Ludwig II. - Glanz und Elend eines Königs - 1954 | FILMREPORTER.de
Filmreporter-RSS
©Kinowelt

Ludwig II. - Glanz und Elend eines Königs

OriginaltitelLudwig II. - Glanz und Elend eines Königs
GenreHistorienfilm
Land & Jahr Deutschland 1954
Kinostart    14.01.1955 (Schorcht International)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 115 min.
RegieHelmut Käutner
DarstellerO.W. Fischer, Ruth Leuwerik, Marianne Koch, Paul Bildt, Friedrich Domin, Rolf Kutschera
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungenFeatureDVDsbewerten

Helmut Käutner lässt den Märchenkönig auferstehen

Der junge König Ludwig (O.W. Fischer) besteigt den bayerischen Thron. Bald ist der junge König politikverdrossen und kriegsmüde, er überlässt die Staatsgeschäfte weitgehend seinem Hofstaat. Er widmet sich vielmehr mit großem Elan der Umsetzung seines Traumes, ein "Königreich der Musen" zu errichten. Als ersten Schritt holt er den Komponisten Richard Wagner (Paul Bildt) nach München. Ludwig sucht bald nur noch die Einsamkeit, zeigt lediglich Interesse für die Opern seines Hofkomponisten. Doch der nützt das Wohlwollen des Königs skrupellos aus, was dem Hofstaat nicht verborgen bleibt. Auf öffentlichen Druck muss sich Ludwig von ihm trennen. Auch in seinem Privatleben muss der junge König Rückschläge verkraften.

Die Liebe zu seiner Cousine, Kaiserin Elisabeth von Österreich (Ruth Leuwerik) bleibt unerfüllt, seine Verlobung mit deren Schwester Sophie (Marianne Koch) wird aufgelöst. Der bayerische Monarch kümmert sich nicht nur zu wenig um die Belange seines Landes, er belastet sein Reich zudem mit hohen Schulden. Der Hang zur Verschwendungssucht gipfelt im Bau zahlreicher Schlösser wie Neuschwanstein und Herrenchiemsee. Das Leben des Königs hat nichts mit einem Märchen zu tun, es ist geprägt von Einsamkeit und Krankheit.
Helmut Käutner erzählt die Geschichte des bayerischen Märchenkönigs Ludwig II vor einer opulenten Kulisse. Chronologisch schildert er das Leben des Monarchen bis zu seinem mysteriösen Tod. Dank der Drehgenehmigung für die Schlösser Neuschwanstein und Herrenchiemsee konnte Käutner an den Originalschauplätzen drehen. Diese Erlaubnis, die der Regisseur von der Familie der Wittelsbacher erhielt, hat aber zur Folge, dass der Film kaum etwas mit der historischen Wahrheit zu tun hat.

Die adlige Familie zensiert das ursprüngliche Drehbuch radikal, Themen wie die Homosexualität des Königs werden fast komplett unter den Teppich gekehrt. Käutner muss es bei Andeutungen, etwa einigen Statuen von anmutigen Jünglingen oder dem Scheitern von Ludwigs Beziehungen belassen. "Ludwig II." ist ein weiß-blaues Märchen, der Kostümfilm hält einen weiten Abstand von der Brisanz des Stoffes. O.W. Fischers emotionales Spiel lässt uns das Leben des Märchenkönigs hautnah miterleben und gestaltet die Einsamkeit dieses Träumers sehr eindringlich.

Bewertung abgeben

Bewertung
7,0
5,0 (Filmreporter)     
 (5 User)

Meinungen

Ein Muss

Für eine königstreue Bayerin wie mich ist dieser Film ein absolutes Muss. Schön ist vor allem dass er nicht so ein typischer Sissicharmemonarchenfilm ist.
01.04.2009 10:13 Uhr - VictoryaParker (gelöscht)
Amazon
Bücher, DVDs oder das neue Heimkino für Ihren Filmgenuss




 
O.W. Fischer und Klaus Kinski

Feature:  Sissis Seelenverwandtschaft

Kaiserin Elisabeth verfiel fast dem Wahnsinn, als sie vom plötzlichen Tod ihres Vetters, König Ludwig II., erfuhr. Niemand wollte ihr...
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungenFeatureDVDsbewerten
© 2017 Filmreporter.de