Der Prinz & ich - 2004 | FILMREPORTER.de
 
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Der Prinz & ich

OriginaltitelThe Prince and Me
AlternativDer Prinz & ich - Königliche Flitterwochen
GenreKomödie, Romanze
Land & Jahr USA 2004
Kinostart    20.05.2004 (Universum Film)
FSK & Länge ab 0 Jahren • 110 min.
RegieMartha Coolidge
DarstellerJulia Stiles, Luke Mably, Ben Miller, Miranda Richardson, James Fox, Alberta Watson
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College-Mädel verliebt sich in dänischen Prinzen

Paige Morgan (Julia Stiles) ist ein kluges, fleißiges Mädel von einer Farm in Milwaukee, das sich an der Universität von Wisconsin strebsam und ehrgeizig auf ihre feinsäuberlich geplante Zukunft als Ärztin in den Entwicklungsländern vorbereitet. Ihr Lebensglück bemisst sie danach, welche fernen Länder sie zu bereisen und welchen fremden Völkern sie zu helfen in der Lage ist. Sich zu verlieben gehört nicht zum Plan, das würde so kurz vor dem College-Abschluss nur alles durcheinander bringen. Natürlich kommt gerade jetzt Eddie (Luke Mably) ins Spiel, ein schnöseliger Austauschstudent, der Paige mit seinem leicht arroganten, leicht unsicheren Charme den Kopf verdreht.

Was sie vorerst nicht weiß: Der junge Mann heißt eigentlich Edvard und ist der Kronprinz von Dänemark. Nachdem er seine königlichen Eltern zur Verzweiflung getrieben hat mit seinen ewigen Autorennen, seinen Weibergeschichten und dem zugehörigen Paparazzi-Auftrieb, durfte er zur "Selbstfindung" in die USA reisen. Einem Wisconsin-Werbespot glaubend geht er davon aus, die dortigen College-Girls würden sich alle Nase lang ihre T-Shirts vom Leib reißen. Nach einer entsprechenden Aufforderung an Paige beginnt also eine kleine Romanze inklusive Landeier-Sightseeing in Milwaukee, Rasenmäher-Wettrennen und Füßeln in der Bibliothek. Zwei aufdringliche dänische Paparazzi bringen leider bald die Wahrheit ans Licht, und das war es erst mal mit der großen Liebe. Edvard muss zurück nach Kopenhagen, weil sein Vater krank ist und er König werden soll. Ausgerechnet jetzt kapiert Paige (mit ein bisschen Hilfe William Shakespeares), was sie wirklich will, und sie fliegt kurzentschlossen dem Prinzen hinterher. Jetzt steht sie natürlich vor die Wahl: Die Welt sehen oder Königin werden?
College-Comedy und Prinzessinnen-Märchen - warum sollte das nicht funktionieren? Dazu die unvermeidliche Julia Stiles - was könnte da noch schief gehen. Natürlich so einiges. Zugegeben: "Der Prinz und ich" macht eine Weile souverän Gebrauch von den üblichen Tugenden dieser Boy-meets-Girl-Spielart: holzschnittartig amüsante Charaktere, flacher Witz, tränenzwingendes Pathos. Aber diesen Bogen kann man auch überspannen.

Wenn Julia Stiles zu einer unverschämt verkitschten Version der Tom-Waits-Schnulze "Hope that I don't fall in love with you" beim Putzen in der Studentenbar verträumt zu tanzen beginnt, ist man tatsächlich berührt - sehr, sehr peinlich. Wenn die beiden Verliebten einen Deal machen, sich gegenseitig zu helfen, dann weiß der Prinz natürlich Bescheid über Shakespeare und das Landmädel übers Wäschewaschen - das ist so ungefähr der Einfallsreichtum von "Der Prinz & ich".

Solange sich der Film als einfache College-Liebesgeschichte gibt, stimmt immerhin der Rhythmus der Konfektions-Nettigkeiten - und dank Ben Miller als Prinzen-Sidekick Soren gibt es sogar einige komische Momente zu belächeln. Wenn die Handlung aber erst einmal an den Königshof in Dänemark verlagert wird, stellt der Film sich auf den Kopf. Auf halber Strecke die Pferde zu wechseln, eine neue Geschichte mit neuer Problemstellung anzufangen, bringt den Zuschauer genauso aus dem Tritt wie die arme Paige, die im ach so pittoresken Königreich - in dem natürlich englisch gesprochen wird - erst durch einen Globus (welch ein Einfall!) wieder an ihre Lebensträume erinnert wird. Zuletzt hat Regisseurin Martha Coolidge große Probleme, ihren zur Halbzeit entdeckten Realitätssinn mit der Märchenhaftigkeit ihrer Story unter einen Hut zu bringen. Es fällt ihr sichtbar schwer, ein sehnlich erwartetes Happy End zu finden, das den vielen Erfordernissen, mit denen sie ihr Lustspiel überladen hat, gerecht werden kann.
Der Prinz & ich

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