Die Farbe des Horizonts - 2018 | FILMREPORTER.de
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Die Farbe des Horizonts

OriginaltitelAdrift
GenreDrama
Land & Jahr USA 2018
FSK & Länge 97 min.
KinoDeutschland
AnbieterTOBIS Film
Kinostart12.07.2018
RegieBaltasar Kormákur
DarstellerShailene Woodley, Sam Claflin, Grace Palmer, Tami Oldham Ashcroft, Jeffrey Thomas, Elizabeth Hawthorne
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Überlebenskampf statt romantischem Segeltörn

Tami (Shailene Woodley) hat gerade die Uni abgeschlossen. Sich gleich Hals über Kopf in die Arbeitswelt zu stürzen, daran denkt die junge Frau nicht. Bevor der Ernst des Lebens beginnt, will sie ein Abenteuer erleben. Von einem Traumziel zum nächsten reisend landet sie auf der Trauminsel Tahiti. Am Hafen der Südseeperle findet sie nicht nur Arbeit, sondern in Richard (Sam Claflin) auch die Liebe ihres Lebens. Als der junge Mann ihr das Angebot macht, mit ihm auf seinem Segelboot in See zu stechen, ist Tami Feuer und Flamme. Der romantische Segeltrip geht so lange gut, bis die beiden von einem verheerenden Sturm überrascht werden. Sie überleben das Unwetter zwar, doch als Tami aus der Ohnmacht erwacht, ist das Boot nicht mehr manövrierfähig und Richard schwer verletzt. Die rettende Küste ist 2.000 Seemeilen entfernt!
"Adrift", so der Originaltitel des englischsprachigen Films des spanisch-isländischen Regisseurs Baltasar Kormákur ("Everest"), verweist nicht nur auf die spannende Geschichte des Überlebenskampfes zweier Segler auf hoher See. Auch in ihren Leben sind die beiden Protagonisten ziellos Dahintreibende. Allen voran Tami Oldham Ashcroft, welche die Geschichte zusammen mit ihrem damaligen Freund Richard Sharp tatsächlich erlebt und in ihren Memoiren niedergeschrieben hat. US-Schauspielerin Shailene Woodley zeigt mit der Darstellung des getriebenen Charakters eine weitere Facette ihres Könnens und macht mit ihrer überzeugenden Leistung die Karriere-Entgleisung mit der künstlerisch gescheiterten "Bestimmung - Divergent"-Reihe fast vergessen.

Motivisch mag "Die Farbe des Horizonts" hier und da an das Segler-Drama "All Is Lost" erinnern, inszenatorisch kopiert Kormákur das Meisterwerk von J.C. Chandor nicht. Das ist legitim, schade ist es dennoch. Kormákur geht es in seinem Film nicht um formale Reduktion zugunsten einem Fokus auf das Befinden und Verhalten des Menschen angesichts einer Grenzerfahrung. Sein Vorgehen als Regisseur ist alles andere als zurückhaltend, bei ihm sieht man in jedem Bild, dass Regie geführt wurde. Das fängt im Kleinen an, etwa wenn die Kamera mit den Figuren von einem Felsen ins Meer springt. Und setzt sich im Großen fort, wenn der Schnitt die Überlebensgeschichte immer wieder durch Rückblenden unterbricht.

Die formale Exponiertheit ist kein Selbstzweck. Anders als Chandors Parabel um den existentiellen Kampf des Menschen in und gegen die Natur geht es Kormákur zuallererst um das Zwischen- und Mitmenschliche. Die Themen in seinem Abenteuerdrama sind Liebe, Zweisamkeit und Romantik. Es geht um Selbstverwirklichung, Grenzerfahrung und die Sehnsucht nach Freiheit. Das schreit nach großen Emotionen und tatsächlich kommt in "Die Farbe des Horizonts" der Pathos immer wieder zur Geltung. Den Zuschauer vor den Kopf stoßen, ihn bewegen und rühren sind auch die Antriebsfeder hinter dem fragwürdigsten Moment des Films, wenn gegen Ende die Handlung gleichsam auf den Kopf gestellt wird. Anders als Chandor interessiert sich Kormákur weniger für den Menschen im Kontext von Naturgewalten, er will sein Publikum in erster Linie unterhalten und mit einem Wohlgefühl aus dem Kino entlassen.
Die Farbe des Horizonts

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Die Farbe des Horizonts: Der Trailer

Tami (Shailene Woodley) will Abenteuer erleben. Auf Tahiti trifft sie die Liebe ihres Lebens. Die beiden unternehmen einen romantischen Segeltörn, werden...  Clip starten
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Mit seinem englischsprachigen Drama greift Regisseur Baltasar Kormákur eine wahre Begebenheit auf, die Tami Oldham Ashcroft in den 1980er Jahren erlebt hat. mehr
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