik könnte von Donnersmarck mit seinem provokanten Film ins Haus stehen, und das ist gut so. Nichts ist langweiliger als die sture Bebilderung von Geschichtsbüchern, wie sie der deutsche Film viel zu oft anbietet.
Werk ohne Autor

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Werk ohne Autor: Zweiter Trailer

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