Das Geheimnis der falschen Braut - 1969 | FILMREPORTER.de
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Das Geheimnis der falschen Braut

OriginaltitelLa sirène du Mississippi
GenreKrimi
Land & Jahr Frankreich/Italien 1969
FSK & Länge 124 min.
RegieFrançois Truffaut
DarstellerJean-Paul Belmondo, Catherine Deneuve, Nelly Borgeaud, Martine Ferrière, Marcel Berbert, Yves Drouhet
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Hitchcock verbundener Krimi von François Truffaut

Der attraktive und schwerreiche Plantagenbesitzer Louis Mahe (Jean-Paul Belmondo) versucht, der Einsamkeit seines privilegierten Lebens zu entfliehen. Per Kontaktanzeige lernt er die schöne Julie Roussel kennen und bittet sie, ohne sie je persönlich getroffen zu haben, ihn zu heiraten. Die Frau (Catherine Deneuve), die wenig später mit dem Schiff auf Louis' afrikanischer Heimatinsel Reunion ankommt, sieht dem Foto Julies aber kaum ähnlich.

Sie kann Louis überzeugen, dass sie lediglich aus Verlegenheit ein Bild ihrer Schwester geschickt hat, es kommt tatsächlich zur Heirat. Gleich nach der Hochzeit verschwindet die angebliche Julie mit Louis' ganzem Vermögen. Er findet heraus, dass die Heiratsschwindlerin, die in Wahrheit Marion heißt, auf dem Weg nach Reunion die echte Julie Roussel getötet hat. Besessen von der Idee, sie zur Rede zu stellen verfolgt Louis die falsche Braut und findet sie schließlich als Besitzerin eines Nachtclubs wieder. Erneut verfällt er ihr, und für die beiden beginnt eine gefährliche Odyssee. Stets auf der Flucht vor dem unermüdlichen Detektiv, den Louis selbst engagiert hatte, verlaufen sich die Liebenden mehr und mehr in einem Labyrinth aus Misstrauen und Abhängigkeit.
Catherine Deneuve als attraktive Heiratsschwindlerin und Jean-Paul Belmondo als einsamer Großgrundbesitzer dienen Nouvelle-Vague-Regisseur François Truffaut als Figuren in diesem psychologischen Verwirrspiel um Misstrauen und Leidenschaft, das der Franzose 1969 als eine Art Krimi anlegte, der stets mehr als nur spannend sein will. Die Amour fou zweier einsamer Seelen, die nicht voneinander lassen können, vereinte erstmals die zwei Schauspielstars, die durch "Belle de Jour" und "Außer Atem" zu Stil-Ikonen des französischen Kinos geworden sind.

Truffaut bewegt sich über weite Strecken in den Fußstapfen von Suspense-Meister Sir Alfred Hitchcock. Zwei Jahre vor dem Film hatte der Franzose das legendäre Interview-Buch "Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?" veröffentlicht, nun versuchte er selbst, sich dem Genre des Psychokrimis filmisch anzunähern. Die Geschichte von der falschen Braut ist eigentlich eine ganz klassische Krimihandlung, Truffaut vermengt sie allerdings mit philosophisch-psychologischen Überlegungen und einer zerstreut ambitionierten Filmkunst, auf die Hitchcock in seinen kompakten, zugespitzten Thrillern verzichtet hätte. Truffauts Versuch, ein komplexes Psychogramm seiner Protagonisten zu entwerfen und zugleich durch ein kriminalistisches Verwirrspiel Suspense zu erzeugen, greift nicht im gewollten Maße.
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